Mit Alaaf und Helau rauchfrei werden: der Februarzug 2021

Verfasst am: 14.02.2022, 12:35
AjaintheSky
AjaintheSky
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Hallo ihr Lieben,
auch bei mir hat sich der Rauchstopp gejährt und ich weiß gar nicht wie ich es finden soll, dass der "Jahrestag" im Alltagsgetümmel untergegangen ist.... Jetzt hat mich auf den letzten Metern Omikron erwischt und ich sitze quarantäniert zu Hause, das bedeutet neben Husten und Schniefen auch ein wenig Ruhe diese Zeit vor einem Jahr Revue passieren zu lassen und mich an das Forum zu erinnern, in dem ich so viel Anteilnahme, Unterstützung und Wertschätzung erfahren habe. Wie schön zu sehen, dass sich noch Mitfahrer von damals finden und es euch gut geht!
Wenn ich für mich zurückschaue sehe ich, dass die inneren Kämpfe vorbei sind, ich habe in diesem Jahr viele zähe, konfliktreiche, unüberschaubare und sonstwie antrengende Zeiten durchlebt und (was der frisch Entziehenden im letzten Februar ganz unvorstellbar erschien) tatsächlich auch ganz ohne Nikotin überlebt. Mittlerweile taucht in solchen Situationen nicht mal mehr der Gedanke an Rauchen als Lösungsansatz auf. Was mich manchmal beschäftigt ist eine seltsamen Trauer, die mich leise überkommt in Momenten in denen das Leben voll und schön ist, eine Party, ein feiner Abend mit Freunden, ein tiefes Gespräch. Da taucht so ein melancholisches Gefühl auf, als hätte ich etwas zurückgelassen das mich ausgemacht hat, einen Teil meiner Persönlichkeit verabschiedet. Annie hatte das so schön beschrieben, nur leider habe ich ihr Wort dafür vergessen... es sind nur kurze Momente, die mich auch nicht in Versuchung führen, aber mich trotzdem wehmütig hinterlassen: Vielleicht Verlust einer ganz wörtlich gemeinten leicht-sinnigen Unbeschwertheit, Privileg der Jugend? Rauchen aufhören bedeutet ja irgendwie schon auch sich mit der eigenen Verwundbarkeit und letztendlich auch Vergänglichkeit zu konfrontieren...
Das (und drei Kilo mehr auf der Waage) bleibt ein kleiner Wermutstropfen in einer supergroßartigen Gesamtbilanz: Ganze 20 (!) Tage(!), die ich ansonsten rauchenderweise verschenkt hätte, dazu statistisch betrachtet ein um mehr als drei Monate verlängertes Leben, um Längen bessere Kondition, bessere Haut, besserer Schlaf, mehr Geschmack und mehr Geruch (nicht immer von Vorteil, aber meistens :-)) weniger Stress, Selbstbewusstsein gewachsen, Willenskraft bestärkt und - größtes Geschenk: der Nachwuchs hat nachgezogen und auch aufgehört. Deshalb an alle, die jetzt im Januar- oder Februarzug sitzen, grade sehr kämpfen und das hier vielleicht lesen: Stay strong, es lohnt sich so dermaßen!!

Ganz liebe Grüße
Aja

Verfasst am: 31.01.2022, 23:24
bibra65
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Hallo Andrea,

danke für deine Nachricht und ja, es geht mir ohne Rauchen viel besser, ich bin agiler und meist auch entspannter. Auch gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist es viel besser nicht zu rauchen, weil ich dann doch ab und an einen psychischen Durchhänger habe, und als Nichtmehrraucher kann ich damit viel besser umgehen.
Schön auch, dass die Seite hier wieder geöffnet hat, ich habe die Tage auch mal in andere Nichtraucherforen reingeschaut, aber ganz ehrlich: mit dem hier kein Vergleich...

Dir eine Gute Nacht!

Herzliche Grüße Biba

Verfasst am: 31.01.2022, 21:18
rauchfrei-lotsin-andrea
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Liebe Biba,

Wie schön, dass auch du dich meldest, willkommen zurück. Du hast ja auch bald ein Jahr geschafft, klasse!

Wie geht es dir denn mit deiner mittlerweile erprobten Rauchfreiheit? In welchen Situationen triggert dich eventuell noch ein Auslöser? Und hast du dein Geld bewusst gespart um dir etwas Größeres zu gönnen?

Viel Vergnügen beim Lesen hier "zuhause"
Herzliche Grüße
Andrea

Verfasst am: 31.01.2022, 20:54
bibra65
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Hallo und guten Abend,

ich bin auch noch am Start... wobei der Start ja schon vor fast einem Jahr war, und finde es schön, dass sich hier auch noch 2 andere wieder eingefunden haben.

Habt noch einen schönen Abend, ich schaue in meinem Wohnzimmer mal nach dem Rechten

Liebe Grüße von Biba

Verfasst am: 25.01.2022, 19:25
Annie_Mohn
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Liebe Andrea, danke für deine Nachricht und den Link, da kann ich mich ja dann einklinken.

Ich mache gerade Intervallfasten (16: und komme damit sehr gut zurecht. Schritt für Schritt schraube ich natürlich auch an meiner Ernährung, da hat sich (wahrscheinlich schon vor dem Rauchstopp) etwas viel Fett in meine Gerichte gemogelt. Auch meine Kohlenhydrate könnten langfristig etwas wertvoller werden ... Bewegung und Sport ist nicht meine Baustelle, da ist alles im grünen Bereich.

Atmen tue ich einfach bewusst, achte also gezielt auf meine Atemzüge, wie sich der Bauch hebt und senkt, die Luft beim Einatmen, die Luft beim Ausatmen, die Atemzüge müssen gar nicht besonders tief oder schwer sein.

Außer, dass ich jetzt suchtfrei bin, habe ich körperlich eigentlich nichts bemerkt. Ich hatte ja so viele rauchfreie Phasen und mich zudem sehr gequält in meinen Raucherphasen und trotz immenser Sucht sehr wenig (und heimlich) geraucht. Jahrelang habe ich zudem nur elektrisch "geraucht". Das verursacht zwar auch unschöne Nebenwirkungen, aber nicht so dolle wie "normale" Zigaretten. Hilft halt gar nichts gegen die Sucht an sich. Man stinkt dabei nur nicht.
Aber diese Nikotinsucht war / ist eine schlimme psychische Sucht bei mir, die mich schon mein ganzes Erwachsenenleben verfolgt.
Irgendwie fühlt es sich aber diesmal endgültig an. Klopf aufs Holz.

Ganz liebe Grüße!

Verfasst am: 25.01.2022, 17:57
rauchfrei-lotsin-andrea
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Verfasst am: 25.01.2022, 17:52
rauchfrei-lotsin-andrea
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Zitiert von: Annie_Mohn
Liebe Februar-Zügler, toll, dass sich ein paar schon mal "warmlaufen" für das volle Jahr!
Ich freue mich, wenn sich hier ein paar melden und erzählen, wie es ihnen geht!

Bei mir ist es ja "erst" Mitte des Monates soweit, aber ich bin mir recht sicher, dass ich durchs Ziel laufen werde - allerdings auch schwerer als am Anfang dieser Reise, liebe Schwester S!

Aber ich bin jetzt seit etwa zwei Wochen am Abnehmen und greife tapfer an: sechs Kilo müssen wieder runter!
Das Ganze fühlt sich aber bei Weitem nicht so dringlich wie das Nichtmehrrauchen an (im Übergewicht bin ich immer noch nicht) und ist eher so ne persönliche Challenge und Eitelkeit.

Die Gewichtszunahme ist aber nochmals ein Grund, nicht wieder anzufangen: Eigentlich kann ich mein Gewicht nämlich ganz gut halten, zugenommen habe ich wegen meiner Gelüste nach dem Rauchstopp. Diesen Gelüsten konnte ich wegen einergehender leichten depressiven Verstimmung einfach nicht Herr werden.

Jetzt bin ich richtig gut drauf, meditiere und mache Achtsamkeitsübungen, sehe dem Kilo-Projekt positiv entgegen und bin sehr, sehr froh, dass ich nicht rauchend abnehmen muss. Das würde mich gar nicht freuen, denn dann würde ich das ja wieder zunehmen, wenn ich dann wieder aufhöre ... also, das würde mich total frustrieren, voll das Raucher-kg-Jojo.
So fühlt es sich "nachhaltig" und gesund an.

Ansonsten kommen manchmal schon kleine Anflüge von Sucht, aber die lasse ich mit ein paar Atemzügen an mir vorüberziehen und gleich sind sie wieder verflogen.



Liebe Annie-Mohn,

das ist ja wunderbar, dass auch du dich meldest. Ich war ja auch im Februar-Zug 2021 (als Lotsin) und kann mich noch gut an deinen Namen erinnern. Das wird eine Feierei geben im Februar 2022 und ich hoffe sehr, dass sich nicht nur so erfolgreiche Rauchstoppler melden wie du, sondern auch die, bei denen es nicht so ganz geklappt hat. Neues Jahr, neues Glück.

Prima auch, dass du "nur" sechs Kilo zugenommen hast in der langen Zeit. Und du hörst dich so zuversichtlich an, nach deinem Rauchstopp auch den Bauchstopp zu schaffen. An welchen Stellschrauben drehst du denn beim Essen? Wie packst du es an? Und kennst du unseren Thread zum Thema abnehmen bzw. Gewicht halten? Ich such ihn gleich mal für dich.

Bei deinen so gscheit als Schmachtabwehr gewählten Atemzügen: welche machst du da? Einfach so normale tiefe Atemzüge oder ganz bestimmte Züge mit Mund zuspitzen beim Ausatmen? Interessiert mich.

Welche Verbesserungen merkst du denn sonst an und in deinem Körper? Haut, Zähne, Blutdruck...?

Würde mich sehr freuen, wenn du dich immer wieder meldetest!

Schönen Abend und hoffentlich bis bald
Liebe Grüße
Andrea

Heute Abend ist übrigens wieder Chat von 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Da kannst du deine berechtigte Freude über deinen Rauchstopp-Erfolg auch mit anderen teilen.

Verfasst am: 25.01.2022, 17:32
Annie_Mohn
Annie_Mohn
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Beiträge: 65 Beiträge

Liebe Februar-Zügler, toll, dass sich ein paar schon mal "warmlaufen" für das volle Jahr!
Ich freue mich, wenn sich hier ein paar melden und erzählen, wie es ihnen geht!

Bei mir ist es ja "erst" Mitte des Monates soweit, aber ich bin mir recht sicher, dass ich durchs Ziel laufen werde - allerdings auch schwerer als am Anfang dieser Reise, liebe Schwester S!

Aber ich bin jetzt seit etwa zwei Wochen am Abnehmen und greife tapfer an: sechs Kilo müssen wieder runter!
Das Ganze fühlt sich aber bei Weitem nicht so dringlich wie das Nichtmehrrauchen an (im Übergewicht bin ich immer noch nicht) und ist eher so ne persönliche Challenge und Eitelkeit.

Die Gewichtszunahme ist aber nochmals ein Grund, nicht wieder anzufangen: Eigentlich kann ich mein Gewicht nämlich ganz gut halten, zugenommen habe ich wegen meiner Gelüste nach dem Rauchstopp. Diesen Gelüsten konnte ich wegen einergehender leichten depressiven Verstimmung einfach nicht Herr werden.

Jetzt bin ich richtig gut drauf, meditiere und mache Achtsamkeitsübungen, sehe dem Kilo-Projekt positiv entgegen und bin sehr, sehr froh, dass ich nicht rauchend abnehmen muss. Das würde mich gar nicht freuen, denn dann würde ich das ja wieder zunehmen, wenn ich dann wieder aufhöre ... also, das würde mich total frustrieren, voll das Raucher-kg-Jojo.
So fühlt es sich "nachhaltig" und gesund an.

Ansonsten kommen manchmal schon kleine Anflüge von Sucht, aber die lasse ich mit ein paar Atemzügen an mir vorüberziehen und gleich sind sie wieder verflogen.

Verfasst am: 23.01.2022, 10:34
Chrissy_Bremen
Chrissy_Bremen
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Liebe Sandra,
vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Ein Jahr - toll, dass Du durchhältst. Gerade auch wg. der Infektion mit Corona.
Bei mir jährt sich der Rauchstopp Anfang Mai. Und auch ich kenne Situationen die brenzlig sind. Komme aber wie Du auch schnell drüber hinweg. Ich sage mir, dass die Zigarette kein Problem löst, im Gegenteil ich habe dann wieder ein neues.
Vorher schon, aber mit dem Rauchstopp, habe ich noch andere Verhaltensweisen in meinem Leben verändert. So z.B. meine Ernährung noch mal auf den Prüfstand genommen und einiges optimiert. Mein Arzt hatte mir wg. einer Stoffwechselentgleisung aufgrund von Vitamin D Mangel eine Ernährungsberatung verschrieben. Vielleicht auch etwas für Dich? Die Krankenkasse bezuschusst diese auch.
Und Bewegung: da bin ich bei. Gehe sowieso mit dem Hund regelmäßig raus, aber das reicht nicht. Jetzt, bei dem trüben Wetter finde ich es auch schwierig noch mehr raus zu gehen. Deswegen habe ich mir zu Weihnachten Nordic Walking Stöcke gewünscht und bekommen. Nun muss noch der Schweinehund, der immer vor der Tür hockt zur Seite geschoben werden und dann geht es los! Ich hoffe dann bis zum nächsten Winter das so als Gewohnheit etabliert habe, dass ich dann gar nicht anders mehr kann als zu laufen bzw. zu walken. Mir ist wichtig, den Druck raus zu nehmen. Es braucht eben alles seine Zeit.
Und mit Meditationsübungen komme ich nur mäßig klar, aufgrund meiner Geschichte. Als Alternative habe ich mir Traumreisen geladen, damit geht es mir gut. Und mein Gehirn kommt auch zur Ruhe.
Vlt. war jetzt die eine oder andere Anregung für Dich oder auch für Euch, die Ihr das lest, dabei.
Was für ein schönes Hobby: das Malen. Dachte gerade daran, ob Du Deine Gefühle malen könntest und wie das aussehen würde?
Damit wünsche ich einen schönen Sonntag und würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen!
Christiane

Verfasst am: 23.01.2022, 08:31
SchwesterS
SchwesterS
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Beiträge: 25 Beiträge

Hallo Ihr Lieben,
ich weiß nicht, ob noch jemand hier herein schaut, aber da sich bei mir am 7.2. das Ausstiegsdatum jährt, würde ich zu gern noch einmal hören, wie es euch so geht nach einem Jahr rauchfrei?
Ich hocke gerade mit Corona zu Hause und auch das ist wieder ein Anlaß, heilfroh zu sein über den Entschluß voriges Jahr. Nicht vorstellbar, ich sollte die Infektion hier mit dem damals üblichen Zigarettenkonsum durchstehen -und ich konnte auch bei Infekten nicht aufhören.
Es gibt immer noch Momente, in denen ich plötzlich aus heiterem Himmel eine rauchen möchte. ich gehe dann kurz in mich und frage, was los ist. Oft sind es äußerliche Trigger, oft ist es aber auch Erschöpfung und so ein kleiner "nun ist es auch schon egal"-Anfall. Ich bin bisher jedenfalls immer gut aus diesen Situationen heraus gekommen. Wenn Freunde in meiner Wohnung rauchen, empfinde ich das nun tagelang als ziemlich eklig stinkend.
Ich war nun sogar das erste Mal in einer Nichtraucher-Cocktailbar und es war völlig okay. Ich war früher schon sehr für so richtig stinkige, alte, dreckige Bars in denen man die Hand vor Augen nicht sehen konnte. ;-)
Ich trinke allerdings viel weniger Alkohol seit dem Aufhören mit den Zigaretten.
Einiges fällt mir auch ein Jahr danach noch schwer. Lange an der Staffelei zu sitzen und mich zu konzentrieren seltsamerweise. Dabei hatte ich auch deshalb aufhören wollen, weil ich oft nicht mehr malen konnte, weil ich mich an der Staffelei tot geraucht hatte.
Und ich wiege 12 Kilo mehr als voriges Jahr. Und bisher kann ich mich nicht aufraffen, dagegen anzuschwimmen. Es sind ja leider auch sehr seltsame Zeiten, alles auf das Nikotin zu schieben, wäre auch albern.
Es wäre schön zu hören, wie es euch geht. Habt derweil eine gute Zeit und bleibt gesund -
Sandra.