Rauchfrei in den Sommer- Junizug 2020

Verfasst am: 22.06.2020, 08:56
janacpunkt
janacpunkt
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Guten Morgen allerseits.

Tag 17! WOW - ich bin selber total von mir begeistert.
Es gibt halt Momente da würde ich glaub so ziemlich alles für eine Zigarette tun, aber ich bleib tapfer. Ich denk mir dann halt immer wie DUMM es jetzt wäre eine zu rauchen. Dann wären die letzten Tage ja total sinnlos gewesen und die Quälerei der ersten Tage fängt wieder von vorne an. Ich bin ja schließlich sehr froh soweit gekommen zu sein!
Tatsächlich freue ich mich jeden Morgen wie ein Schnitzel wenn ich von dem Abreißkalender ein Kalenderblatt abreißen kann (Der Kalender aus dem BZgA Paket).

Am Samstag hab ich auch meine Feuertaufe überstanden! Ein Corona-gerechter Junggesellinnenabschied. Viel Alkohol und gute Stimmung und glücklicherweise nur eine Raucherin, die auf der anderen Seite des Tisches saß. Im Vorfeld hab ich auch alle informiert, dass ich seit zwei Wochen rauchfrei bin.
Es hat auch echt erstaunlich gut geklappt. Klar hätte ich echt gerne ein paar Zigaretten geraucht, aber wäre ja doof gewesen es zu tun. Mein Kater war au gar nicht so schlimm am nächsten Tag. Das sagen tatsächlich recht viele, das der Tag nach dem Suff gar nicht mehr so arg ist wie mit Zigaretten feiern zu gehen.

Ich hab momentan nur das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Die Orga vom JGA lief über meinen Tisch und das auch alles ziemlich kurzfristig weil man ja nicht wusste ob überhaupt geheiratet wird.
Deswegen hatte ich auch die letzten Tage nicht geschrieben. Ich hab probiert mich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren damit ich auch nichts vergesse, da bleiben so Dinge wie das Forum leider etwas auf der Strecke.

Ansonsten habe ich festgestellt, dass Salzstangen besser helfen als Schokolade und Kaugummis unverzichtbar geworden sind. Hauptsache Mund und Hände sind beschäftigt ;-)

@Smosa - mir ging es ähnlich die ersten Tage. Total hibbelig - furchtbar - Ich glaube Ldyia hat mir den Tipp gegeben ein paar Atemübungen zu machen. Mal kurz innehalten und sich zu konzentrieren hilft tatsächlich ganz gut.

@Simran - du schaffst das - du bist bei Tag 8! Das Gröbste ist doch geschafft. Du sagst ja selber, dass du jetzt wieder besser schläfst. Überleg dir mal du würdest jetzt eine rauchen, dann wieder aufhören und dann würdest du wieder so schlecht schlafen wie am Anfang, das doch Sche***. Die nächsten Nächte werden bestimmt noch besser!

@Sternentanz55 - Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Einfach eine rauchen - wäre schon geil aber bringt ja nix. Bei Tag 12 von den Tagestipps gibts ein paar gute Tipps wie man sich in gewissen Situationen verhalten kann (Tipps gegen die Genusszigarette https://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/tagesansicht/tag-12/var-vertiefung-exit12-b32/ )

Allen anderen viel Erfolg auf der Reise. Wir schaffen das :-)

Ob es eine Idee ist eine Whatsapp Gruppe zu gründen um sich gegenseitig zu unterstützen ? Da ist man mal schneller dabei als hier im Forum ?

LG und allen eine Schmachtfreie Woche
Jana

Verfasst am: 22.06.2020, 12:15
Unbekannt
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Verfasst am: 22.06.2020, 13:08
miezhaus
miezhaus
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Beiträge: 4214 Beiträge

Ein freundliches Hallo in den Junizug, liebe Mitreisende,

den Mitfahrern ein großes Kompliment für ihr Durchhalten, den bereits aus der Raucherkarriere Ausgestiegenen ein dickes Lob für den vollzogenen Absprung und den Neureisenden und evtl noch Vorbereitenden ein herzliches Willkommen! Ich freue mich wie immer, jeden einzelnen von Euch hier zu sehen.

Wie schon bei der letzten Fahrkartenkontrolle greife ich einige Themen auf, die ich in Euren Reiseunterlagen gefunden habe, damit sich jeder in die Stichpunkte einlesen kann, die ihn vielleicht (auch) betreffen oder interessieren.

Schlafstörungen sind keine unbekannte Nebenwirkung der Entwöhnung. Viele hier beschreiben diese mehr oder weniger ausgeprägt. Sie ist der Umstellung sämtlicher Körperfunktionen, des Stoffwechsels, der Entgiftung, auch geistiger, psychischer Vorgänge im Zusammenhang mit der Entwöhnung geschuldet - da geht insgesamt schließlich einiges durcheinander im Vergleich zu vorher, das sich jetzt erst langsam wieder ordnet. Dabei kann der gewohnte Schlafrhythmus schon auch mal flöten gehen. Wie es jedoch mit Entzugserscheinungen so ist, regulieren sie sich im Normalfall mit der Zeit von selber. Die meisten von Euch Mitfahrern kennen inzwischen ja mein Angebot, diese für den Moment einfach anzunehmen, immerhin signalisieren sie Veränderung und Suchtbewältigung! Doch wenn es zu unbequem wird, dürft Ihr Euch selbstverständlich behelfen. Bewährt haben sich zum Beispiel Baldriantropfen, -perlen oder -tabletten aus der Drogerie oder Apotheke. Sie sind rein pflanzlich und machen nicht abhängig. Auch beruhigende Tees mit Baldrian oder Melisse sind einen Versuch wert, oder ein abendliches warmes Bad mit Melissen- oder Lavendelessenzen. Viele unserer Großmütter haben auf heiße Milch mit Honig geschworen, warum nicht ausprobieren? Magnesiummangel - möglicherweise auch entzugsbedingt - kann auch zu Unregelmäßigkeiten beim Schlaf führen, dagegen helfen Brausetablette aus ebenfalls der Drogerie oder Apotheke. Doch wie gesagt - bitte grämt Euch nicht, diese Entzugserscheinung nivelliert sich im Laufe der Zeit von selber. Nehmt sie an, gönnt Euch Pausen, mit dem guten Gefühl, daß sie Auswirkungen guter und gesunder Veränderungen sind.

Dasselbe gilt für Launenhaftigkeit und Wechselbäder der Gefühle. Auch diese gleichen sich mit der Zeit wieder aus. Diese Launen kenne ich auch, war bisweilen gereizt und nicht gerade der Sonnenschein in Person. Überlegt Euch hier, ob Ihr die Menschen um Euch nicht vielleicht mit in Euer Rauchfrei-Boot holen und um etwas Nachsicht bitten könnt. Revanchiert Euch von Zeit zu Zeit, verteilt Gummibärchen, bringt Kuchen ins Büro, serviert der Familie das Lieblingsessen, dann ist das Gefühl und das Gewissen nicht so schlecht. Und auch hier: nehmt es an, liebe Aufhörer, Ihr findet auch wieder zu Eurer Mitte. Und für Euch selber - schimpft, jammert, poltert, im stillen Kämmerlein oder hier im Forum; sich den Frust von der Seele schreiben tut auch mal gut. Und viele hier wissen, warum Ihr das tut oder tun müßt! Ich mußte es auch und es hat mir bisweilen sicherlich den Rauchfrei-Hals gerettet. Also her mit Eurem Frust, hier ist er gut angebaut und keiner ist allein damit.

Psyche Ein ganz wichtiges Thema für die Entwöhnung, insbesondere dann, wenn man psychische Themen hat. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, daß der Rauchstopp schon mal dazu führen kann, daß die schlechte Laune, die Niedergeschlagenheit, die manche empfinden, wie beim Verlust eines Freundes (wobei Nikotin ein sehr, sehr trügerischer und falscher Freund ist, der nur am eigenen Überleben interessiert ist und Euch den Preis dafür zahlen läßt - wäre dies ein Mensch, so hättet Ihr ihn schon längst aus seinem Leben verbannt oder????), der Frust über die Mißempfindungen durch die Entwöhnung schon mal in eine so niedergedrückte Stimmung münden, daß man von einer depressiven Verstimmung schon reden kann. Ich möchte diese auch nicht kleinreden, sie fühlt sich scheußlich an und ist nicht schön, doch eine so bezeichnete Stimmungsschwankung vergeht nach einiger Zeit wieder. Sollte sie gefühlt zu lange dauern und Leidensdruck verursachen, sollte und darf man sich indes jederzeit an den Arzt des Vertrauens wenden, um mit ihm zu besprechen, ob nicht vielleicht weitergehende Hilfsmaßnahmen, vielleicht auch nur vorübergehender Natur, angebracht wären. Keiner sollte über Gebühr leiden müssen.

Bei einer als Depression bezeichneten Erkrankung schaut es anders aus. Da sollten die behandelnden Ärzte in jedem Fall ins Bild gesetzt werden, wenn der Rauchstopp durchgezogen wird. Natürlich kann, soll, darf jeder Aufhörer seine eigene Entscheidung bezüglich des Rauchstopps und des Zeitpunktes dafür treffen, und wir Foris hier sind gerne an Eurer Seite und begleiten Euch. Aber dennoch sollten die behandelnden Mediziner auf jeden Fall eingeweiht werden, um angemessen und kompetent reagieren zu können, wenn die Entwöhnung Euch doch mehr abverlangen sollte als gedacht. Bitte nehmt das auch an. Denn sie kennen Euch und Eure Patientengeschichte und können da direkter und maßgeschneiderter reagieren als wir hier.

Aber so oder so: Hut ab und großen Respekt für die Entscheidung, trotz widriger Stimmungen, woraus auch immer sie resultieren mögen, den Rauchstopp durchzuziehen. Den Weg gehe ich doch gerne mit Euch.

Zeitfaktor Ich lese sehr oft, nicht nur bei den Mitfahrern im Junizug, daß sich die Aufhörer fragen, wie lange es wohl dauern mag, bis es "besser" oder "vorbei" ist... Der Nichtmehrraucherpapst Allan Carr, ich zitiere ihn gerne, vielleicht habt Ihr es schon mal gelesen, hat die Regel von den drei Tagen, drei Wochen, drei Monaten geprägt. Gemeint hat er damit, daß um diese Zeiträume herum nach dem Rauchstopp fühlbare Veränderungen für den Nichtmehrraucher eintreten. Die fallen nicht bei jedem gleich aus, auch sind die Phasen nicht für jeden gleichermaßen fühlbar, doch im Großen und Ganzen, ist da schon was dran. Bei manchen beginnen die Entzugerscheinungen so um den dritten Tag herum. Manche haben furchtbare drei Wochen nach dem Rauchstopp, danach wird es leichter. Manche (so wie ich) eiern sich durch die Entwöhnung, um nach drei Monaten (bei mir waren es vier) durch eine fulminante Krise zu müssen, die den Schlußpunkt der Entwöhnung markiert. Also das, was einige zu Beginn empfinden, hatte ich zum Schluß hin. Und obwohl weder die Zeiten, noch das Erleben in Stein gemeißelt sind, so kann man doch ungefähr sagen, so nach drei bis vier Monaten ist der Entzug in den aller- allermeisten Fällen überstanden. Das hört sich jetzt erstmal viel an. Aber: viele von uns haben Jahre-, sogar Jahrzehnte lang geraucht und die Sucht gefüttert. Daß man das nicht innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen aus dem Leib bekommt, ist klar. Und für diese Jahrzehnte, und die auf die wir noch hinarbeiten, sind drei oder vier Monate doch wenig oder? Der Preis ist nicht zu hoch Leute! Und es hat ja nicht jeder gleichermaßen zu allen Phasen schwer, wir alle verspüren zwischenzeitlich Erleichterungen, die uns Kraft schöpfen lassen. Und so ist es zu schaffen. Es gibt Phasen, die uns schon mal die Freiheit schnuppern lassen, die am Ende auf uns wartet, auch wenn es zu Zeiten schwer fallen mag daran zu glauben. Aber es ist so liebe Mitfahrer! Laßt Euch nicht entmutigen. Die Zeit geht ins Land, jeder rauchfreie Tag arbeitet für Euch (auch wenn er nicht so klasse war). Einen Tag nach dem andern, heute rauchen wir nicht!

Nikotinersatz Finde ich ein absolut probates Mittel, um den Rauchstopp zu entzerren. Hiermit wird erst der psychische Entzug, die Verhaltensänderung vorangestellt, dann erst vom Stoff selbst entzogen. Geeignet ist es vor allem für stärkere Raucher. Ich stelle Euch mal bereit, was diese Seite hierzu an Infos zur Verfügung stellt:

http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/methoden-zum-rauchstopp/nikotinersatztherapie/

Verwendet werden sollten sie immer genau nach Anweisung des Arztes oder Apothekers und nicht zu kurz. Und ganz wichtig: das Schaffen neuer, rauchfreier Routinen müssen die Aufhörer trotzdem selber bewältigen, denn wenn die Verknüpfungen bestimmter Situationen mit der Zigarette im Kopf nicht gelöst werden, so können diese nach dem Absetzen des Nikotinersatzes das Rauchverlangen wieder triggern.

Wo ich jedoch vorsichtig wäre, ist mit ihnen anzufangen, wenn man schon länger als ein paar Tage rauchfrei ist. Die Entgiftung ist bereits nach sieben bis längstens zehn Tage abgeschlossen, Nikotin und andere Gifte sind bereits aus Deinem Körper ausgeschleust. Erst nach Beginn der Abstinenz mit Nikotinpräparaten zu schießen würde bedeuten, ihm dieses wieder zuzuführen. Was nunmehr bewältigt werden will, ist die psychische Sucht. Sie sollten zu Beginn der Abstinenz angesetzt werden. Arzt oder Apotheker können beraten.

Eine Frage, die im Forum oft gestellt wird, und die auch hier im Zug schon angesprochen wurde, ist folgende: warum habe ich es geschafft, während der Schwangerschaft komplett und ganz easy nicht zu rauchen, habe jedoch danach wieder angefangen und fällt es mir jetzt so schwer (eine Frage die naturgemäß eher Damen betrifft, wenn ich das so richtig kombiniere.........). Das Geheimnis ist auch hier die Psyche: Die Aufhörerin hat während ihrer Schwangerschaft einfach keine Entwöhnung vollzogen. Routinen geändert vielleicht, jedoch mit Augenmerk auf das ungeborene Kind und nicht hinsichtlich einer Entwöhnung. Vielleicht hat sie sich gar nicht vorgenommen, ganz mit dem Rauche aufzuhören. Und bei vielen Frauen tritt die Sucht hinter den neuen hormonellen und psychischen Umständen einfach zurück, verhält sich ruhig, warum also die Suchtproblematik anfassen. Man hört für das Kind auf, das ist auch sehr verantwortungsbewußt und großartig, jedoch nicht im Hinblick auf eine dauerhafte Rauchfreiheit. Und deshalb ist sie auch nicht dauerhaft, und weil man sich nicht ernsthaft vorgenommen hat, gar nicht mehr zu rauchen, macht einem das auch eher weniger Streß.

Man kann sich diese Erkenntnis jedoch zunutze machen - und dies gilt übrigens auch für unsere männlichen Zugreisenden: Man muß sich doch eigentlich gar nicht darauf fokussieren, ab jetzt sofort für immer aufzuhören, stimmts? Das ist irgendwie so lang, unübersichtlich, unwägbar und vielleicht ein wenig beängstigend. Aber warum nicht bewußt heute nicht rauchen? Der laufende Tag muß erstmal bewältigt werden, das reicht ja erstmal, denn gestern ist vorbei und morgen noch nicht geschrieben - um den heutigen Tag geht es. Und das ist eine Zeitspanne, die ist machbar. Heute schafft Ihr alle. Heute rauchen wir nicht. Egal was kommt, und wenn der Nikotinteufel uns reiten will - heute nicht. Das ist zu bewältigen, richtig? Es geht nur um Heute. Es geht immer nur um Heute. Heute rauchen wir nicht. Probiert, ob Ihr dieser Denkweise Erleichterung abgewinnen könnt, vielen hilft sie gut.

Liebe Mitfahrer, zum Schluß wie immer ein allgemeines Angebot von mir, heute zeige ich Euch, falls noch nicht erspechtet, wie positiv sich der Rauchstopp auswirkt. Schaut mal hier:

http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/vorteile-des-rauchstopps/

Besonders die gesundheitlichen Errungenschaften sind bemerkenswert, finde ich, tatsächlich seht Ihr, wie schnell sich da verschiedene körperliche Baustellen regulieren und regenerieren.

http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/vorteile-des-rauchstopps/gesundheit/

Sicher habt Ihr selber auch positive Aspekte am Rauchstopp, die Ihr für Euch als wichtig erachtet und/oder erwartet: Welche sind es für Euch? Macht Euch immer wieder Eure Motivation klar. Jede davon ist die Rauchfreiheit wert. Fahrt diesen Zug weiter und springt nicht ab. Auch wenn er mal über die Weichen holpert: das ist ganz normal und die meisten Aufhörer schüttelt es dabei durch. Irgendwann fährt er ruhig geradeaus. Ihr macht alle einen sehr guten Rauchfrei-Job! Weiterhin viel Power, Durchhaltevermögen, Optimismus und gute Fahrt wünscht Euch

Eure Heizerin und Fahrkartenkontrolleurin

Lydia

Verfasst am: 22.06.2020, 18:50
pearle67
pearle67
Themenersteller/in
Dabei seit: 20. 12. 2018
Rauchfrei seit: 2228 Tagen
Beiträge: 1677 Beiträge

Ach Mensch Lydia, das hast du wieder so schön geschrieben. Was für ein Glück für alle Mitreisenden dich hier an Bord zu wissen.

Auch ich möchte alle Neuzugestiegenen herzlich in unserem Sommerzug begrüßen und euch zu eurem Entschluss gratulieren. Ihr werdet es nicht bereuen. Und natürlich unseren Stammfahrerinnen und Stammfahrern meinen Respekt aussprechen, wow es ist noch schwer, ich weiß, aber ihr seid so tapfer und entschlossen dabei, das ist ganz toll. Vor allem bin ich begeistert, wie toll ihr euch alle mit einbringt und das Zuggeschehen mitgestaltet. Danke dafür, das ist für Alle sehr wertvoll.
An uns, also Lydia und mich, könnt ihr euch jederzeit wenden. Entweder hier im Zug oder, wenn ihr im untersten Teil eines Posts schaut, da sind Buttons. Da könnt ihr draufklicken und ihr kommt von dort aus in unsere Threads oder ihr könnt uns auch eine persönliche Nachricht schicken.
Viele fragen, wie lange dauert unser Elend denn noch? Lydia hat ja schon einiges dazu geschrieben. Ich versuche es mal mit einem wissenschaftlichen Beitrag, den ich mal gelesen habe und der es für mich sehr gut erklärt:

Der Großteil unserer bisherigen Leben war mit mindestens einem Suchstoff gefüllt. Das ist natürlich etwas, was sich sehr tief in unsere Gehirne eingegraben hat. Der körperliche Effekt ist, dass Nikotin die Dopaminausschüttung "übernimmt". Da die Droge mehr Dopamin herstellt, als unser Körper, drosselt dieser die Produktion und hört schließlich ganz damit auf. Deshalb fehlt uns die körpereigene Glücksdroge, wenn wir mit dem Rauchen aufhören.
Wir brauchen das Dopamin aber um uns gut zu fühlen, also schreien wir nach unserer Droge. Das kommt alles wieder in die Reihe, allerdings gibt es sozusagen Dopamin Depots, die leer sind. Also: Unser Körper hat ganz normal und zuverlässig 5 "Dopamins" produziert. Dann gibt es fünf kleine Speicher im Körper. Kommt jetzt Nikotin dazu haben wir auf einmal 15 "Dopamins". Das führt zu einer Überflutung und deshalb hört der Körper selbst auf mit der Produktion. Jetzt haben wir immer noch 10 "Dopamins", die das Nikotin uns gibt. Wir haben also 10 Depots, statt vorher 5. Alles die Depots sind und bleiben leer. Zwar fängt unser Körper wieder mit der Produktion an, aber es bleiben immer noch 5 überzählige, leere Depots übrig, die leer bleiben.
Das ist zumindest laut Prof. Dr. Stephan Mühlig der Grund für unsere bleibende Abhängigkeit und für unser "Leere" Gefühl.

Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt Heike

Verfasst am: 22.06.2020, 20:13
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Verfasst am: 22.06.2020, 20:14
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Verfasst am: 22.06.2020, 20:43
Mela1386
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Hallo Heike, Lydia und auch alle anderen hier im Junizug!

Danke, dass ihr da seid. Danke für die Tipps und aufbauenden Worte durch die Schaffnerinnen, aber auch danke für die positiven und negativen Berichte aller Gleichgesinnten, die mir das Gefühl geben, nicht allein mit der Situation zu sein.

Samstag und Sonntag fiel es mir sehr leicht nicht zu rauchen, weil ich krank im Bett lag. Ich hab mich sogar gefreut, weil ich früher trotzdem, wenn auch wenig, geraucht hätte und es mir nun mit Zigaretten wohl noch schlechter gegangen wäre als ohnehin schon.
Heute hab ich mir eine WickDaymed "gegönnt" (ich bin alleinerziehend, da muss der Alltag trotz Krankheit laufen) und zack: mir geht es körperlich besser, aber die Schmacht und die Gedanken an Zigaretten sind seit zwei Stunden wieder da (also genau seit der Zeit, seit der Kurze im Bett liegt).

Insgesamt ist aber schon vieles besser geworden, die Konzentration steigt, das Thema Müdigkeit und Antriebslosigkeit war bis zur Erkrankung erstaunlich gut und die Gedanken an das Rauchen werden weniger.

Das soll für heute reichen. Ich wünsche allen weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen.

LG Mela

Verfasst am: 23.06.2020, 20:03
Mela1386
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Huhu SmoSa.

Dein Frage war:
Wie ist das bei euch? Womit motiviert bzw. belohnt ihr euch?

Ich muss zugeben, in den ersten sieben Tagen habe ich es mir mit Belohnungen leicht gemacht: ich habe meiner Schwester Geld gegeben und sie sollte für mich sieben kleine Überraschungen kaufen, die ich jeweils abends bekam, wenn ich einen Tag lang rauchfrei war. Das hat meine Motivation (und wahrscheinlich auch ein bisschen der Stolzgedanke, weil sie nach 20 Jahren rauchen auch den Absprung geschafft hat) gestärkt.

Tagsüber habe ich kleine Motivationen, wie etwa ein Eis essen, neue Teesorten etc. Wenn ich eine Aufgabe für die Uni fertig habe, schaue ich mir die Fotos von einer Ferienwohnung im Harz an (dort fahren wir Ende Juli hin). Ansonsten staffele ich mir Ziele nach erreichten Tagen: Zum Beispiel morgen, wenn 10 Tage geschafft sind, gönne ich mir was in der Stadt, vielleicht ein neues Oberteil, was ich so finde.

Ich schaue jeden Tag auf meine bisherigen rauchfreien Tage, das motiviert mich auch und baut mich auf.

Aber: ich denke noch nicht, dass es super ist, dass ich nie wieder rauche. Ich denke immer nur: heute rauche ich nicht, was danach kommt, weiß noch keiner. Das nimmt mir persönlich den Druck und auch ein wenig die Angst.

LG Mela

Verfasst am: 24.06.2020, 12:53
Mela1386
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SmoSa schrieb:
"Aber ich habe jetzt den Tipp bekommen, mich an den Belohnungen zu erfreuen, die sich durch das Nichtmehrrauchen nach und nach von selbst einstellen werden (Gesundheit, Fitness, Wohlbefinden etc.); dieser Ansatz gefällt mir sehr gut."
Die Idee finde ich auch super.

Was mir noch einfällt sind so Kleinigkeiten: zum Beispiel hören wir morgens meist Radio und ich habe seit der rauchfreien Zeit einfach mal den Sender gewechselt. Vorher "MDR Kultur", also viel Klassik, Liedermacherkram, Reportagen, Essays und nun "MDR Sachsen-Anhalt", quasi fast das Gegenteil: so viel 80er Jahre Musik. Das hat mich schon abgelenkt, weil ich viele der Lieder lange nicht gehört habe und mein Kurzer findet es witzig. Für immer werde ich den Sender wohl nicht hören, aber es war gerade in den ersten Tagen eine Ablenkung.

Und heute Morgen hatte ich die beste Motivation ever: mein Sohn hat mir gesagt, er fände es toll, dass es morgens irgendwie stressfreier läuft. Klar, zum Einen spart das Nichtrauchen Zeit ein, zum Anderen fühle ich mich (bis auf die noch schweren Abendstunden) tatsächlich irgendwie entspannter.

Wie geht es euch im Moment?

So, einen schönen Tag wünsche ich euch noch und: heute wird nicht geraucht.

LG Mela

Verfasst am: 24.06.2020, 15:06
Eddie1
Eddie1
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Hi,

heute ist Tag 22. Ich denke zwar das eine oder andere Mal an eine Kippe, aber wirklich ein Problem hab ich nur selten. Klar muss ich auch 4-5 mal am Tag den Schmachter für 30 Sekunden weg atmen aber ich bin dabei nicht traurig oder in Gefahr eine Rauchen zu wollen. Ich weiss das es dazu gehört und atme das einfach weg.

Spannend war in der letzten Woche die Ankündigung, dass wir nächsten Freitag ein Grillen machen in der Firma (ich arbeite im Home Office und etwas weiter weg vom HQ). Ich hatte mich gleich gefreut, Kollegen, Bier und Kippen.... dann ist mir eingefallen, dass ich ja nicht mehr rauche. Da ist mir tatsächlich eine Traurigkeit überkommen und ich hatte plötzlich nicht mehr so große Lust. Dieses Ereignis zeigt mir, dass ich mich zwar gut fühle im Prozess, aber definitiv immer höllisch aufpassen muss, dass ich das nicht versaue.

Da ich gleich am 1. Tag mit dem Laufen angefangen bin, nehme ich auch aktuell nicht zu. Ich habe mich jetzt innerhalb von 4 Wochen auf 45 - 60 Minuten pro Laufeinheit gesteigert. Da will ich auch bleiben, jetzt geht es nur darum jedesmal etwas weiter zu kommen in der angegebenen Zeit.

Bis Bald

Eddie