Rauchstopp im Urlaub und Angst vorm Alltag

Verfasst am: 27. 06. 2022, 08:57
Susee
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Zwei Wochen ohne Zigaretten sind vorbei und ich habe es so lange tatsächlich geschafft. Das hätte ich nicht erwartet. Meine zweite Alltagswoche ist gerade losgegangen und ich habe nicht mehr so viel Angst, wieder zu rauchen, wie vor der letzten. Meinen Alltag finde ich im Moment zwar immer noch nicht besonders angenehm, aber es gibt Dinge, die lassen sich nicht ändern. Und immerhin hab ich schon eine Woche Alltag ohne Kippe überstanden, dann deht die zweite auch. Und die dritte und die vierte ......
LG Susee

Verfasst am: 24. 06. 2022, 06:27
rauchfrei-lotse-andreas
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Hallo Susee, die Launen fahren noch ein bisschen Achterbahn mit Dir, aber es wird jeden Tag etwas besser. Auch die Gedanken um die Zigaretten lassen nach - Versprochen.

Natürlich kannst und wirst Du es schaffen, warum denn auch nicht ? Es gibt diesen schönen Spruch: "Gewinnen beginnt im Kopf. Glaube an Dich!"

Mit der Ablenkung klingt doch gut, so ist man doch gedanklich woanders.

Die zweite Woche ist auch bald erreicht, eine weitere tolle Leistung. Ich würde mal sagen, momentan läuft doch alles bestens.

Dir ein tolles, rauchfreies Wochenende.

Viele Grüße

Andreas

Verfasst am: 23. 06. 2022, 13:33
Susee
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Vielen lieben Dank euch allen für die hilfreichen Nachrichten. Ihr seid wirklich super.
Ich habe sie alle gelesen und wollte euch auch antworten, aber irgendwie war ich viel zu unsortiert, um meine Gedanken zu Papier zu bringen, trotzdem hab ich mich sehr damit beschäftigt und sie haben mir auch weitergeholfen.
Ich hab es tatsächlich geschafft, in den ersten drei Tagen meiner Arbeitswoche nicht zu rauchen, obwohl es wirklich teilweise echt schwer war. Montag war ich absolut unkonzentriert, so dass es schon jedem in der Arbeit aufgefallen ist, war nicht so gut, aber ist jetzt auch vorbei. Dienstag haben mir alle Leute um mich herum leidgetan, ich war wohl wirklich unausstehlich, aber auch das ist wieder besser geworden. Das hätte ich aber am Dienstag nicht geglaubt. Sogar meinen heftigsten Tag in der Woche (Mittwoch) hab ich ohne Kippen überstanden. Der Gedanke daran war zwar wirklich penetrant und nervig und hat mich teilweise zur Verzweiflung getrieben, aber ich hab keine geraucht. Das nehme ich mir jetzt mal als motivierenden Anfang.
In meinem Auto sind jetzt verschiedene Bonbons anstelle von Zigaretten und ich lutsche ganz fleißig. Ist zwar ungewohnt, aber hilft. Meine Pausen beim Homeoffice-Teil meiner Arbeit gestalte ich mit einem Sudoku, das entspannt mich tatsächlich und lenkt auch ab, auch nach dem Essen findet man mich an einem Sudoku. Von der App bin ich mittlerweile auf Papier umgestiegen, um mal keinen Bildschirm zu sehen. Vieeeeel besser!
Ich sage mir auch jeden Tag, dass eine Kippe nicht meine Freundin ist, sondern höchstens eine toxische (damit also auch keine Freundin). Theoretisch weiß ich das, aber dies in allen Situationen auch praktisch zu fühlen ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Aber ich denke mal, dass es am Anfang auch ganz normal ist.
Im Moment hab ich tatsächlich das Gefühl, dass ich es diesmal wirklich schaffen könnte. Drückt mir die Daumen.
LG Susee

Verfasst am: 20. 06. 2022, 06:26
rauchfrei-lotse-andreas
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Guten Morgen Susee, für die neue Woche wünsche ich Dir viel Erfolg. Wie war der gestrige Tag für Dich?

Ich hoffe, Du kannst einige Tipps für den Alltag umsetzen. Hast Du dich irgendwie auf den heutigen Tag vorbereitet, Änderungen im Alltag oder sowas?

Morgen steht schon Tag 10 auf der Erfolgsseite, hierauf kannst Du echt Stolz sein.

Schreib uns doch mal, wie der heutige Tag für Dich gelaufen ist.

Guten Start in die neue Woche.

Grüße

Andreas

Verfasst am: 19. 06. 2022, 11:40
rauchfrei-lotsin-monika
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Liebe Susee,
Du bist stark geblieben?! Nein, bitte sieh eine Zigarette nicht als Freundkn an. Zigaretten sind Zigaretten sind Zigaretten.
Einzig und allein hergestellt von geld- und machthungrigen Menschen. Diese sitzen auf ihren Luxusyachten oder jetten mit ihren Privatflugzeugen um die Welt. Die rauchen nicht! Das alles haben wir Ihnen durch den Verkauf unserer Gesundheit geschenkt. Zudem leiden täglich Kinder auf den Tabakplantagen bei der Ernte und unsere wertvollen Böden werden verseucht, weil Tabakpflanzen emofindlich sind, werden Pestizide gegen Schädlinge eingesetzt
Die besetzen ebebfalls deine Lunge.
Uns wurde das Hirn vernebelt! Eine Sekte könnte keine bessere Arbeit leisten.
DU BESTIMNST ÜBER DEIN LEBEN!
Du wirst dir Pausen einräumen, du wirst dir Entspannung geben, du bist kreativ.
Du schaffst das!
All das furchtbare Gerede in unseren Köpfen, ist das laute Rasseln der Ketten der Sucht . Anfangs hört man daraus Worte, Sätze und glaube mir, jeder Tag ohne Nikotin verbessert dein Gehör.
Zunächst verschwindet das Geflüster und dann wird auch das Rasseln der Ketten leiser, bis es hoffentlich irgendwann ganz aufhört.
Liebe Grüße, Annemone

Verfasst am: 19. 06. 2022, 10:03
janipiep
janipiep
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Hallo Susee,

ja, ein paar Gedanken, die dich umtreiben, kommen mir auch bekannt vor.

Um diesem Widerstand den Wind aus den Segeln zu nehmen, hab ich mir nie verboten zu rauchen. Mein Gedanke während meiner letzten Zigarette war: Ab jetzt guck ich einfach mal, wie weit ich komme, und wenn ich nur heute Abend nicht rauche, dann hab ich halt wenigstens einen Abend nicht geraucht. So ist mein Experiment gestartet, mein Projekt Rauchfrei. Schritt für Schritt, Stunde für Stunde, Tag für Tag.

Eine ganz wesentliche Abmachung mit mir selbst war, dass ich jederzeit rauchen "gedurft" hätte, wenn ich es denn, nach einer kurzen Bedenkzeit, wirklich gewollt hätte. Dafür war der feste Plan: Erst einen Fisherman lutschen und nochmal kurz überlegen, ob ich wirklich will, dann rauchen. Ich hatte die ersten Monate auch immer Zigaretten dabei, das hat mich beruhigt, so dass ich mich überhaupt erst auf mein Projekt einlassen konnte. Spoiler: Seit dem Start habe ich keine einzige Zigarette geraucht, und inzwischen brauche ich auch keine Zigaretten mehr mit mir rumtragen.

Und diese Zigarette als Freundin, ja, die hatte ich auch. Mir hat sie irgendwann ihr wahres Gesicht gezeigt, als wir beide gemerkt haben, dass ich sie gar nicht so sehr brauche, wie wir beide dachten. Sie wollte nie, dass es mir gut geht, sie hat mir Honig um Maul geschmiert, mir Dinge vorgegaukelt und dabei wollte sie nur mit allen Mitteln, das sich bei ihr bleibe, damit sie mir weiter Schaden zufügen kann. Das war eine hochgradig toxische Beziehung, wie man heute sagen würde. Die Trennung war schmerzhaft, aber heute bin ich froh, dass ich sie los bin - solche Freunde will ich nicht.

Zitiert von: Susee
Schnell hab ich mir die Schachtel gegriffen, ohne zu wissen, was ich gleich damit mache. Die Vernunft hat glücklicherweise gesiegt. Ich hab die Schachtel meinem Mann gegeben, er soll sie schnell verschwinden lassen.


Herzlichen Glückwunsch, das war ein wichtiger Moment!

Wenn ich noch zwei Dinge aus der Zukunft verraten darf:
1. Nicht-Rauchen ist seeeehr viel cooler als Rauchen.
2. Es wird besser. Versprochen.

Bleib dran! Schritt für Schritt wirst auch du deinen ganz eigenen Rauchfrei-Weg gehen.


Alles Liebe
Jani

Verfasst am: 19. 06. 2022, 08:28
Bolando
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Zitiert von: Susee
Irgendwie war (oder ist) so eine Kippe ja auch wie eine Freundin (den Vergleich hab ich hier irgendwo gelesen und fand ihn sehr passend für mich - danke dafür).

Hierzu noch ein Gedanke:
Wäre der Vergleich mit einer Krücke nicht treffender? Eine Krücke mit der du humpelst statt zu lernen ohne sie unbeschwert zu gehen!

Verfasst am: 19. 06. 2022, 08:18
Bolando
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Hallo Susee,
ich hoffe, du konntest noch etwas Schlaf finden. Ob dein Gedanken-Wirrwarr normal ist? Ja, das ist es. Es ist normal, dass wir unsere Entscheidungen anzweifeln, uns fragen, ob wir etwas korrigieren müssten. Und der Gedanke nie wieder rauchen zu dürfen löst Widerstand aus. So ein absolutes Verbot Aber es verbietet dir niemand es zu tun. Du raucht nicht, weil du dich dafür entschieden hast. Es ist ein Tausch. Die kurze Suchtbefriedigung gegen bessere Gesundheit und die Möglichkeit dein Geld sinnvoller auszugeben. Du wirst andere Methoden finden dich aus unangenehmen Situationen zurückzuziehen. Beim Autofahren kann man Bonbon lutschen, Musik hören ...
Ich rate dir mache dir keine Gedanken über die kommende Arbeitswoche. Denke nur an den aktuellen Tag. Und, wenn es eng zu werden droht, auch nur an die nächste Stunde. Sage dir immer wieder "ich will es und ich kann es!"
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und eine entspannte Woche.
Viele Grüße

Verfasst am: 18. 06. 2022, 23:37
Susee
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Jetzt bin ich leider zurück in Deutschland und habe wirklich Bammel vor Montag. Morgen ist ja zum Glück noch frei.
Ich schreib hier mal, um meine Gedanken zu sortieren. Außerdem: solange ich tippe, rauche ich nicht.
Ich bin heute aus dem Flugzeug ausgestiegen und hatte das erste Mal nicht sofort das Bedürfnis, eine rauchen zu müssen. Ein sehr erfreuliches Erlebnis.
Naja, dann ging es zum Auto und was sehe ich im Auto? Eine frische Schachtel, extra vorher für den Heimweg gekauft. Tausend Gedanken schossen mir in Sekundenschnelle durch den Kopf: "Juhu, ich kann endlich eine rauchen, bevor wir losfahren. Ich steck sie schnell ein und rauch dann heimlich, das merkt schon keiner. Spinnst du? Du wolltest doch aufhören. Ja, aber eine geht doch noch, ich war doch im Urlaub so tapfer, ..."
Schnell hab ich mir die Schachtel gegriffen, ohne zu wissen, was ich gleich damit mache. Die Vernunft hat glücklicherweise gesiegt. Ich hab die Schachtel meinem Mann gegeben, er soll sie schnell verschwinden lassen.
In dem Moment war ich wirklich stolz auf mich und hab mich gleichzeitig dafür gehasst, auf eine Kippe zu verzichten. Irgendwie eigentlich zwei Gedanken über mich, die nicht zusammen passen und mich sehr irritiert haben, weil ich meistens ein sehr logischer Mensch bin - zumindest wenn es nicht ums Rauchen geht. Kennt ihr auch diese Gefühle und wie geht ihr damit um?
Bin ich in dem Fall überhaupt bereit zum Aufhören? Will ich überhaupt aufhören? Meine Gesundheit sagt definitiv ja, diese dauernden Infekte machen mich fertig. Andererseits macht mir der Gedanke Angst, nie mehr rauchen zu können. Irgendwie war (oder ist) so eine Kippe ja auch wie eine Freundin (den Vergleich hab ich hier irgendwo gelesen und fand ihn sehr passend für mich - danke dafür) : Sie hat mich vor nervigen Aufgaben motiviert und mich nach anstrengenden Arbeiten belohnt. Sie hat mir zu nötigen Pausen in meinem Alltag geholfen und mich beim Autofahren unterhalten. Sie hat mir die Möglichkeit gegeben, mich aus unangenehmen Situationen unauffällig zu entfernen und mich (im echten Leben bin ich sehr schüchtern) gleichzeitig in Kontakt mit anderen Menschen gebracht. Und auf so eine Freundin soll ich verzichten? Warum eigentlich?

Hat noch jemand die gleichen Gedanken oder hatte sie? Vielleicht kann mir ja jemand helfen, mein Gedankenchaos zu sortieren.

Verwirrte Grüße aus mal wieder einer schlaflosen Nacht, Susee.

Verfasst am: 18. 06. 2022, 10:03
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Hallo Susee, natürlich kann man seine Rituale anpassen. sollte man sogar wenn man sieht, dass es nicht so läuft wie man es wollte. Da ist ja das Schöne hier, man sucht sich das passende aus und testet es dann. Es gibt kein falsch oder richtig, nur ein hilft oder hilft nicht.

Dir ein tolles Wochenende

Viele Grüße

Andreas