Nichtrauchen: bei Jugendlichen im Trend
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) führt seit 1973 in regelmäßigen Abständen Repräsentativbefragungen zum Konsum von Tabak und anderen nikotinhaltigen Produkten unter Jugendlichen in Deutschland durch. Für diese Studie werden bundesweit mehrere Tausend Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und befragt (2025: 7.001 Befragte).
Langfristiger Trend zum Nichtrauchen, im Jahr 2025 jedoch wieder mehr jugendliche Rauchende
Bei den 12- bis 17-Jährigen ist seit langem ein starker Rückgang des Rauchens zu erkennen. Im Jahr 2001 rauchten noch mehr als ein Viertel der Jugendlichen in dieser Altersgruppe. Im Jahr 2025 liegt die Raucherquote bei 9,6 Prozent. Sie ist damit weiterhin deutlich niedriger als zu Beginn der 2000er Jahre, liegt jedoch höher als im Jahr 2021. Damals betrug sie 6,1 Prozent (siehe Tabelle).
Bei den Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren rauchen im Jahr 2025 9,7 Prozent. Im Jahr 2001 waren es noch 27,2 Prozent. Der Anteil der Jungen, die noch nie geraucht haben, liegt 2025 bei 83,6 Prozent. Im Jahr 2001 waren es 41,6 Prozent.
Bei den Mädchen zeigt sich eine ähnliche langfristige Entwicklung. Der Anteil der 12- bis 17-jährigen Raucherinnen ging von 27,9 Prozent im Jahr 2001 deutlich zurück. Im Jahr 2025 liegt er bei 9,3 Prozent und damit höher als im Jahr 2021 (6,8 Prozent). Der Anteil der Mädchen, die noch nie geraucht haben, beträgt im Jahr 2025 82,6 Prozent.
Junge Erwachsene: Höhere Rauchquote unter Männern
Bei den 18- bis 25-Jährigen ist Rauchen weiterhin stärker verbreitet als bei den 12- bis 17-Jährigen. Im Jahr 2025 rauchen 26,3 Prozent der jungen Erwachsenen. Bei den jungen Männern beträgt der Anteil ein knappes Drittel (31,0 Prozent), bei den jungen Frauen ist es ein rundes Fünftel (21,0 Prozent).
Langfristig ist auch bei den jungen Erwachsenen ein deutlicher Rückgang des Rauchens zu beobachten. Im Jahr 2001 rauchten noch 46,7 Prozent der jungen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren. Im Jahr 2025 liegt er bei den schon erwähnten 31,0 Prozent. Bei den jungen Frauen ging der Raucherinnen-Anteil im gleichen Zeitraum von 42,2 Prozent auf 21 Prozent zurück. Der Anteil der jungen Erwachsenen, die noch nie geraucht haben, ist langfristig gestiegen. Bei jungen Männern liegt er im Jahr 2025 bei 43,0 Prozent, bei jungen Frauen bei 51,6 Prozent.
E-Zigaretten: Mehrweg-Produkte nehmen zu
Neben klassischen Tabakzigaretten konsumieren Jugendliche und junge Erwachsene seit einigen Jahren auch E-Zigaretten. E-Zigaretten gibt es als Einweg- und Mehrweg-Varianten. Ebenso werden Tabakerhitzer konsumiert, allerdings von jüngeren Menschen derzeit vergleichsweise selten.
Auffällig ist vor allem der Anstieg beim Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten. Zwischen 2023 und 2025 nahm ihr Konsum sowohl bei Jugendlichen als auch bei jungen Erwachsenen spürbar zu. Im Jahr 2025 haben 14,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen schon einmal eine Mehrweg-E-Zigarette genutzt, bei den jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) liegt dieser Anteil bei 35,1 Prozent. Der Gebrauch von Einweg-E-Zigaretten ging zuletzt zurück oder blieb weitgehend stabil. Ebenfalls auffällig: Im Jahr 2025 konsumierten mehr als 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer von Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids. Damit ist dieser Anteil gegenüber den Vorjahren gestiegen.
Einflussfaktoren auf das Rauchverhalten von Jugendlichen
- Eltern können eine Menge dafür tun, dass ihre Kinder nicht anfangen zu rauchen oder andere Nikotinprodukte zu konsumieren: selber nicht rauchen
- eine klare Position zum Thema Rauchen haben
- für eine rauchfreie Umgebung des Kindes sorgen
- es zu einem selbstbewussten Menschen erziehen.
Die Tabakindustrie wiederum hat ein (wirtschaftliches) Interesse daran, dass möglichst viele Menschen (und damit auch zukünftige Generationen) ihre Produkte konsumieren. Dafür werden unter anderem Zusatzstoffe eingesetzt, die Zigaretten einen besseren Geschmack verleihen. Auch das anfängliche Kratzen im Hals beim Rauchen einer Zigarette kann durch Zusatzstoffe gedämpft werden. Damit werden Einstiegs-Schwellen gegenüber dem Rauchen herabgesetzt. Studien zeigen zudem, dass Zigaretten-Werbung und Rauch-Szenen in Filmen und Serien dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche anfangen zu rauchen.