Mit Alaaf und Helau rauchfrei werden: der Februarzug 2021

Lieber hp, liebe alle,
ich muss jetzt nur schnell hp einen lieben Dank für seine vielen, durchdachten Beiträge hier lassen (da er meines Wissens immer noch kein Wohnzimmer besitzt).
Ja, anscheinend gehen wir da gerade durch das gleiche Denkmuster durch, das du sehr schön "aufgedröselt" hast.
Auch der Weg der Antriebslosigkeit war bei mir ähnlich, erst in den letzten Tagen konnte ich mich wieder zu Höherem aufraffen und baue da auch gerade etwas Grundlegendes um, so negative Verhaltensweisen (wie Rauchen) mit positiven zu ersetzen - meine sportliche Betätigung ist zwar immer noch eher ambitionslos (daher fand ich joggen auch immer so angenehm, keine Challenge, höchstens mit mir selbst), aber hey, es bewegt sich!
Tatsächlich fühle ich mich in den letzten Wochen ein bisschen "erwachsener", so von der Selbstfürsorge her gesehen. Vielleicht daher auch dieser Vergleich mit der Jugend, in der ich sozusagen gebrannt und mich verbraucht habe - einfach weil so viel da war und nichts kaputt ging dabei. Selbstfürsorge? Was soll das sein? Das habe ich immer so ein bisschen als Weicheierei abgetan, was natürlich wirklich blöde ist, aber vielleicht versteht ihr, was ich meine.
Auch bei mir läuft dieser Ausstieg ungemein bewusst ab und dafür möchte ich allen hier, die diesen Zug bewegen, danken, denn es bewegt wirklich etwas (jedenfalls in mir).
Zu SchwesterS möchte ich noch sagen, Respekt, dass du diese Raucher-Situationen so tapfer durchhältst! Das waren in meinen früheren Ausstiegen wirklich die schwierigsten Momente. Ich weiß ganz genau, wie diese Abende sind und das ist auf Dauer sehr zermürbend, wenn es auch irgendwann besser wird und vielleicht auch mal ganz aufhört. Aber bis dahin ist wirklich Selbstbeherrschung dort gefragt, wo man sich doch eigentlich fallen lassen will.
Ich selbst muss da gar nicht mehr durch, weil in meinem kompletten Freundeskreis und in (fast) der ganzen Familie wirklich NIEMAND mehr raucht (auch meine Töchter nicht) - wenigstens mein Mann raucht ja ab und zu, sodass ich dann mal in Übung komme, was "gefährliche Situationen" angeht, wobei er wiederum meist raucht, wenn ich schon schlafe.
Also, das vereinfacht die Sache wirklich ungemein, finde ich, daher an alle, die da mit ihrem (beruflichen und privaten) Umfeld zu kämpfen haben, meine uneingeschränkte Hochachtung.
Wir halten weiter durch!
Alles Liebe
Annie

Hallo Zusammen,
Hallo Andrea,
danke der Nachfrage. Ist wirklich sehr aufmerksam von Dir hier ab und an nochmal vorbei zu schauen. Ich "fühle" da momentan genauso wie Annie. Ist schon komisch, was einem alles wieder in den Sinn kommt, wenn man mit einer umtriebigen Sucht aufhört. Das ist jedenfalls bei mir momentan auch das, was an Gedanken und Gefühlen hin und wieder hoch kommt. Hängt aber sicher auch ein wenig mit Corinna ;-) zusammen. Aber genau dann kommen einem die schönen Erinnerungen und deren Verknüpfung zur Zigarette in den Sinn. Freiheit oder sich frei fühlen, jung sein, alles tun und lassen wozu man gerade Lust hat, Fehler machen, Entscheidungen treffen und wieder revidieren, berauscht davon verbotenes aus zu probieren. Und da passt die Zigarette mit der jahrelangen Gehirnwäsche einfach ins Bild. Bei mir ist es auch sehr stark mit dem vermeintlichen Revoluzzertum in mir verbunden :-), etwas gerade deswegen zu machen, was heute einfach nicht mehr sozial angesehen und konform ist. Schwer zu sagen, aber diese Art von Gedanken schleichen sich ab und an ein, mehr so als ein dumpfes nicht greifbares Gefühl ("melanklüterisch" trifft es sehr gut :-)), was dann durch die neu gewonnene Energie plötzlich wieder verschwindet oder weg gearbeitet/abgelenkt wird.
Die Antriebs- und Lustlosigkeit hatte ich sehr stark in den ersten 2-4 Wochen. Sie wurden dann auch durch die neue Energie und deren Schübe niedergewalzt :-) und glaube ich verdrängt. Ich habe meine sportlichen Aktivitäten auch stark gesteigert (Laufen, Tennis spielen, Wandern, im Garten Dinge machen, die ich noch nie gemocht habe, Fahrrad fahren, usw.), mich einfach um Dinge die gemacht werden müssen, sofort zu kümmern, und nicht erstmal Tage- oder Wochenlang weg zu rauchen und vor mir herzuschieben. Was natürlich auch sehr positiv ist. Ich bin dadurch wieder spontaner und entscheidungsfreudiger geworden. Bewegung ist da für mich auch ein zentraler Schlüssel zur aktiven Ablenkung geworden, der dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Zum einen tut Bewegung gerade in meinem fortgeschrittenen Alter sehr gut und ist wichtig und zum Anderen löse ich aktiv die vorhandenen Verknüpfungen auf und radiere sie mit anderen Aktivitäten aus oder löse sie ab. So jedenfalls mein Gedanke. Mir hilft das derzeit sehr. Für mich ist auch der Ersatz mit positiven Handlung zu dem schlechten Rauchen gut nachvollziehbar und sehr wichtig, da ich dadurch insgesamt positiver gestimmt bin und mich besser durch den Tag bewege.
Das Rüstzeug für mein Warnsytem wird dadurch permanent gestärkt und facettenreich geschärft. Sich immer bewusst zu machen, dass man in einer beschwingten Situation dann nicht mehr dieser Leichtsinnigkeit erliegt, sondern überzeugt einfach NEIN sagen wird, das ist mein Ziel. Und ich glaube, dass ich diesem diesmal um einiges näher kommen werde, da ich bewusster aufgehört habe und mich mehr mit dem Thema auseinander gesetzt habe. Es wird und muss so einfach klappen.
In diesem Sinne, Euch noch einen schönen Feierabend und heute rauchen wir einfach nicht, warum auch ;-)
hp

Für mich sind es heute Morgen eher die kleinen Glücksmomente, die mir auffallen. Zugfahrt am WE und kein hektisches Grübeln wo man vorher/nachher/zwischendrin noch eine rauchen könnte. Ich bin deutlich weniger müde als früher. Das ganze morgendliche Husten ist weg. Und langsam stellt sich auch wieder etwas Energie ein, die habe ich vermißt. Morgens nicht aus dem Bett kommen ist für mich sehr ungewöhnlich, ich liebe den Tagesstart. In den letzten Wochen blieb viel liegen, eine seltsame Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit. Ging es euch auch so?
Immer noch und immer weiter sind Situationen neu zu lernen oder zu besetzen. Ich arbeite so Stück für Stück all die Freunde ab, die noch rauchen und mit denen ich jahre- teilweise jahrzehntelang ganze Abende im Gespräch verqualmt habe. Bei manchen diskutiert es in mir den ganzen Abend und den vierten davon immer noch. Aber jeder überstandene Abend sagt mir deutlicher, daß es geht und ich es schaffen kann. Und eigentlich ärgern mich diese Diskussionen nur und sehr. Ich will nicht rauchen. Ich finde es wunderbar so wie es nun ist. Ich bin heilfroh diesen Schritt nun endlich gegangen zu sein.

Liebe Mitstreiter:innen,
den wenigstens in Ansätzen langsam zu erkennenden Frühling gehe ich ebenfalls wie manch anderer / manch andere hier joggend an, denn auch bei mir fangen manche Hosen an, ein wenig zu spannen ...
Leider sagen dann erfahrungsgemäß nach einer Weile meine Knie "Hallo" (echt Mist, joggen war einige Jahre mein Lieblingssport), aber bis dahin werde ich laufen, laufen, laufen und bin - by the way - recht überrascht über meinen momentanen Leistungsstand! Meine Lungen sind scheinbar ganz relaxt!
Ihr merkt: Mir geht es eigentlich ganz gut, wenn ich auch gerade seltsamerweise schon seit einigen Wochen so ganz bewusst meiner Jugend hinterher trauere:
In Bars versacken bis zum Morgengrauen, in Bars arbeiten bis zum Morgengrauen, in großen und intimen Runden diskutieren, flirten, in der Uni abhängen, lernen, reisen, umziehen, Pläne schmieden und wieder verwerfen, ständig neue Menschen kennenlernen ...
aber das bin eben auch nicht mehr ich und das will ich eigentlich auch alles gar nicht mehr - jedenfalls nicht so in der Menge und dem Tempo wie früher.
Von daher sagen wir mal nicht "trauern", sondern ich "fühle" gerade ein bisschen meiner Jugend hinterher.
Und wie komme ich darauf?
Ich glaube echt, es ist das Rauchen, das ich eben immer mit dem Lebensgefühl meiner Jugend verknüpft habe. Daher kommt das jetzt alles gerade wieder hoch und macht mich so ein bisschen "melanklüterisch".
Aber die Zeit ist vorbei. Schön, dass sie gewesen.
- ohne Zigaretten wäre das alles allerdings auch gegangen.
Von daher lassen wir das natürlich weiterhin, dieses Gerauche.
Annie

70 (naja, 69:oops Tage ......
Weg ist es noch immer nicht, - aber es tut gut, dass es wirklich weniger wird.
Die eine nach dem Mittagessen fehlt leider noch oft. Und oft muss ich mir dann zusätzlich zum Kaffee noch was reinstopfen. -Das stopft leider. Hab aber auch keine Waage, ich merke meine Gewichtsveränderungen nur am Befinden und am Passen der Klamotten. Die Hosen saßen schon lockerer.....
Mir hilft nach wie vor das Laufen, - auch wenn der verhaltene Frühling dem inneren Schweinehund durch die -Saukälte reichlich Futter gab, in den letzten Tagen. Meistens schaffe ich es aber, mit 8,5km jeden 2. Tag rauszugehen. Die ganze Strecke zu joggen schaffe ich jedoch nicht, - aber die Abschnitte, in denen das gelingt, werden länger.
Auch wenn das Rauchen häufiger plagend anklopft, so gelingt es nach dem einen Ausrutscher doch viel besser, standzuhalten, als beim Alkohol. Da schlingert es ein wenig, - aber nur so, dass alles im grünen Bereich ist. Sowohl in puncto Häufigkeit und Menge. -Aber nicht zu vergessen sind, - finde ich zumindest-, dass Corona und der noch ausbleibende Frühling einfach auch Kraft kosten. Geraucht hab ich seit dem Ausrutscher nimmer, aberkonnte ich leider nicht immer abwehren....
Und da ich kein Übermensch bin,....... naja, (ich hönge schon noch in einem depressiven Tal....
...... aber alles in allem klappt es jedenfalls sehr gut, - und das schieb ich ein Stück weit auch auf euch hier! Mir gefällt die Gesellschaft/Unterstützung hier ausgesprochen gut! Ich finde es sehr ehrlich hier, nicht zu platt lobhudelnd (sowas mag ich gar nicht!) sondern sehr interessant und ernsthaft.
Danke sehr an die Aktiven-Schreibenden und auch die still Mitlesenden und an die Lotsin. (Schreibst sehr angenehm!).
Ja, Andrea, „es zieht“ - an Gedanken und Nerven.....
Grüßle vom Blümle
Bis zum hoffentlich erlösenden 3-Monats-Dopamin-Meilenstein halten wir durch, oder?!!!!!

Hallo Andrea und die Anderen,
ich bin noch dabei, auch wenn heute etwas gnatschig. Ob es mit dem Nichtrauchen zusammenhängt, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich schon auch immer mal wieder an's Rauchen denke und kurzfristig "Appetit" verspüre und mich schon frage, wie lange das wohl noch anhält Und gibt aber auch wieder Tage, wo alles ganz easy läuft..
Und zu den "unterdrückten" Gefühlen, die ich jetzt nicht mehr "wegrauche": Also den "leiseren" Gefühle, wie Leere, Langeweile, Frust, Traurigkeit etc. kann ich eigentlich am Besten mit Ablenkung begegnen, die "lauteren" Gefühle, wie Wut, Aggressionen, extremes Genervtsein etc. muss ich einfach aushalten in dem Moment, ist manchmal schwierig, aber sie verpuffen in der Regel relativ schnell. Und das sage ich mir dann auch immer in dem Moment: Es geht wieder vorbei und tiiiief einatmen, beruhigen, runterkommen...
Wie läuft es bei Euch anderen so?
Wir bleiben rauchfrei! Schönen Abend noch von Biba.

Hallo Ihr Lieben und Tüchtigen, will mal kurz vorbei sehen bei euch und euch Mut machen für das Wegstück bis zur Keksdose (100 Tage).
Aja: Mit deinen 79 Tagen hast du die 66er Schnapszahl längst hinter dir gelassen. Du hast so schön vor kurzem mit der Vogelwelt gejammert (jammern ist völlig in Ordnung), wie geht es dir Heute? Immer noch Grund zum Klagen? Wenn Nein, wie hast du diese Phase überwunden?
Ilona: Du bist ja längst über die Keksdose hinaus geschossen. Wie haben die Kekse geschmeckt? Was machen Heute Suchtdruck und Schlafprobleme?
Blümle, dich hatte schlechte Laune vor kurzem auch am Wickel mit stinkiger Stimmung. Wie kannst du dir da helfen? Wie kommst du da durch? Mein Lieblingssatz aus dem BZgA-Programm ist immer noch: Manchmal wollen unangenehme Gefühle einfach nur ausgehalten werden und unsere Aufgabe ist es, sie vorbei ziehen zu lassen wie Wolken.
Annie Mohn, deine 66 Schnapszahltage sind mit deinen 67 Tagen Heute noch taufrisch. Wie hast du dich belohnt?
Bibra, du feierst nächsten Montag deine 66. Wie willst du das feiern? Du hast so schön geschrieben zum Thema Gefühle unterdrücken. Viele von uns "dürfen" erst mal lernen, mit all ihren Gefühlen umzugehen ohne Suchtmittel Nikotin. Was hilft dir da?
Felix, du hast bereits 85 Tage geschafft, reife Leistung. Mit deinem Partner Aki hat du einen tollen Gesprächspartner, nicht wahr?
Bernd MM, schön, dass du auch noch dabei bist mit 73 und immer wieder mal vorbei schaust.
HP6340, mit 75 Tagen ganz nah an Bernd, wie schaut denn dein schon bisher gesammeltes Rüstzeug und Warnsystem aus? Das wäre so wertvoll, wenn ihr euch weiterhin austauscht zu diesem Thema!
Schwester S, 71 Tage, Dir wünsche ich Vertrauen in deine Zukunft, was die Gewichtszuname betrifft. Erst rauchfrei, dann bauchfrei heißt es bekanntlich hier im Forum. Und drei Kilo gehen noch, finde ich persönlich, genau wie Bibra. Mal im Thema dazu gespitzt, was die anderen so machen?
So, jetzt wünsche ich euch eine gute Weiterreise und auch in unserem Zug hier heißt die Devise: Heute bleiben wir rauchfrei.
Herzliche Grüße an Euch alle.
Andrea

Jepp, genauso sehe ich es auch. Ist im Grunde Sch..... egal, wenn man ein paar Kilos mehr drauf hat, aber dafür nicht mehr raucht. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen lieber 10 Kilo Gewichtszunahme als Rauchen (ist natürlich nur meine Meinung, individuell kann es sicherlich andere Argumente geben)
Und ich denke auch, dass der Zeitraum von 3 - 4 Monaten dafür ganz gut ist. Und vor allem: Wenn wir es geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören, wird die Gewichtsabnahme wohl eher ein Kinderspiel, oder?
Und wir bleiben rauchfrei! Grüße....

Zum Thema Gewichtszunahme: ich habe zwar keine Wage, aber gefühlt sind es zehn Kilo mehr . Aber vermutlich nicht mehr als fünf. Ich mache auch etwas Sport, zum einen als Hilfsmittel gegen die Sucht , zum anderen um nicht zu viel zuzunehmen. Aber mir hilft das Essen schon noch ein wenig vor dummen Rauchgedanken. Blöderweise habe ich pünktlich zum Rauchstopp Knieprobleme durch das Joggen bekommen, trotz neuer Laufschuhe. Deshalb pausiert das gerade wieder. Zum Ausgleich mache ich Yoga, dehnen und etwas Muskelübungen, auch um das Knie wieder fit zu bekommen.
Trotz mehr Speck fühle ich mich körperlich um einiges besser. Ich merke jetzt schon deutlich, was für ein Gift man sich als Raucher täglich gibt und wie sich mein Körper freut, diese Last nicht mehr ertragen zu müssen. Das zusätzliche Gewicht wieder abzunehmen, darum kümmere ich mich sicher erst, wenn ich 3-4 Monate rauchfrei bin.