Diesmal richtig!

Hallo Tinka, geht es wieder?!
Laster sind halt schwer aufzuhalten.
Also, nicht rollen lassen, sondern resolut auf die Bremse treten.
Bleib tapfer. Diese seltsame Phase ist ein Zwischenstadium. In diesem Stadium würde ich vorübergehend rauchende Kollegen und Raucherpausen meiden.
Irgendwann geht das wieder, aber am Anfang ist das nur hausgemachte Extra-Folter. Und wer ist schon so ein Masochist, sich ständig solchen Situationen auszusetzen?
Trau Dir was zu, bleib bei Deinem Entschluss, es ist anfangs wirklich verdammt nervig, aber es bleibt nicht so! Und wenn Du vorübergehend unsozial und unkommunikativ bist - so what?!
Liebe Grüße an die tapfere Tinka,

Scheisse, scheisse, scheisse, ich hatte (inzwischen) gestern Abend einen Rückfall!
19Uhr Vor der ersten Zigarette nach 9 Tagen wieder beschlossen endgültig weiter zu rauchen, Schachtel gekauft - geraucht, nach der 2.Zigarette um 21Uhr beschlossen den Scheiß erneut bleiben zu lassen. 2:30Uhr Tinka wälzt sich reuevoll im Bett und kann nicht schlafen, sie hat Angst dass es wieder so schwer wird und bereut diesen schwachen Schritt gemacht zu haben. Zähler bei 0!? *seufz* .....wieso konnte ich nicht denken? Wieso habe ich meiner Verzweiflung nicht hier Ausdruck verliehen anstatt mich alleine in meinem Selbstmitleid zu suhlen.....
MANN! Ich bin sauer, frustriert und fühle mich gar nicht gut.... alles hinüber für so ein bisschen Qualm.
Ich hab richtig gefühlt wie schlecht die zwei Zigaretten für mich waren, zuerst Schwinel und dann Ameisen in den Füßen bis ich sie fast nichtmehr gespürt habe. Ziemlich krass wenn ihr mich fragt. Ich will mir das wirklich nicht für den Rest meines Daseins antun.
Noch hinzu kommt dass ich wirklich nicht einfach bin wenn es mir schlecht geht und die entzugserscheinungen durchstehen muss. Mein Mann war so enttäuscht als ich ihm per Telefon von meinem Rückschlag berichtetete, er hatte am vergangenen Wochenende alle meine Launen über sich ergehen lassen..... aber es war einfach niemand da und ich fühlte mich so schwach und allein.... dazu solltet ihr vielleicht wissen dass mein Mann jobbedingt aktuell nur wochenends zuhause ist von welchem ich den Samstag stets auf Arbeit verbringe.
Scheiße!!!
Ach man, was jammere ich hier eigentlich rum wie so ein Idiot.... ich nehme diese Niederlage jetzt einfach hin und wenn ich es nicht hier schaffe so trage ich sie zumindest auf der Arbeit mit Fassung (Keiner dort weiß was davon und das ist auch gut so) und tue so als wäre nichts gewesen - einfach weitermachen, oder wie ich mal hier irgendwo gelesen habe: hinfallen - aufstehen - weitergehen!!

Hallo Tinka,
Sei nicht so streng zu dir! Immer locker bleiben.
Mach einfach das, wozu du Lust hast. Wozu deine Kreativität dich treibt. Evt. braucht deine Kreative Ader auch mal eine Pause. Hör auf dein inneres.
schicke dir viel Kraft.
LG Julia

Hey ihrs,
stecke gerade in der Überzeugung fest das Rauchen zu brauchen um wieder kreativer sein zu können.... ich male in meiner Freizeit sehr viel, fotografiere und bearbeite nach. Letzteres geht auch relativ gut, aber das Malen haut grad gar nicht mehr hin - ich werd immer nervös, der Pinsel rutscht ab, ich werde agressiv und reiße die Leinwand vom Keilrahmen. *hust* Das war am 6.Tag von dem ich hier schon berichtet habe, seitdem bin ich nicht mehr vor Wut über den Verlust der Fingerfertigkeit ausgerastet, sondern resigniert....
Kennt ihr das wenn man genau das tun will was aktuell einfach nicht geht???? Mich zerrupft das innerlich richtig. Ich Trotzkind.... eigentlich sollte ich das fürs erste vielleicht einfach akzeptieren und mich von zeit zu Zeit wieder an einem Bild versuchen. Ich will aber irgendwie nicht, diese Blockade sorgt dafür dass ich lustlos vorm PC sitze.
Ach je...... wisst ihr, man wünscht sich ja nichts sehnlicher als nie angefangen zu haben wenn man sowas liest wie "einmal raucher immer raucher" oder "der schmacht wird nur weniger, weg isser nie komplett" das nervt.... und macht mir angst.....

Jeder ehemaliger Raucher braucht meistens mehrere Versuche um von diesem Dreckszeug los zu kommen. Entscheidend ist aber Dein Wille ednlich rauchfrei zu leben. Auch wenn es mehrere Versuche dauert, es wird klappen. Mit jedem Versuch lernst Du dazu, weißt also was nächsten mal besser gemacht wird. Entspannungsübungen helfen wirklich, vorallem progressive Muskelentspannung. WennDu Joggen möchtest, suche Dir im Netz einen schönen Trainingsplan, das hilft.
Also Kopf hocht, Brust raust, weiter gehen.

@claudia56 ...es beruhigt mich sehr das zu lesen, du glaubst ja nicht wie ich mich gestern angestellt habe. Wie ein kleines bockiges, schreiendes und uneinsichtiges Kind. Hätte ich was rauchbares im Haus gehabt, ich hätte alle guten Vorsätze zerstört. Ich bin sogar mit meinem Mann spazieren gegangen in der festen Absicht mir Kippen zu kaufen, aber dann... ganz komisch.... bin ich einfach an der Tanke vorbei!! Na gut, so einfach wars nicht.... ich blieb kurz ca. 200m entfernt stehen und begann meinem Mann klarzumachen dass ichs nicht kann und dass ich mir jetzt eine Schachtel kaufen werde. Er erinnerte mich daran was ich bisher geschafft hatte und fragte sogleich ob ich das wirklich wieder zunichte machen wolle.
Ihn stört das Rauchen zwar ein wenig aber er hat es immer akzeptiert..... natürlich kommt es auch ihm zugute wenn ich nicht mehr rauche - ich meine, wieso nicht auch die Sache aus seiner Perspektive beleuchten? Dass es nicht mein einziger Grund sein sollte ist mir klar und das ist auch nicht der Fall. Aber ich versuche einfach ganz sachlich Gründe zu sammeln und innerlich aufzulisten was mich motiviert weiterhin fern von Kraut und Filter zu bleiben.
@Stornoway/carolinea ...eine sehr schöne Idee Stresssituationen wegzuentspannen. Das Baden genieße ich aktuell abends auch sehr, vor allem weil ich inzwischen so richtig schrumplige Finger kriege da mich keine "Pflicht" (Schweinehund will Futter) aus der Wanne zerrt.
Nur die Sache mit dem Sport will noch nicht so richtig.... ich nehms mir jeden 3.Abend vor: Morgen gehste früh joggen. Dann ist Morgen und ich liege versteinert im Bett und frage mich beinahe entsetzt wie ich es geschafft habe meinen marmorschweren Arm zum Wecker zu bewegen und ihn doch wieder vorzustellen.
Heute wars in der Arbeit phasenweise schwierig, aber einen Absacker wie Samstag hatte ich glücklicherweise nicht. Hatte übrigens auch ein sehr offenes Gespräch über das Aufhören mit meiner Abteilungsleiterin, die selbst vor 2 Jahren die Qualmerei gesteckt hat. Davor war ich um ehrlich zu sein einmal kurz fast wieder geneigt meiner Kollegin eine Fluppe aus der Schachtel zu entwenden....
Sie meinte ich müsse auch etwas an meinen Gewohnheiten ändern. Zum Beispiel nicht immer in der Pause mit den Kollegen in den Raucherraum sitzen und statt kaffee Tee trinken.
Sorry, aber ich bin ein sozialer Mensch, und nur weil ich keine mehr rauchen möchte, möchte ich doch immernoch mit meinen guten Kollegen ein Schwätzsche halten (13 Raucher von 15 Mitarbeitern in unserer Abteilung) und Kaffee find ich auch voll toll >.<
Trotzdem! - Sie ist ne super Vorgesetzte und hatte vollstes Verständnis für meinen offensichtlichen Sinneswandel hin zur Gesundheit. Natürlich auch in Ihrem Sinne denn schließlich stehe ich als Verkaufsberaterin im Verkaufsgespräch mit Kunden sicher besser da, wenn ich nicht nach Rauch stinke und muss auch nichtmehr so viele Raucherpausen machen, was meinen Umsatz ansteigen lässt und damit natürlich den des Unternehmens sowie dessen Ansehen.
Ist es nicht seltsam dass ansonsten sehr auf ihr Äußeres bedachte Menschen - und ich mag mich da nicht ausschließen wenn es um mein Auftreten in der Arbeit geht (zuhause geht schon auch mal Schlabberlook XD) - kein Problem damit haben wenn sie aus dem Mund riechen und Muff sich in der Kleidung absetzt? Geschweige denn die langfristigen Folgen auf den Körper...... naja, muss ich nicht ausführen, ihr kennts ja.
In jedem Fall vielen vielen herzlichen Dank dass ich hier jedesmal wenn ich in Not bin mit einer Antwort rechnen darf, die mich auf meinem Weg definitiv weiter bringt!!!
Abend - 8.Tag, yey!!!
LG,
Tinka

hallo tinka,
mir haben atemübungen (5 sekunden ein, anhalten, aus, anhalten, ein... usw.) geholfen, sport und viel bewusste entspannung. ich hab die ersten wochen praktisch komplett in der badewanne verbracht
habe progressive muskelentspannung mit cd gemacht, eine hypnose-cd gehört, mir viiiieeel gutes getan, mir die unterstützung hier im forum und bei einem freund geholt und mich auf meine motivation konzentriert.
ich habe mir ein poster gebastelt zu meinem ziel und es mir neben das bett gehängt und jeden tag den kalender von hier abgerissen und die mails gelesen. das hat mir geholfen durchzuhalten .
die schlechte stimmung wird am schlimmsten, wenn man unbewusst noch denkt, durch die kippe was zu verlieren oder das sie einem was nützt:
du musst dir klarmachen, dass das eine illusion ist, es gibt tausend andere wege, gefühle zu verändern, eine atemübung oder eine runde um den block kann schon viel helfen. wichtig ist die innere bereitschaft, dass du auch zulässt, dass es dir ohne kippe besser gehen kann. wenn du dich auf den gedanken versteifst, dass dir nur die kippe helfen kann wird das nichts. ich hab diesen "abschied von der kippe" auch als trauerprozess empfunden, aber das geht vorbei. vielleicht hilft es dir, da irgendwelche rituale zu entwickeln.
wünsche dir ganz viel kraft!

einfach ein schritt nach dem anderen, es wird immer leichter werden.


Hallo Tinka!
Frustabbau durch Sport und Bewegung hilft sehr gut.
Wenn es gerade nicht möglich war, abzuhauen, hab ich mich im Badezimmer eingeschlossen. Und "scheissescheissescheissescheisse!!!" gewinselt.
Oder in den Spiegel gebrüllt: "neineineineneineinein".
Das waren so meine Akut-Maßnahmen bei Frust und wenn ich aggro wurde.
Die Kippe hält Dich klein. Nur ein Nein macht groß. Denk dran!
Lieben Gruß

Hey ihr Lieben,
bitte gebt mir einen Rat wie ich das unendlich große Verlangen nach Zigaretten loswerden kann. Heute ist es ganz besonders schlimm, habe schon 2x geflennt deswegen & mit meinem Mann gestritten - bin agressiv, gereizt und total hin- und hergerissen. Ich will unbedingt eine rauchen damit dieses Gefühlschaos endlich nachlässt und ich will stark bleiben weil ich schon so weit vorne angelangt bin (8.Tag) . Aber bei mir is die komplette Lässigkeit vom Anfang verflogen....
Ich wäre euch so dankbar dafür, wenn ihr mir über dieses Horrorszenario hinweg helfen könntet. Vielleicht den ein oder anderen Tipp loswerdet oder einfach nur beschreibt wie es bei euch verlief....
Ich möchte mich nichtmehr so klein fühlen.......

Hallo Tinka!
Ja, also die Welt besteht auch nicht bloss aus schlechten Menschen. Es gibt da noch hin und wieder hilfsbereite.
Bleib tapfer, es ist DEINE Entwöhnung. Und es kann Dir wirklich herzlich egal sein, was die lieben Kollegen denken oder meinen. DU musst durch den Quark, weil Du es Dir vorgenommen hast. Und es ist DEINE Angelegenheit.
Sorry, wollte Dir nicht Deinen Daddy madig reden. Aber etwas seltsam fand ich den Tipp von ihm schon. Aber dusselige Daddies und unsensible Kollegen gibt es wie Sand am Strand.
Wie gesagt, tapfer bleiben, es ist manchmal wie Geisterbahn-Fahren und man gruselt sich vor seinen eigenen Reaktionen oder wird unberechenbar wie ein Kleinkind.
Aber je mehr Zeit vergeht, desto besser wirds. Man gewöhnt sich sogar ans Zwicken und Zwacken der Sucht und denkt manchmal: "Ach ja, stimmt, bin ja auf Entzug die ganze Zeit...".
Herzlichen Gruß und weiter viel Tapferkeit!