Mit Alaaf und Helau rauchfrei werden: der Februarzug 2021

Verfasst am: 03.03.2021, 19:04
SchwesterS
SchwesterS
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Habt vielen Dank für die Angebote und Tipps, vor allem die Buchtipps. Es kann ja nicht schaden sich einmal intensiver damit zu beschäftigen. Zeit ist ja plötzlich hier und da mehr vorhanden als man vorher hatte. ;-) Auch der Vorschlag des Trockenschwimmens gefällt mir gut. Früher bin ich auf die Weise im Traum immer geflogen - das sollte doch auch gegen aufkochenden Zorn helfen. Ich danke euch!

Verfasst am: 03.03.2021, 18:51
AjaintheSky
AjaintheSky
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Liebe Schwester S,
puh, ja, kenn ich gut, auch wenn ich das Gefühl habe, das es besser wird... ich schaffs mittlerweile meistens noch mich zu kanal- oder katalysieren mittels Selbstironie, aber gut fühlt sich das grad noch nicht wirklich an... Grad probiere ichs mit Querlesen in zwei Büchern, hoffe sie helfen mir etwas nachsichtiger mit mir zu sein - ich hoffe ich darf die Titel hier erwähnen? Falls nicht bitte löschen. Das eine heißt Sei nicht so hart zu dir selbst. Selbstmitgefühl in guten und in miesen Zeiten (von Andreas Knuf). Das ist wirklich feine und unanstrengende Lektüre, auch noch witzig geschrieben. Und das andere Mit Wut und Ärger umgehen. (Eifert, Forsyth und McKay). Das ist ein bißchen chaotisch im Aufbau und wiederholt sich oft, aber die Übungen sind teilweise schon sehr gut.
Ansonsten halte ich es einfach und autoritär: Heute wird nicht geraucht. Keine Diskussion, weder mit süchtigen inneren Schweinehunden, noch mit süchtigen inneren Rumpelstilzchen, noch mit verführerischen Siren, die Lieder von unendlicher Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit säuseln.
Heute wird nicht geraucht. Basta.

Verfasst am: 03.03.2021, 17:23
ehem.rauchfrei-lotsin-andrea
ehem.rauchfrei-lotsin-andrea
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Hey Ihr Lieben, wie geht es euch Heute am Wochenteiler?

Liebe SchwesterS,
also da fühle ich echt mit dir und kann dir aber auch nur die gängigen Tipps geben:
A: Atemübungen. Meine derzeit heißest geliebte ist Trockenschwimmen: Mit dem Oberkörper Schwimmbewegungen machen, dabei tief einatmen und möglichst lange ausatmen.
B: Bis 10 zählen, langsam, statt in wilden Aktionismus zu verfallen.
C: In meiner Entzugszeit hat mir folgender Satz sehr oft geholfen: Manchmal wollen unangenehme Gefühle einfach nur ausgehalten werden und unsere Aufgabe ist es, sie vorbei ziehen zu lassen wie Wolken. Ist aus dem BZgA-Heft "Ja, ich werde rauchfrei". Und hochkochende Wut ist wahrlich kein angenehmes Gefühl. Und sich bewegungsmäßig austoben ist auch ein bewährtes Mittel statt Jemanden anzubrüllen

Hallo KaWe69,
das freut mich so sehr für dich, dass du jetzt weißt, wie du verhindern kannst, in depressive Löcher zu fallen. Klug von dir, dich von deinem Arzt beraten zu lassen. Und du hast so Recht: Heute rauchen wir nicht!!!!

Hallo BerndMM,
das ist die Belohnung für die durchgestandenen Kampftage: es wird leichter, es wird besser. Wie kannst du dich denn so richtig gscheit mal belohnen? In die Gartenmärkte kann man ja schon seit diesem Montag, Jedenfalls in Bayern und in die Handwerkermärkte auch.

Hallo HP,
wie hat dir denn der Chat gestern gefallen? Und danke für dein Danke, gerne geschehen. Zu dir: Sehr hilfreich, dass du dich so genau beobachtest, wann warum und wie stark und mit welcher Situation, welchem Auslöser die Verlangensattacken bei dir auftreten. So lernst du die Gefahrenquellen und dich selbst gut kennen. Wenn du jetzt noch umfassend lernst, was du wirklich brauchst in den gewissen Momenten, so gehst du zielstrebig in dein viel Schöneres und gesünderes Leben. Und jaaaa, so habe ich es auch gemacht: bei Verlangsattacken mir selbst gesagt: Nein, also diese so hart erarbeiteten Tage gebe ich nicht wieder her, diesen körperlichen Entzug die erste Zeit möchte ich nicht noch einmal durchmachen. Wie führst du dir denn die positiven Folgen deiner Rauchfreiheit vor Augen? Magst du sie uns mal erzählen? Und klar doch: Wir bleiben heute rauchfrei. Und es ist so leicht, wenn man durch den Entzug durch ist, glaubt es mir!

An Alle: Schön, dass noch so viele im Zug sitzen! Was gönnt ihr euch heute Schönes, Gutes, Hilfreiches?
Euch allen die Daumen drückende Andrea

Und an all Jene, denen es im Moment grad nicht so gut geht: Auch das geht vorüber, Ablenken hilft!

Verfasst am: 03.03.2021, 11:49
daufi
daufi
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Magnesium beruhigt auch Nerven.... nur als Tip hat mir gut geholfen

lg die daufi

Verfasst am: 03.03.2021, 11:43
Sunny0189
Sunny0189
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Hallo Zusammen,

@SchwesterS, das Problem habe ich auch. Vor allem mein Mann kann mich aktuell zur Weißglut bringen, wenn er nur zu laut atmet

Ich versuche mich grade an Atemübungen die helfen etwas und einfach erstmal aus solchen Situationen rauszugehen.
Frische Luft hilft mir auch sehr.
Trotzdem hoffe ich das es bald besser damit wird.

Liebe Grüße
Sabine

Verfasst am: 03.03.2021, 10:13
SchwesterS
SchwesterS
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Leute, sagt mal, was tut ihr gegen diese doch mitunter sehr ungehaltenen Momente und Ausbrüche? Ich bin mittlerweile größtenteils ein recht zufriedener Nichtraucher, aber diese ständig aufflammende Wut über alles und jede Kleinigkeit macht mir direkt Probleme langsam. Ich verschicke sehr unbedachte Mails und führe Telefonate, für die ich mich im Anschluß schäme. So gehts nicht weiter. Wie geht ihr damit um?

Verfasst am: 03.03.2021, 06:23
KaWe69
KaWe69
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Guten Morgen,

wollte mich auch mal wieder melden, sitze auch noch im Zug.

Es wird immer besser. Im Vergleich zur ersten Woche, in der ich am 7 Tag in einem depressiven Loch ausgerutscht bin und neu starten musste, ging die zweite Woche durch den Nikotinersatz leichter.

Ich nehme den Ersatz mit Absprache mit meinem Doc niedrig dosiert – um dem Körper die hormonelle Umstellung zu erleichtern und um keine handfeste Depression zu riskieren.

Jetzt sind’s glaub schon wieder 9 oder 10 Tage - ich bin nicht mehr ganz so dünnheutig, die Zündschnur ist etwas länger und ich bin insgesamt nicht so down, die überfallartigen Verlangensattacken sind für mich leichter erträglich geworden.

Wir werden sehen, wie's weiter geht - aber heute rauchen wir nicht!

Verfasst am: 02.03.2021, 20:59
BerndMM
BerndMM
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Guten Abend an alle,
wie ging es bei Euch heute?
Ich hatte heute einen ganz guten Tag. Bin zwar mit etwas Schmacht aufgewacht, aber der verflog dann auch relativ schnell und hat mich dann den Tag weitestgehend in Ruhe gelassen. Ich habe heute sogar längere Phasen nicht ans Rauchen gedacht. Solche Tage machen mir Mut, nachdem ich letzte Woche ja ein paar Kampftage hatte.

Verfasst am: 02.03.2021, 10:40
hp6340
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Guten Morgen Zusammen,

@Andrea: Vielen Lieben Dank für die Übersicht, wer alles in den Februarzug eingestiegen ist. Sind ja doch ganz schön viele Mitstreiter. Finde ich sehr gut

@Yvonne: Ich finde du hast das sehr gut getroffen mit dem Belohnungssystem und der besagten Durststrecke. Ich denke, das ist auch die mentale Anstrengung, wo wir uns drauf einlassen müssen und einfach da irgendwie durch müssen. Da zeigt sich die Sucht ungeschminkt und in voller Gänze. Und ich denke, dass ist das allgemeine Problem in der Gesellschaft. Die Verniedlichung dieser Sucht. Ach, rauchen ist nur eine schlechte Angewohnheit, eigentlich kein Thema damit aufzuhören usw.

Nun noch kurz zu mir. Ich kann nur sagen, dass es besser wird. Zwar in kleinen Schritten, aber es wir von Tag zu Tag besser und die Attacken saugen mich mental auch nicht mehr so aus. Sie kommen weniger und gehen zum Glück wieder schneller. Was aber sehr interessant ist. Sie schlagen vornehmlich, wie hier natürlich auch oft beschrieben, mit stark verknüpften Situationen zu. Gerade wenn ich mich beobachte, warum ich gerade jetzt eine Verlangensattacke habe oder in meinem Kopf wie vom Blitz der Gedanke kommt, jetzt muss ich eine Rauchen.
Da ich mich schon fast über einem Jahr mit dem Aufhören beschäftigt habe und nur noch an gewissen Orten oder bei gewissen Tätigkeiten geraucht habe (z.B. bei Spaziergängen oder vornehmlich in Arbeitspausen (draußen) um Stress abzubauen) sind genau hier die Verlangensattacken sehr stark und langanhaltend.
Ist jetzt natürlich blöd, da ich ja Pause machen soll und dazu nun an der frischen Luft einen Spaziergang mache. Also, blieb mir nichts anderes übrig, als gleich mit der Umprogrammierung des Gehirns ohne Belohnung (Dopamin) anfangen musste (wollte). Und das war gerade zum Anfang mental schon echt hart und anstrengend. Ist heftig, lässt aber glücklicherweise auch schnell nach. So jedenfalls bei mir.
Deswegen wahrscheinlich auch das eine Jahr der Vorbereitung und der unzähligen Versuche, wo ich doch nach einem halben Tag doch wieder abgebrochen habe.
Aus diesem Grund bin ich nun auch froh, dass ich diesmal bis jetzt durchgehalten habe und dieses ist nun auch meine Motivation. Ich möchte mir die geschafften Tage und die neu erlangte Freiheit (endlich nicht mehr rauchen müssen) mit allen positiven Annehmlichkeiten (immer wieder vor Augen führen) nicht mehr kaputt machen. Was würde dann passieren. Ich würde wieder in die schlüpfrige Falle der Sucht zurückfallen. Mich darüber ärgern, wütend sein und deprimiert und nach einer gewissen Zeit wieder da stehen, wo ich auch vor drei Wochen stand. Du musst jetzt einfach aufhören... Höre auf das zu ignorieren und dann wieder den Berg erklimmen.
Ich will das nicht mehr und aus diesem Grund muss ich einfach dabei bleiben und will das dann auch.

Liebe Grüße an alle Mitstreiter und ganz wichtig
heute rauchen wir nicht!

Liebe Grüße
HP

Verfasst am: 01.03.2021, 22:05
YvyF&W
YvyF&W
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Beiträge: 19 Beiträge

Hey ihr Lieben,

ich melde mich auch nochmal zu Wort. Ich glaube, ich habe jetzt 12 Tage. Irgendwie kommt es mir kürzer vor. Und es ist eine total verrückte Zeit. Ich schwanke aber auch sehr hin und her und halte mich irgendwie abends mit Reiswaffeln (bäh) und Lakritz über Wasser. Am Wochenende hat dann abends irgendwann die Schmacht ihren Höhepunkt gefunden und ich habe gemerkt wie extrem kurz die Zündschnur ist. Ich habe mich dann wegen einer relativen Kleinigkeit so dermaßen aufgeregt, dass ich echt geschockt von mir selbst war. Bin dann zum runter kommen mitten in der Nacht noch wutentbrannt spazieren gegangen, weil es mir so unfassbar schwer gefallen ist zur Ruhe zu kommen. Unglaublich. So kenne ich mich eigentlich nicht. Ich hatte ein richtiges depressives Tief und das kommt im Moment häufiger vor, wenn auch nicht in dieser Heftigkeit. Ich fühle mich ein Dampfkessel, kurz vorm Explodieren. Hinzu kommt vielleicht noch erschwerend, dass ich kürzlich operiert werden musste und noch nicht wieder richtig Sport machen darf. Das wäre jetzt sicher hilfreich.
Tagsüber gehts dann wieder ganz entspannt. Teufelssucht. Völlig unberechenbar schlägt sie zu. Ich bin selbst Psychotherapeutin und denke immer, ich habe da ein paar Tricks auf Lager, aber ich glaube wirklich der Dopaminspiegel ist völlig aus dem Lot und wir können echt stolz auf uns sein, dass wir das trotz dieser Strapazen durchhalten. Ich kann auch jeden verstehen, der eine Ehrenrunde dreht. Es ist zeitweise echt wirklich hart.

Liebe Eva, denk daran, dein Gehirnstoffwechsel und dein Belohnungssystem sind derzeit extrem durcheinander. Oder anders: Wir haben das durch die Nikotinsucht lange Zeit völlig durcheinander gebracht und es ist gerade endlich dabei sich wieder auf ein gesundes Maß zu regulieren. Dabei entsteht allerdings eine richtig gemeine Durststrecke. Es fehlt nun Dopamin, dass uns ein Gefühl von Belohnung gibt. Aber nicht falsch verstehen. Nikotin hat uns niemals glücklich gemacht. Nikotin hat dafür gesorgt unser Belohnungssystem künstlich auszutricksen und unser gesundes Belohnungssystem kaputt gemacht. Aber eben nicht unwiderruflich. Aber in der Regenerationsphase ist leider zu wenig des Belohnungshormons vorhanden. Da müssen wir irgendwie durch. Das macht es auch so schwer, dass man manchmal die "Wände hoch geht". Doch gerade erholt sich unser System und
unsere Dopaminproduktion läuft viel besser als mit Nikotin.

Ich finde es eine gute Idee notfalls seinen Doc zu fragen, ob er zur Überbrückung etwas verschreiben kann. Das ist immer besser dosierbar, weniger süchtigmachend und gesünder als Zigaretten.
Am Wichtigsten finde ich aber das Wissen darüber, was eben im Gehirnstoffwechsel während der Nikotinsucht und während des Entzugs vor sich geht. So kann man doch sehen, dass man eben nicht völlig verrückt geworden ist und mehr Verständnis dafür aufbringen, warum es eben zeitweise so schwer ist. Und dass wieder zu Rauchen das Problem eben nicht ursächlich lösen würde. Im Gegenteil.

Bleibt dran.. Ich kämpfe, aber ich rauche nicht.

Liebe Grüße Euch