Yuppie, ich höre auf!!

Verfasst am: 22.05.2016, 12:13
rauchfrei-lotsin-andrea
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Danke für deinen Erfahrungsbericht, liebe Sabine,

und ich finde besonders schön bei dir, dass du dir einen sehr individuellen, speziell auf dich zugeschnittenen Weg in mehreren Schritten erstellst hast. Klasse! Weiterhin viel Erfolg!

Ciao Andrea

Verfasst am: 22.05.2016, 11:47
TanteBiene
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Hallo ihr Lieben,

möchte Euch von meiner Erfahrung mit dem Hypnotiseur berichten:

Er war furchtbar nett und wir haben erstmal 2 Stunden diskutiert. Das, was das Nichtrauchen anbetraf, war exakt das Gleiche, was in diesem Niechtraucherprogramm angesprochen wird (Belohnungen, Ablenkungen, warum rauchen, warum aufhören und all das). Was er noch nicht kannte, war die Idee mit den zwei Gläsern (eines für Belohnungen, eines für Aufgaben). Er hat das dann sofort dankbar in sein Programm aufgenommen. Ich bedanke mich hier also in seinem Namen.

Was ganz toll war, dass ich zum Thema Nichtrauchen gar nichts mehr gebraucht habe, keine Mutmacher, keine Ratschläge... Ich hatte kurz vor meinem Termin nochmal an einer Zigarette gezogen, damit ich weiss, wovon ich rede und damit ich sehe, ob ich damit noch ein Problem habe und der Hypnotiseur damit Arbeit. Kann aber nur sagen, der eine Zug war derart widerlich, dass das allein schon gereicht hat, dass ich jetzt nicht nur zu 100%, sondern zu 1000% überzeugt davon bin, nie wieder zu rauchen. Wir haben uns dann also anderen Problemen gewidmet, ich habe schliesslich noch andere Baustellen und habe es ausgenutzt, mit einem Therapeuten reden zu können.

Jetzt zur eigentlichen Hypnose:

Nach 2 Stunden Diskussion hat er mich dann hypnotisiert. Das beideutet, er hat mir nochmal ganz eindringlich die ganzen Argumente eingetrichtert. Beispielsweise, dass ich, wenn ich Schmacht kriege, laut "Nein" sagen soll und dann an was Schönes denken soll. Und bei der Hypnose soll man sich dann direkt in dieser schönen Situation wiederfinden (ich beispielsweise bei einem Spaziergang am Meer). Ich muss aber leider sagen, dass das bei mir nicht geklappt hat. Ich dachte daran, was ich heute abend zum Essen mache. Vielleicht bin ich nicht der Typ für Hypnose.

Fazit:

Für den, der darauf anspricht, kann es bestimmt funktionieren, hilfreich ist es in jedem Fall. Ich hab es sehr genossen, es hat mich nochmal sehr bestärkt. Aber das, was mir am meisten geholfen hat, war das Gespräch vor der Hypnose. Es hat mir aufgezeigt, wo meine persönlichen Probleme liegen und was ich dagegen tun kann, ohne, wie früher, zu versuchen, sie mit Rauchen abzuschwächen.

Leider hab ich danach doch wieder auf meine "E" zurückgegriffen, obwohl ich ja auch gegen die hypnotisiert worden bin. Macht aber nix, seit heute (6 Wochen ohne Zigarette!!) ist da auch kein Nikotin drin. Phase 3 ist also in Angriff genommen.

Erklärung zu meinen "Phasen", mit denen ich meinen Rauchstopp geplant habe:

Phase 1: Wenige echte Zigaretten und "E" mit Nikotin, >>> abggehakt
Phase 2: Keine echten Zigaretten mehr aber "E" mit Nikotin >>> abgehakt
Phase 3: Nur noch "E" ohne Nikotin >>>> da bin ich jetzt
Phase 4: Gar nichts mehr

Und noch eine gute Nachricht:: Mein Mann hat mir gestanden, dass er total neidisch ist, vor allem deshalb, weil ich ihm nicht auf die Nerven gehe und ihn zu nichts zwinge, dass er ab heute mit Phase 1 anfängt.

So, jetzt hab ich genug geschwafelt

Sitze in der Arbeit (am Sonntag!!!) und es ist schlechtes Wetter. Bin aber mit einer Kollegin, die auch aufhören will, noch eine "E" hat und sich am 1. Juni hypnotisieren lassen will.

Liebe Grüsse von Sabine aus Frankrech

Verfasst am: 20.05.2016, 12:47
TanteBiene
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Hallo Sabine,

lieb von dir, dass du nach mir schaust!

Ja es geht mir ganz gut, ich bin nur furchtbar urlaubsreif, hab aber noch drei harte Wochen zu überstehen bis dahin.
Ich hoffe, dir und deiner Maus gehts auch gut!

In eineinhalb Stunden ist mein berühmter Termin beim Hypnotiseur!!!!! Bin schon ganz aufgeregt.

Damit ich ihm was erzählen kann, hab ich heute glatt einmal an einer Zigarette meiner Kollegin gezogen: Igitt!!!!!
Ich versteh überhaupt nicht mehr, wie ich das Zeug mal rauchen konnte!

Der Hypnotiseur soll mir heute noch die "E" austreiben, die hängt mir schon lang zum Hals raus.

Werde dann berichten, wie's war und ob mein Unterbewusstsein französisch oder doch bayrisch ist
Dann hätt er's schwer der Hypnotiseur!

Liebe Grüsse
Tante Biene

Verfasst am: 13.05.2016, 16:56
rauchfrei-lotsin-andrea
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Biene, deine Selbstüberlistung ist genial. Ich gehe auch oft so mit mir um und handele einen Deal aus.

Glückwunsch zum Erfolg
sagt dir Andrea

Verfasst am: 13.05.2016, 16:51
TanteBiene
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Hallo, hab gestern in meiner Not unter anderem Namen geschrieben "(Hilfe, TanteBien schmachtet" oder so), damit ich auch wirklich ne Antwort krieg.

Gott sei Dank waren auch viele von Euch zur Stelle und haben mich gerettet. Drucke das Resultat aber nochmal in meinem Yuppie-Wohnzimmer ab, damit alles schön beieinander bleibt.

Ausserdem: Vielleicht interessiert ja jemanden mein Selbsterpressungsversuch, der so schön geklappt hat

[color=]"Hallo meine Lieben,

gute Nachricht: ich habe - nicht zuletzt dank Euch - durchgehalten!!!!!!!!!! Yuppie!!!!!!!

Es lag wohl auch dran, dass ich einen Teil der Zigaretten gestern meiner Kollegin gegeben habe und dann zuschauen musste, wie sie "meine" Zigaretten geraucht hat. Ist zwar Blödsinn, so zu denken, aber so funktioniert halt wohl ein Raucherhirn. Sie wollte mir aber nicht alle auf einmal abnehmen. Ich werde sie aber schon noch loswerden, keine Sorge.

Wie ich widerstanden hab: Mit Selbstüberlistung: Ich habe ja mit mir ausgemacht, dass ich von dem Zigarettengeld Wolle kaufe und einen neuen Pullover stricke. Stricken darf ich aber nur, wenn ich nicht rauche. Da hab ich mich dann selbst erpresst: Wenn du jetzt rauchst, darfst du nicht weiterstricken. Da ich aber unbedingt ein neues Muster anfangen wollte, hab ich also nicht geraucht, sondern gestrickt. Der icon_evil.gif hat ganz schön blöd geschaut, er hat ja gemeint, jetzt hat er mich im Kasten. Hä!!

Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum: Ich war wieder 17 und bei meinen Eltern. Die gingen gerade fort und so war das mein Zeichen, schnell eine zu rauchen (ich hab damals ja immer heimlich geraucht). Ich verstecke mich also, damit mich wirklich niemand sieht und verpetzen kann, zieh die Zigarette raus und zünde sie an (ich weiss nicht, wie ich das gemacht hab, denn ich hatte sie nicht im Mund!) Auf einmal kriege ich einen Riesenschreck und denke: Mensch, du wolltest doch nicht mehr rauchen! Was werden denn meine Forumsfreunde sagen?! Ich hab also die Zigarette in der Hand behalten und habe ihr dabei zugeschaut, wie sie sich alleine geraucht hat. Danach war ich total erleichtert.

Vielleicht muss ich auch ein bisschen schmachten, weil ich dann immer sooo liebe Zuschriften kriege. Das mag ich doch so gerne"[/color]Smile_Umarmung.gifTanzende_Pinguine.png

Verfasst am: 10.05.2016, 04:14
sonja36
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Liebe Biene,
zum Thema Antidepressiva fällt mir auch was ein, aber um das zu erörtern, muss ich richtig wach sein.
Bis dahin herzlichen Glückwunsch zum ersten rauchfreien Monat und einen schönen 30. Tag.

LG
Sonja

Verfasst am: 09.05.2016, 22:15
TanteBiene
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Hallo Sonja,

wenn ich so recht nachdenke, dann fällt mir ein, dass ich ja ein paar Jahre lang Antidepressiva genommen habe, weil ich so genervt war. Die haben mich schön beruhigt, schon wahr, aber ich habe sie genommen und dazu geraucht. Das ist ja eigentlich total blöd. Ich hab sie aber vor einem Jahr selber wieder abgesetzt.

Jetzt fühle ich mich jetzt viel "echter". Manchmal muss man sich halt aufregen, das ist ja normal, also wieso Tabletten nehmen und/oder rauchen, um Gefühle zu kaschieren oder zu unterdrücken?

Ich hab jedenfalls meinen Pullover wieder neu angefangen, pass jetzt halt besser auf, damit mir kein so blöder Fehler wie gestern wieder passiert, und bin bloss froh, dass das alles ohne Rauchen abgelaufen ist!!

Ha, Yuppie, wieder mal eine Runde gegen den gewonnen!!

Verfasst am: 09.05.2016, 21:16
sonja36
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Oh, liebe Tante Biene,
Du hast es ja im Moment wirklich nicht leicht. Aber wer hat das schon.
Erst mal die einfachen Sachen: Die doofen Blähungen sind bei mir zumindest ersatzlos verschwunden, etwa zu der Zeit, als ich endlich ein Naturmittel dagegen besorgt hatte (ca. zwischen 25. und 35. Tag, genau weiß ich nicht mehr, nur dass das Zeug noch rumliegt), also nur Geduld.

Das ich dieses Wort mal in den Mund nehmen würde, hätte ich auch nicht geglaubt, was uns nahtlos zu den Wutanfällen bringt: damit kämpfe ich auch nach wie vor und wenn ich richtig beobachte auf ähnliche Weise wie Du.

Wir schimpfen und toben ja nicht, weil wir nicht rauchen wollen, nein, niemals, sondern, weil Dich die Kinder nerven, weil mich neuerdings Allergie plagt, weil in Deinem Pullover eine Masche falsch geraten ist, weil mein Nachbar den Rasen mäht, weil es regnet etc. pp.

Das sind alles Sachen, die uns auch normaler- und nichtrauchenderweise stören und wir vergessen vielleicht (ich bestimmt) manchmal, das die Heftigkeit der Reaktion dem Rauchentzug geschuldet ist. Ich zumindest will in solchen Momenten nicht rauchen, ich will in heiligem gerechten Zorn schreien und toben.blassen:
Also muss ich mich dreimal täglich am Schlafittchen nehmen und das Rauchstopmantra sprechen:
Ohhmm, das ist es nicht wert, Ohhmm, das ist der Entzug, Ohmm, das vergeht
Manchmal klappt's, meistens nicht und da bist Du mir einen guten Schritt voraus, weil Du offenbar die Verbindung zwischen Wut und Depression einerseits und dem Stolz, auch in solchen Situationen nicht rauchen zu wollen andererseits gut gestärkt hast. Da übe ich noch!

Also, Du hast allen Grund, mit Stolz auf Deinen ersten rauchfreien Monat (morgen) zurückzublicken und wir werden allesamt mit Geduld und Spucke weiteren glorreichen rauchfreien Zeiten entgegenwatscheln, immer einen Schritt nach dem anderen.
LG
Sonja

Verfasst am: 09.05.2016, 20:09
TanteBiene
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Halt noch was: Nachdem ich am Freitag so aufgeblasen war, dass ich kaum noch in eine Jogginghose gepasst habe, war ich ganz verzweifelt, denn ich dachte echt, ich bleib jetzt so und das ist alles Fett.
Gott sei Dank war ich am Samstagmorgen wieder geschrumpft. Also das nächste Mal mach ich mir keine Sorgen mehr. Ausser ich hab so viel Luft im Bauch, dass ich abhebe und davonfliege

Verfasst am: 09.05.2016, 19:21
TanteBiene
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Liebe bayerische Biene, liebe Lydia und lieber Rest,

danke für die Glückwünsche. Morgen werde ich mal so richtig stolz sein: Da hab ich einen ganzen Monat zusammen!

Gestern hatte ich einen besch... Tag: Muttertag. Das heisst für mich, dass ich es aushalten muss, NICHTS von meinen Kindern zu hören. Ich habe sie ja damals "verlassen", als ich nach Frankreich ausgewandert bin, und das muss ich halt büssen. Ich weiss das ja, es ist jedes Jahr das Gleiche, und hab mir schon mal was Schönes vorgenommen: Den zweiten "rauchfreien" Pulli angefangen (der erste, den ich in meiner Nichtraucherzeit angefangen habe, ist am Samstag fertig geworden). Hab also den ganzen Tag gestrickt, alles super, aber dann ging's dahin: Es hat den ganzen Tag geregnet wie aus Kannen, der Muttertag hat genagt und genagt, und dann hab ich mich verstrickt...
Ich hab dann einen solchen Tobsuchtsanfall gekriegt, dass ich das bisher Gestrickte in kleine Teile zerschnitten habe und in den Abfall geschmissen hab. Danach war ich einfacht nur noch deprimiert.

[color=red]Ich hab aber nicht geraucht!!![/color]

Hab dagegen mal wieder gesehen, dass auch die mieseste Stimmung auszuhalten ist, und 'ne Zigarette hätte meine Laune bestimmt auch nicht verbessert, ganz im Gegenteil.

Dieser deprimierte Zustand hat heute den ganzen Vormittag noch angehalten. Dann bin ich ins Schwimmbad gegangen, das tut mir immer gut. Nach der Arbeit hab ich meinen Pullover neu angefangen. Es geht wieder aufwärts mit meiner Laune, aber nur langsam. Der Muttertag ist vorbei, aber regnen tut es immer noch und es ist keine Aussicht auf Besserung in Sicht. Und das in Südfrankreich. So eine Schweinerei aber auch...

Meine grösste Freude heute war, dass Butterblume Claudia wieder mitwatschelt. Ihr habe ich es ja irgendwie zu verdanken, dass ich nunmehr seit einem Monat rauchfrei bin.

Also nochmal vielen Dank und ganz liebe Grüsse von Tante Biene