Studie: Lebenserwartung von Männern und Frauen gleicht sich stärker an

Frauen leben nach wie vor länger als Männer, aber in den letzten Jahrzehnten hat sich dieser Unterschied verringert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die vor Kurzem veröffentlicht wurde. Im Rahmen dieser Studie wurden die Todesursachendaten aus insgesamt 228 Regionen in sieben europäischen Ländern betrachtet, darunter Deutschland, Dänemark und die Schweiz.

Ein Mann und eine Frau mit grauen Haaren sitzen auf einer Parkbank eng aneinander und blicken über ein Gewässer. Ihre Gesichter sind dem Horizont zugewandt.

Enge Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Lebenserwartung
Die Analyse der Daten ergab, dass Männer zur Mitte der 1990er Jahre im Schnitt mehr als sieben Jahre früher starben als Frauen. Mittlerweile ist dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern auf weniger als 5,5 Jahre zurückgegangen. Als Hauptgrund für diese Angleichung bei der Lebenserwartung nennen die Studienverantwortlichen zufolge sogenannte „gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen“. Sie meinen damit zum Beispiel Gesundheitsrisiken, die bei der Arbeit entstehen. Denn in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben immer mehr Frauen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen – und sind deswegen auch verstärkt Gesundheitsrisiken ausgesetzt, die bei der Arbeit auftreten können.

Nichtrauchen gehört zu gesundem Lebensstil
Und auch das veränderte Rauchverhalten von Männern und Frauen ist eine Erklärung dafür, dass sich die Geschlechter bei der Lebenserwartung stärker einander annäherten. Hierzu schreiben die Studienverantwortlichen: „Außerdem ebbt bei Männern die durch das Rauchen bedingte Sterblichkeit bereits ab, während sie bei Frauen weiter ansteigt.“ Die Zahl der Raucherinnen ist also (vor einigen Jahrzehnten) angestiegen, während sie bei den Männern gleich blieb bzw. langsam abnahm. In der Folge starben dann weniger Männer durch das Rauchen, während bei den Frauen die Todesfälle durch das Rauchen zunahmen.

Die Verantwortlichen der Studie kommen zu einer interessanten Schlussfolgerung: „Wie die Ergebnisse anderer Studien zeigen, kann nur ein kleiner Teil der Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern zurückgeführt werden. Der größere Teil ist vom Lebensstil sowie von der Vorbeugung und Früherkennung von Krankheiten abhängig“.

 

Zu einem gesunden Lebensstil gehört das Nichtrauchen unbedingt dazu. Lesen Sie mehr über die "Vorteile eines Rauchstopps."

 

Wir unterstützen Sie dabei, mit dem Rauchen aufzuhören. Mehr Infos unter Aufhören.

 

Quelle:
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) 2023. Wo Männer fast so alt werden wie Frauen – und wo nicht.  zuletzt online abgerufen am 07.09 2023 unter
https://www.bib.bund.de/DE/Presse/Mitteilungen/2023/pdf/2023-08-09-Wo-Maenner-fast-so-alt-werden-wie-Frauen-und-wo-nicht.pdf?__blob=publicationFile&v=2