Ein Tagebuch

Verfasst am: 31.08.2023, 12:47
Lealein91
Lealein91
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Beiträge: 266 Beiträge

Hallo Klaus,

ich les deinen Text und würde so gern irgendetwas hilfreiches sagen, dass du dich besser fühlst, aber ich bin selbst momentan so down, dass ich niemanden motivieren kann. Was ich aber sagen kann: fühl ich. stehen wir hier alle gemeinsam durch. Anhand der Kommentare von den anderen alten Hasen hier, wird es wohl irgendwann besser werden. Nicht die Flügel hängen lassen!

Verfasst am: 31.08.2023, 12:37
Rubinrot
Rubinrot
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Beiträge: 343 Beiträge

Hallo Klaus.....

ohne Rauchen wird weniger Adrenalin ausgeschüttet, was zu Müdigkeit führt. Vllt. kannst Dich zu einem Spaziergang an der frischen Luft aufraffen?

Rauchfreie Grüße

Verfasst am: 31.08.2023, 11:18
Jutta M
Jutta M
Dabei seit: 16. 11. 2022
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Beiträge: 673 Beiträge

Hallo Klaus,

dein Text und was du über deine Mutter geschrieben hast, hat mich sehr fasziniert. Meine Mutter ist leider letztes Jahr mit 91 Jahren in ihrem Haus gestorben. Ich glaube, sie hatte zuletzt ihren Lebensmut verloren, weil sie erkannte, dass sie vielleicht doch nicht mehr in ihrem Haus bleiben könnte. Schön, dass deine Mutter sich ins Leben zurückgekämpft hat.

Freudlosig- und Antriebslosigkeit sind Anzeichen für eine depressive Verstimmung. Depressive Verstimmungen können in den ersten drei Monaten nach dem Rauchstopp häufig auftreten.

Ich bin jetzt 8 Monate rauchfrei und habe immer noch ein ausgeprägtes Morgentief. Da muss ich mich regelrecht aus einer grauen Wolke kämpfen, bis es mir besser geht. Zum Glück kann ich Homeoffice machen und muss nicht um 9 Uhr in einem Büro sein. Dass das bei mir so lange dauert, hat mit dem Rauchstopp an sich nichts mehr zu tun. Ich nehme zurzeit keine Antidepressiva, habe aber regelmäßig Termine bei einem Psychiater, mit dem ich das weitere Vorgehen bespreche. Sollte die Depression schlimmer werden, wären Antidepressiva auch eine Option.

Rauchen ist keine Option. Denn ich möchte nicht, dass mein Selbstwertgefühl darunter leidet, dass ich wieder zur Zigarette greife. Und ich kann trotz "grauer Wolke" die Vorteile des Nichtmehrrauchens sehen. Es ist wichtig, sich die Vorteile des Nichtmehrrauchens immer wieder bewusst zu machen.

Heute habe ich um 12 Uhr einen Termin beim Friseur, das heitert mich hoffentlich auf

Viele Grüße von Jutta

Verfasst am: 31.08.2023, 10:48
Unbekannt
Entfernter Beitrag von gelöschtem Nutzer oder Nutzerin
Verfasst am: 31.08.2023, 10:09
rauchfrei-lotse-klaus
rauchfrei-lotse-klaus
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Tag 17 Donnerstag

Ich musste heute morgen an meine Mama denken.
Nachdem sie mit 92 ihren 1. Schlaganfall hatte,
ist sie jeden Tag unermüdlich mit dem Rollator gelaufen.
Sie wollte unbedingt wieder fit werden.
Der Gedanke, nicht mehr alleine zu Hause zurechtzukommen hat sie angetrieben.

Was mich gerade antreibt weiß ich nicht so genau.
Mir tut alles weh und meine Laune ist im Keller.
Vor Allem bin ich unglaublich müde,
Soviel schlafen und durchhängen ist doch nicht normal.

Normal ist gerade gar nichts. So richtig freuen kann ich mich auch nicht.
Alle feiern hier ihre Schnapszahlen.
Ich gönne ihnen das von Herzen.
Nur ich selber kann damit nichts anfangen.
Es erreicht mich überhaupt nicht,
Tag 10, 14 , 16 .... geht mir irgendwie am Arsch vorbei.

Tut mir leid,, wenn das hier jemand liest ....
das ist nicht für euch.
Das ist der Müll aus meiner Seele.

Vielleicht suche ich ja auch jemanden, mit dem ich meinen Schlamassel teilen kann.
Vermutlich kann ich das alleine gar nicht so dicht an mich heranlassen.
Ich schreibe recht viel hier in diesem Forum.
Kalt, nass und grau ist es auch noch da draußen.
Bääääääh!

Verfasst am: 30.08.2023, 13:52
Frank_K
Frank_K
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Servus, Klaus,

2 x 2 hast Du nun auf dem Zähler - zwei Wochen und zwei Tage oben drauf. Eine stolze Leistung, zu der Du Dir da gratulieren darfst.

Wenn die Schmacht kommt - und das tut sie regelmäßig - hilft bei mir, sie mit Wasser runterzuschlucken. Das ist auch weniger schmerzfrei als Fußtrtte gegen Bordsteinkanten. Wobei - Schmerzen können vom Entzug ablenken.

Auch depressive Löcher im psychischen Entzug sind normal. Kann bis zu 10 Wochen dauern, bis Du da durch bist. Irgendwie will uns unser Körper dann doch ein Stück weit bestrafen für das, was wir ihm in den letzten Jahrzehnten angetan haben. Behalte diesen Entzug in Erinnerung als Abschreckung gegen die manchmal allzu zart daherkommmende Versuchung.

Wenn Du schlafen kannst, dann schlafe. Es kann auch eine Phase kommen, wo das mal nicht mehr so gut geht.

Mit dem Nichtmehrrauchen in der Arbeit hatte ich die wenigsten Probleme. Einfach nicht mehr (mit) zu Raucherplatz gehen. Der Rest ergibt sich dann fast von selbst. Nur der Raucherplatz-Ratsch mit Kollegen u.a. - der wird Dir fehlen. Aber auch daran kann man sich gewöhnen.

Ciao, Frank

P.S.: An Schnapszahlen wage ich auch noch keine Gedanken verschwenden. Erst einmal will die Monatsgrenze geschafft werden.

Verfasst am: 30.08.2023, 10:45
rauchfrei-lotse-klaus
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Themenersteller/in
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Tag 16 Mittwoch

Ich bin sehr oft müde in den letzten Tagen.
Auch gereizt und schlecht gelaunt.
Gestern erzählte mir jemand
wie man am Besten gegen Entzugserscheinungen vorgeht.
Einfach solange gegen den Bordstein treten, bis man keine Lust mehr auf eine Zigarette hat.
Als ich ihn fragte, ob er schon mal geraucht hätte, grinste er und schüttelte mit dem Kopf.

Ich muss an die vielen Menschen hier denken.
Alle kämpfen um ein Stück Freiheit und auch um ihre Gesundheit.
Und alle haben so ihre Probleme damit.
Probleme........ Meine nehmen gerade zu.
Auch wegen der Stimmungsschwankungen.
Heute tauchte im Forum die Frage auf, ob wir hier mit Depressionen zu tun haben.
Ja, kann gut sein das es sowas ist.

Ganz weit weg sind für mich hier im Forum die Seiten über Schnapszahlen.
Ja, toll das es da um 111 Tage oder 555 Tage geht.
Kommt mir gerade unerreichbar vor.
Wo sind eigentlich die ganzen Anderen?
Über die Jahre waren doch über 200.000 hier.
Alles taffe Menschen, die kein Wort darüber verlieren und ihr Ding einfach durchziehen?
Und ich gehöre zu den Zittrigen die sich jeden Tag in die Hose machen?!

Heute morgen las ich, das es Tabakologen in Belgien gibt.
Das sind Menschen mit einer therapeutischen Ausbildung,
die Tabak Aussteigern helfen, ihre Sucht loszuwerden.
Die gíbt es deswegen, weil die Methode mit der ich das gerade versuche
nicht besonders erfolgreich ist.
Die Rückfallquote ist extrem hoch.
Hmm, das ermuntert nicht besonders.

Diese Müdigkeit. Ich schlafe jeden Nachmittag 2 bis 3 Stunden.
Ab nächste Woche werde ich wieder arbeiten, da geht das nicht mehr.
Große Prüfung. Während der Arbeit habe ich am meisten geraucht.
Keine Ahnung wie das werden soll.

Verfasst am: 29.08.2023, 21:25
Kaozqueen
Kaozqueen
Dabei seit: 27. 08. 2023
Rauchfrei seit: 274 Tagen
Beiträge: 6 Beiträge

Hey,
vielen Dank für deinen Besuch in meinem Wohnzimmer, du warst mein allererster Gast!
Und jetzt hab ich mich endlich mal zum Gegenbesuch aufgerafft.
Ich bleibe auf einen Kaffee und wundere mich einfach immer noch, dass der tatsächlich doch auch ohne Zigarette schmeckt.
Bis bald
Angelika

Verfasst am: 29.08.2023, 11:28
Trudelinse
Trudelinse
Dabei seit: 19. 08. 2023
Rauchfrei seit: 278 Tagen
Beiträge: 340 Beiträge

Hey Klaus,
jetzt habe ich auch mal in deinem Wohnzimmer vorbei geschaut.
Eine tolle Idee, deinen Ausstieg als Tagebuch festzuhalten und mit uns zu teilen!
Du schreibst super!!!
Die ersten 15 Tage hast du geschafft und mit deiner jetzigen Einstellung und Stärke kannst du etwas wirklich Großes für dich und deine Gesundheit schaffen.
STOP- Du wirst es schaffen, das glaube ich ganz fest!!!

Verfasst am: 29.08.2023, 08:43
rauchfrei-lotse-klaus
rauchfrei-lotse-klaus
Themenersteller/in
Dabei seit: 20. 08. 2023
Rauchfrei seit: 282 Tagen
Beiträge: 3298 Beiträge

Tag 15 Dienstag

Bin heute wach geworden und hatte NICHT im Kopf eine Zigarette zu rauchen.
Das war immer der 1. Schritt!

Wach werden
Ins Bad ... rasieren, Zähne putzen, duschen
Dann an den Schreibtisch, Zeitung lesen, E-Mails lesen und zwei, drei Zigaretten rauchen.
Kleiner Spaziergang zum Bäcker
Dann Kaffee und was zu essen.
Danach wieder Schreibtisch und weiter rauchen.

Heute lese ich Zeitung ohne Zigarette.
Da lese ich über den Klimawandel.

Ich denke der Klimawandel funktioniert so ähnlich wie die Tabak Sucht.
Ich muss das etwas erklären.

Als die Zigarette eingeführt wurde, rauchten die Menschen und fanden das super!.
Irgendwann schlugen die Wissenschaftler Alarm. Das Rauchen von Tabak ist schädlich,
und verursacht ganz furchtbare Krankheiten. Die Werbung wurde verboten, Zigaretten teuer gemacht an alle wurde appelliert: Hört auf zu rauchen. Fangt es gar nicht an.

Als die Dampfmaschine, Zentralheizungen, Kreuzfahrten, Autos, die Satelliten, Flugzeuge, Swimmungpools, Plastik, Computer, Smart-Phones und 1000 andere technische Erfindungen auf die Welt kamen, fanden wir das toll und haben das alles fleißig genutzt.

Irgendwann schlugen die Wissenschaftler Alarm.
Hey, da passiert etwas. Das wird euch nicht gefallen.
Hört auf damit, lasst es sein.
Unser Planet wird ganz furchtbar krank davon.

Ich frage mich, wenn es uns schon so schwer fällt,
uns um unsere eigene Gesundheit zu kümmern,
wie soll das mit dem Klima und dem Planeten funktionieren?

Wir kämpfen hier alle um jeden Tag ohne Tabak.
Und wir hoffen, das unser Körper ohne Lungenkrebs davon kommt.

Müssten wir nicht genauso für unseren Planeten kämpfen?
Und dann hoffen, das unsere Kinder / Enkel
noch ein gutes Leben auf einem gesunden Planeten haben werden.

Ich glaube, darüber muss ich noch weiter nachdenken.

Jetzt erstmal zum Bäcker!