Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen

Nichtrauchen - bei Jugendlichen im Trend

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt seit 1973 in regelmäßigen Abständen Repräsentativbefragungen zum Tabakkonsum von Jugendlichen in Deutschland durch. Für diese Studie werden bundesweit mehrere Tausend Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und befragt (2019: 7.000 Befragte).

Bei den 12- bis 17-jährigen ist seit 2001 ein starker Rückgang des Rauchens zu erkennen. In dieser Altersgruppe lag die Raucherquote im Jahr 2001 noch bei 28 Prozent, verzeichnete dann einen Rückgang auf 20 Prozent im Jahr 2005 und sank in 2008 weiter auf 15 Prozent.

Laut aktueller Befragung aus dem Jahr 2019 liegt die Raucherquote derzeit bei knappen sechs Prozent - ein historischer Tiefstand. Der Rückgang in der Raucherquote in den letzten Jahren zeigte sich sowohl bei den weiblichen als auch den männlichen Jugendlichen. Im Jahr 2014 rauchten noch 9 Prozent der Mädchen und 11 Prozent der Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Eine erfreuliche Entwicklung nimmt auch die Quote der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben. Dieser Anteil steigt bei den 12- bis 17-jährigen seit 2001 kontinuierlich an. Im Jahr 2018 lag er bei 85 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 gab noch die Hälfte  der befragten Jugendlichen (51 Prozent) in dieser Altersgruppe an, noch nie in ihrem Leben geraucht zu haben.

Bei den 18- bis 25-Jährigen ist die Raucherquote deutlich höher als bei den jüngeren Jugendlichen. Langfristig ist jedoch auch in dieser Altersspanne ein Rückgang des Tabakkonsums zu beobachten. Aktuell rauchen etwa 21 Prozent der 18- bis 25- Jährigen (24 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe). Der Anteil der 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen, die noch nie geraucht haben, ist von 25 Prozent (2008) auf 46 Prozent (2019) angestiegen.


 12- bis 17-Jährige18- bis 25-Jährige
 JungenMädchenInsgesamtMännerFrauenInsgesamt
199321%20%20%51%44%47%
199727%29%28%54%47%51%
200127%28%28%46%42%45%
200322%23%23%   
200424%23%23%45%44%44%
200521%19%20%   
200718%16%13%   
200815%16%15%42%44%43%
201014%12%13%41%37%37%
201111%12%12%36%37%37%
201212%13%12%38%33%35%
201411%9%10%34%26%30%
20157,7%7,8%7,8%28,1%24,2%26,2%
201610,1%4,7%7,4%29,4%22,5%26,1%
20186,5%6,6%6,6%26,3%23,0%24,8%
20196,0%5,2%5,6%24,3%17,9%21,2%
Quelle: Orth, B. & Merkel, C.(2020)

Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt in Deutschland bei 14,8 Jahren. Unter Haupt- und Realschülerinnen und -schülern ist das Rauchen deutlich weiter verbreitet als bei Jugendlichen, die das Gymnasium besuchen.

Je früher Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, desto schneller werden sie abhängig


Der Einstieg in das Rauchen wird gefördert durch:

  • rauchende Eltern.
  • den Einfluss gleichaltriger Freunde, die rauchen.
  • Zigaretten, denen Zusatzstoffe wie Kakao und Menthol einen besseren Geschmack verleihen. Auch das anfängliche Kratzen im Hals beim Rauchen einer Zigarette kann durch Zusatzstoffe gedämpft werden. Damit wird eine weitere Schwelle von Kindern und Jugendlichen gegenüber dem Rauchen gesenkt.
  • Werbung, die gezielt die Motivation von Kindern und Jugendlichen zum Rauchen verstärkt.
     

Rund zwei Drittel der Rauchenden zwischen 12 und 25 Jahren möchten aufhören zu rauchen. Unterstützung finden rauchende Jugendliche und junge Erwachsene auf der Internetplattform www.rauch-frei.info.

Quellen

[1] Orth, B. & Merkel, C. (2020). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019. Rauchen, Alkoholkonsum und Konsum illegaler Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale fur gesundheitliche Aufklarung. doi: 10.17623/BZGA:225-DAS19-CAN-DE-1.0