Mit Alaaf und Helau rauchfrei werden: der Februarzug 2021

Verfasst am: 23.05.2021, 15:45
Annie_Mohn
Annie_Mohn
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Liebe alle, Aja, HP, Bernd, Felix, Frau Salome (noch da?), SchwesterS, BandCh (Christine), Blümle, Saridaja und Biba ... alle, die hier noch mitfahren: Ich freue mich, dass wir jetzt (alle bald) dreistellig sind!
Ich bin weiterhin ganz zufrieden mit meinem Rauchstopp diesmal, eigentlich ging alles recht schmerzfrei vonstatten, aber ich denke immer noch über das Thema nach, hier schreiben manche, man sei jetzt irgendwie "authentischer", ich verstehe, was damit gemeint ist. Ich bin ausgeglichener, denn ich muss mich nicht mehr verstellen. Ein wenig "leide" ich zwar immer noch an den Folgen, wenn ich auf die Waage schiele, aber mal ehrlich, die meiste Zeit denke ich: shit on it. Bin eh keine 20 mehr.
Also, emotional bin ich ganz stabil.

Letztens aber packte auch mich der Schmacht und ließ mich stundenlang nicht los. Das hat mich sehr genervt! Scheint um die drei Monate herum tatsächlich "normal" zu sein, um das halbe Jahr herum stelle ich mich auch bereits gedanklich drauf ein. Es war aber eine echte Suchtattacke - ich habe da keinen großen Unterschied zu den ersten Wochen gespürt, hatte also irgendwie auch eine körperliche Komponente, finde ich. Aber klar, ich habe es ausgehalten. Auch diese Eine wurde nicht geraucht.

Bei uns hat es gestern sehr gewindet und als ich durch die Stadt lief, sah ich einen jungen Mann auf den Stufen sitzen und rauchen. Ich habe mich erinnert, wie blöd ich es immer fand, bei Wind und Sturm zu rauchen und wie wenig Spaß das macht ... und dann ist mir aufgefallen, dass ich diese ganzen "hässlichen" Zigaretten wirklich vollkommen vergessen habe: Die, die man doch im Gehen raucht, weil man keine Zeit zum Sitzen hat, die am Morgen, schnell schnell auf dem Weg zur Arbeit, die auf dem Parkplatz nach der Arbeit, die am frühen Nachmittag, Beeilung, bevor der Nachwuchs nach Hause kommt, diese dummen, hastigen, verdrucksten ...
und aber auch diese unzähligen nichtgerauchten, die ich aber so gerne geraucht hätte, die ich mir aber dann doch verboten habe (vor den Kindern nie, selten vor nichtrauchenden Freunden, vor der Familie höchstens die nötigsten, damit alle sagen, dass man ja zu den wenigen Rauchern gehört, die es im Griff haben) und die aber einen ständigen Suchtdruck erzeugt haben (von wegen im Griff) ... also eins kann ich sagen: Mein Willenszentrum wurde sowohl durchs Nichtrauchen, aber auch vorher schon beim jahrelangen "Vernunftrauchen" gestärkt. An fehlender Selbstkontrolle scheine ich de facto nicht zu leiden, eher an einen gewissen Hang zum Masochismus. Die ewige Selbstgeißelung. Oh my Lord.
Jedenfalls: Ich habe gestern dieses Gefühl von Freiheit richtig bewusst wahrgenommen, vor allem, dass ich wirklich so gar nicht mehr daran denke: ach, jetzt könntest du /müsstest du rauchen / hättest du rauchen müssen.
Kein Gedanke an diese alltäglichen Situationen! Tagelang schon. Verrückt. Als wären sie weg! Ich bin wirklich die ganze Woche an der Tankstelle, an der ich mir morgens immer einen Kaffee geholt habe (um zu rauchen) vorbeigefahren, und habe nullkommanull daran gedacht, dass ich da eigentlich immer gehalten habe. Fällt mir gerade erst ein.
Echtes Nichtraucher-Feeling!!!
Feier ich echt.
Ich wünsche euch alles Gute!
Annie

Verfasst am: 15.05.2021, 14:34
bibra65
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ach im Übrigen: Guten Morgen! ist gut...... wir haben ja schon Nachmittag

bin irgendwie noch im Morgenmodus, obwohl schon einkaufen gewesen....

Bis danni!

Verfasst am: 15.05.2021, 14:23
bibra65
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Rauchfrei-Lotsin Heike schrieb:

"Kaum etwas ist schwieriger für uns Menschen, als jahrelange Gewohnheiten aufzugeben. Aber es geht".

Guten Morgen ihr Lieben,

den obigen Satz schrieb Lotsin Heike in den Mai-Zug. Da er meines Erachtens auch super gut zu unserem "Zählerstand" passt, habe ich ihn einfach mal hier reinkopiert.
Mittlerweile glaube ich nämlich, dass wenn die erste Zeit des tatsächlichen Nikotinentzugs vorbei ist, am Ende die Gewohnheit uns am meisten zu schaffen macht. Wenn man sich z.B. 30 Jahre lang, viele Male am Tag, (u.a. auch als Belohnung, Stressreduktion etc.) ein Bonbon in den Mund steckt und dann plöztlich von einem auf den anderen Tag damit aufhört, wird man, denke ich, genau die gleichen "Entzugserscheinungen" haben. Auch wenn der Bonbon keinerlei Suchtstoffe enthält (auch kein Zucker).

Will damit nur sagen, dass es bei uns [u]keine Sucht mehr[/u] ist, sondern nur noch Gewohnheit! Ganz schlicht und einfach Und wenn es mit den Gewohnheiten auch schwierig ist, finde ich es dennoch "entspannter", nicht mehr direkt süchtig zu sein.

Euch einen schönen rauchfreien Tag noch!
Grüße von Biba

Verfasst am: 15.05.2021, 05:09
Blümle
Blümle
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Herzlichen Glückwunsch, lieber hp !
Auch Du hast die 100er Marke jetzt überschritten!

Ich denke, die 100 sind schon ein sehr guter Meilenstein.
Wir sind hier alle etwas ruhiger geworden, weil das Verlangen nicht mehr so zwickt und zwackt.
Das tut sehr gut.
Allerdings vergrößert sich mit dem Abstand dann eher die Gefahr, dass auch die ganzen negativen Empfindungen und Begleiterscheinungen, deretwegen ja aufhörten, verblassen. Nicht alle haben das Glück, dass ihnen jetzt die Raucherei völlig unangenehm geworden ist. Da gibt es jene, denen es geschmacklich den Ekel provoziert, wenn sie rauchen würden. Aber es gibt auch solche, denen es nach wie vor ein angenehmes Empfinden bereiten würde. Mehr und mehr heißt es deshalb auf der Hut vor Leichtsinn zu sein. Ich scheine zu denen zu gehören, die wohl lebenslänglich süchtig bleiben. Mir hat es schon einmal nach drei rauchfreien Jahren in so einer Leichtsinnsaktion wieder „geschmeckt“ . Was dann passierte, führte mich Jahre später dann wieder hierher……
Drum: wachsam bleiben.
Ich denke, dass dies umso mehr gefragt ist, wenn jetzt die Corona-Maßnahmen nach und nach gelockert werden, und ein „normales“ Leben wiederkommen wird. Da gibt es dann ganz sicher noch unzählige Situationen neu zu verknüpfen und auch diese rauchfrei zu installieren und zu stabilisieren. Dabei wünsche ich uns allen weiterhin viel Erfolg.

Dir lieber hp herzlichen Dank für Deine für mich immer so lesenswert gewesenen Beiträge während der ersten so wichtigen 100 Tage! Alles Gute für die nächsten 100!

Herzliche Grüße an alle vom Blümle

Verfasst am: 13.05.2021, 17:59
bibra65
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Hallo liebe Mitfahrer,

ich hatte gestern nach der Arbeit (Belohnungszigarette??) so eine Situation... War noch einkaufen (es war schon Abend) und an der Kasse habe ich soooooo mit mir gerungen. Ich war schon mit dem Gedanken an Zigaretten in den Laden gegangen und an der Kasse dann: "ja oder nein? ja oder nein?...." Ich am Portemonnaie rauskramen und dabei gedacht: sag ich jetzt, dass ich noch Zigaretten haben will oder nicht? Ja... Nein... Ja.... Nein... Das war echt ein Kampf in mir. Es war, glaube ich, der Gedanke an die unvermeidlich folgende Enttäuschung später dann irgendwann, der mich sozusagen in allerletzter Sekunde "gerettet" hat. Die Enttäuschung und der Gedanke an den schlechten Geschmack des Rauches.

Und Schwester, dass du Rauch als unangenehm empfindest, ist ein echtes "Geschenk", würde ich mal sagen. Ich glaube mittlerweile (bei mir), dass die Gefühlsebene/Sinnesebene eine sehr große Rolle spielt und wichtig ist, um wirklich dauerhaft rauchfrei zu bleiben. Den "Kopf" braucht man vorwiegend am Anfang, damit einhergehend die Willenskraft und Konzentrationsfähigkeit. Die Gefühlsebene kommt aber sehr bald mit ins Spiel (bzw. gewinnt sie an Bedeutung) und ist vllt. sogar letztlich entscheidend..

Na ja, wünsche uns noch eine schöne Weiterfahrt und wenn wir so weitermachen, werden wir auch irgendwann ankommen. Da bin ich mir ganz sicher.

Grüße von Biba

Verfasst am: 13.05.2021, 17:15
rauchfrei-lotsin-andrea
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Hallo Bernd,

das kann ich dir nur bestätigen, dass manche Verknüpfungen sehr hartnäckig sind. Insgesamt wird es zwar viel leichter, doch aufpassen ist auch nach längerer Zeit angesagt. Und ein neues Ritual einbauen vielleicht? Ein Eisbonbon an warmen Sommertagen vielleicht oder ein Eiskaffee? Oder ein Apfelsaftschorle mit Eiswürfeln? Was könnte dir da passen?

Auf jeden Fall sind es "nur" Gedanken, Erinnerungen und ich halte es für sehr hilfreich, sie zu identifizieren als das was sie sind, Handlungsimpulse, denen aber keine Taten zu folgen brauchen. Wir können die Impulse vorbei ziehen lassen und uns an unserer Gesundheit und anderen Vorteilen des Nichtmehrrauchens erfreuen.

Und glaub mir, selbst mir wirklich altem Hasen passiert es manchmal, wenn ich im TV Jemanden rauchen sehe, dass ich oft zwar denke, gut, dass ich mir das nicht mehr antun muss. Aber halt manchmal auch: ich könnte jetzt auch eine. Aber es sind ja wirklich nur wenige Sekunden und das körperliche Verlangen ist ja längst weg.

Also heißt es: Nichtmehrsuchtauge sei wachsam. Und die Zeit wird es dir noch leichter machen, Bernd.

Du, Bernd und viele andere, ihr könnt in wenigen Tagen feiern oder Heute oder Ihr habt schon wie Aja.

Ist das nicht Toll? Über drei Monate, ihr habt viel erreicht! Meinen Glückwunsch!! Und wie belohnt ihr euch?

Herzliche Grüße
Andrea

Verfasst am: 13.05.2021, 14:04
BerndMM
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ich hätte nicht gedacht, dass mir das jetzt noch passiert, aber ich habe seit Montag wieder richtig bock zu rauchen. Ich glaube, bei mir waren es auch die heißen Tage und die hier schon angesprochene Verknüpfung in meinem Kopf, an schönen Sommertagen auf dem Balkon oder im Park zu rauchen. Puh, muss halt wirklich alles neu verknüpft werden. Gestern Abend hatte ich ein paar Bier und hab gedacht, wenn mir jetzt jemand eine Zigarette anbieten würde, ich würd sie nehmen. Zum Glück ist nichts passiert und ich freue mich schon fast über das jetzt wieder schlechtere Wetter .. Die Wochen davor waren echt schön, ohne Suchdruck und ganz gegenteilig mit Freude am Nichtrauchen. Aber die letzten Tage haben mir nochmal gezeigt, dass ich noch nicht sicher bin.
Ich wünsche euch ein schönes rauchfreies Wochenende

Verfasst am: 12.05.2021, 08:15
SchwesterS
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Guten Morgen liebe Mitfahrer,

mir fiel eben auf, daß ich das Nichtrauchen immer weniger bemerke. Ich sitze mit einer Freundin in der Wiese, sie raucht, ich nicht - erst viel später fiel es mir auf. Es ist nun einfach so und das ist auch wirklich wirklich gut so. Die Diskussionen werden weniger. Mir hilft auch, daß ich Zigarettenrauch mittlerweile als sehr störend und stinkend empfinde. Das ist übrigens das erste Mal so bei einem Versuch mit dem Rauchen aufzuhören. Beim letzten Mal empfand ich den Rauch noch als schön. (hätte mir zu denken geben sollen...)
Komisch kommen mir die Fragen von Verwandten oder so vor wie "Und? Rauchst Du wieder?" - Ärgert mich, weil das kein Spaziergang für mich ist, den ich mal eben so beende vor Langeweile oder weil die Sonne scheint. Aber nun, woher sollen sie das wissen?
Ob ich mich nun authentischer fühle - ich glaube eher nicht. Weiterhin jagen mich ziemliche Wutattacken, die mich selbst nerven. Oft wäre eine geduldige Herangehensweise sinnreicher gewesen - aber da ist es dann meistens schon zu spät. Letztens habe ich auf dem Fahrrad künstlich lächeln geübt, dachte mir, wenn ich erstmal lächle bei einem Problem, wirds keine so schlimme Wütelei... im nächsten Moment drängte mich ein Auto ab und ich hing bei dem im Fahrerfenster und brüllte los.... ;-) Ich übe weiter...

Verfasst am: 10.05.2021, 19:23
bibra65
bibra65
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Hallo liebe Februar-Mitfahrer,

erst einmal auch von mir, liebe Aja, alles Gute zu 100 Tagen! Das ist ja schon fast ein Drittel von 1 Jahr

Und ich wollte dir auch nochmal beipflichten zu dem, was du über dich geschrieben hast. Stichwort: Authentizität. Genau so empfinde ich es auch, d.h. ich fühle mich klarer, "ehrlicher" und vor allem authentisch. Ich empfinde Nichtraucher eigentlich auch schon immer authentischer als Raucher.

Dass ich der Vergangenheit bezüglich des Rauchens in irgendeiner Weise hinterhertrauere kann ich (leider?) nicht so empfinden. Klar, wer wird nicht melanklüterisch bei den Gedanken an die schöne Jugendzeit, aber ich kann nicht melanklüterisch sagen, dass das Rauchen dabei seinen gerechtfertigten Platz hatte. Überhaupt alle Drogen, von denen damals auch mal "gekostet" wurde, waren es im Nachhinein nicht wert. Und genau das gebe ich an die nächste Generation weiter. Von mir aus mal!!! einen zuviel trinken, aber Finger weg von Zigaretten und "Rest". (Ist halt meine Meinung...)

Euch einen schönen Abend noch und wir fahren immer weiter...

Grüße von Biba

Verfasst am: 10.05.2021, 16:03
Blümle
Blümle
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„AjaintheSky
Dabei seit: 30.01.2021
Rauchfrei seit: 100 Tagen„


WOW! 100 Tage! Herzlichen Glückwunsch, liebe Aja!



Wenn ich es richtig sehe, bist Du die erste, die die 100er-Marke in unserem Zug knackt!
Ich hoffe, es geht Dir nach wie vor bestens damit und Deine „melanklüterischen“ Momente, wie Annie ja so fantastisch formulierte, nehmen genauso weiterhin ab wie die Schmachtattacken. Gibts es die bei Dir noch?

Bei mir geht es nach wie vor auf und ab. Das Rauchen ist eines der geringeren Probleme geworden. Ich freu mich am Joggen, am superleicht gewordenen Treppensteigen und am nach wie vor anhaltenden Prozeß der sich reinigenden Lungen. Gelüste habe ich schon noch ab und zu, - aber die sind gut aushaltbar geworden. Kein Vergleich zu den Anfällen der ersten beiden Wochen!

Ebenso wenig habe ich es bereut, den Rauchausstieg dem Alkoholausstieg hinterher zu schieben. Ist zwar schon eine Zumutung an mich gewesen, aber ich bin unterm Strich froh, beides angegangen zu sein. Dass das ein wenig ein größeres Unterfangen war, als „nur“ das rauchen allein aufzugeben, tröstet mich ein wenig und verlängert meine Geduld, die Dopamin-Normalisierung noch nicht allzu deutlich wahrnehmen und spüren zu können. Über die Jahre haben Zigaretten und Alkohol da schon einen großen Berg an depressivem Material erzeugt….

Aber der fortschreitende Frühling, das zunehmende Tageslicht und die Aussicht aufs nahende Ende der Pandemie stimmen mich zuversichtlich, noch weiterhin durchzuhalten.
Und ich traue mich zu hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft, sinnerfüllter und zufriedener, vielleicht sogar auch noch glücklicher aus dieser aus vielen kleinenPuzzle-Teilen bestehenden „Midlife-Crisis“ gestärkt hervorgehen zu können.

Ich freue mich auch auf die nächsten Tage, wenn hier eine/r nach der/dem anderen von uns die 100 vollmachen wird und wieder mal von euch zu lesen sein wird.

Bis dahin grüßt euch das Blümle