Jungfrau

Verfasst am: 11. 03. 2020, 10:11
Pudinella
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Hallo ihr Lieben

Ich bin 35, weiblich und rauche seit...Naja schon immer.
Ich habe noch nie aufgehört oder es versucht, es wird mein erstes Mal.
Ich rauche ca 15 Zigaretten am Tag und es sollen null werden.
Mein Stichtag ist der 18.03. Den habe ich gewählt weil ich da das Ergebnis einer DNA Untersuchung bekomme.
Es geht um Rheuma, ich bin schon ein halbes Jahr arbeitsunfähig und hab jeden Tag Schmerzen und Schwierigkeiten im Alltag und Bewegung. Ich dachte, wenn ich die Diagnose Rheuma bekomme muss ich aufhören. Und dann dachte ich, und wenn nicht? Dann nicht? Macht doch keinen Sinn.
Der zarte Samen in meinem Kopf ist jetzt eine wunderschöne Blume

Meine Vorbereitung beginnt morgen. Die erste Zigarette am morgen hinausschieben. Ich bin ein Morgenmuffel, so richtig, nicht nur ein bisschen. Grundsätzlich nicht schlimm, wenn da nicht mein wundervoller Partner wär der dies ertragen muss. Also dachte ich, damit Konditionier ich mich schonmal etwas um und mein Kopf hört auf zu denken das dass Ende der Muffeligkeit von der ersten Zigarette abhängt.
Ich werde also morgen ausgiebig Frühstücken und mir danach erst die erste erlauben.

Ansonsten hab ich gerade jetzt viele Vorteile. Ich bin eh zu Hause, ich muss für nichts fit sein. Ich kann den Tag genau darauf fokussieren. Ich bin müde und schlafe schlecht, die Nebenwirkung werd ich also kaum bemerken. Ich habe zugenommen. Kein Wunder, früher hatte ich zwischen 17000 und 25000 Schritte auf der Uhr, an manchen Tagen schaff ich jetzt keine 1000. Das hab ich schon akzeptiert. Ich bin dicker, na und? Irgendwann werd ich mich schon wieder bewegen können und den Kilos beim purzeln zusehen können und wenn nicht? Dann ist das so. Hauptsache gesund oder gesünder
Ich habe ein tolles Ziel. Ich will so sehr genesen dass ich es schaffe eine Stunde schmerzfrei spazieren zu gehen. Niedrige Entzündungswerte können helfen. Also will ich meinen Körper unterstützen.

Meine Hilfsmittel werden Kaugummis, stinknormale und leckere Snacks. Ich mag keine Süssigkeiten oder Zucker, Gott sei Dank. Ausser in Obst und Gemüse. Jeden Tag stell ich mir also einen vollen Teller Rohkost und Obst hin Ansonsten Ablenkung. Viel kann ich nicht machen, aber hab mir ein bisschen was überlegt. Wenn es ganz schlimm wird hab ich Aufgaben für die Couch. Alte Fotos sortieren und einkleben, in Erinnerungen schwelgen lenkt wunderbar ab. Ich habe meine sämtliche Kosmetik zusammengeworfen (peinlicherweise 2 Wäschekörbe voll) auch die darf sortiert und aussortiert werden. Mein Kleiderschrank wird ausgemistet. Alles was mir nicht mehr passt kommt weg, frustet sowieso nur. Meine Freundin kommt dann zur Anprobe und was sie nicht mag bringt sie zur Diakonie. Gleich was gutes getan
Ansonsten dachte ich dass ich ganz banal noch Youtube nutze. Ich mach mir eine "Nostalgieliste" mit Dingen die ich mir anschauen kann, Bands die ich früher gehört habe, Kindersendungen, Werbung aus sen 90ern und sowas. Da kommt man vom hundertste ins tausendste. Ich werd richtig schön meine Zeit verschwenden Ebenso möchte ich mir eine Themenliste machen, Dinge die mich interessieren und Dokus dazu raussuchen.
Ansonsten hab ich noch ein paar ungelesene Bücher. Für meine Hände hab ich Wolle und Stricknadeln besorgt. Ich lern stricken Und ich hab ein paar Kartons, Eierverpackungen und Zewa bzw Klorollen gesammelt. Meine Katze wird also mit selbst gebasteltem Spielzeug erfreut.
Jetzt gerade merk ich erst wieviel ich mir vorgenomnen habe und muss sagen das ich mich wirklich auf all die Dinge schon freue. Ich bin richtig aufgeregt und gespannt und hab überhaupt keine Ahnung ob ich der Typ Mensch bin der soviel Willenskraft hat. Ich hoffe es mal

Achja und mein Partner ist glücklicherweise Nichtraucher. Schon immer gewesen. Erstaunlicherweise meinte er ich müsse nicht aufhören. Ich dachte er macht Luftsprünge. Aber er freut sich und gibt sich die grösste Mühe mir zu versichern das er mich unterstützt, es für ihn aber "egal" ist. Er hat aber Angst vor der ersten Stunde meines Wach seins

Alles in allem weiss ich nicht ob das so funktioniert und der richtige Weg ist. Und auch nicht ob die Motivation richtig ist. Aber Versuch macht klug und das schlimmste was passieren kann ist das ich es nicht schaffe und rauche. Und "ich rauche" ist ja der momentane Ist Zustand. Also kann ich nur dahin zurück fallen.

Ich bin euphorisch Aufgeregt und hoffe das bleibt so. Vor allem morgen früh

Verfasst am: 11. 03. 2020, 10:36
JanaStefanie
JanaStefanie
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Hallo Pudinella,

Das hört sich ja großartig an! Du hast mich auf einige gute Ideen gebracht. So gut vorbereitet, wird der Ausstieg sicherlich leicht.

Wenn du Lust hast, schließ dich doch unserem März-Zug an, da sitzen viele Leute drin, die im März ihre Reise in die Rauchfreiheit begonnen haben. Man hilft sich und unterstützt sich:

https://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=8860

Alles Gute für den großen Tag!

Verfasst am: 11. 03. 2020, 11:05
Bolando
Bolando
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Hallo Pudinella,
da will ich dich mal ganz herzlich im Forum, der Gemeinschaft der Aufhörwilligen und Aufhörer begrüßen. Du schreibst sehr positiv und das beeindruckt, wenn man bedenkt wie es dir gesundheitlich gerade geht.
Zu deinem Plan möchte ich anmerken, dass das Reduzieren der Zigaretten zwar stresst, aber in der Regel nicht zum Ausstieg führt. Best Praxis ist mit einem Sprung rein ins kalte Wasser.
Hier auf rauchfrei-info findest du unter "Informieren" und "Aufhören" einige Infos und Nützliches. Stöbern und Mitlesen im Forum bringt auch Ablenkung und manch guten Hinweis. Ich persönlich mag die Videos von Herrn Frädrich ("frädrich rauchfrei" googeln. Es gibt ein paar davon. Direkte Links werden hier nicht geduldet - könnten unerlaubte Werbung sein).
Zum März-Zug hat Stefanie dich ja schon eingeladen. So funktioniert der Link hierdirekt: http://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=8860
Nun wünsche ich gutes Gelingen. Noch ein Blümchen für das neue Wohnzimmer

und bis bald
LG Bolando

Verfasst am: 11. 03. 2020, 11:39
Pudinella
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Danke fürs willkommen heissen ihr zwei
Sehr gern spring ich auf den März Zug auf. Spätestens am 18., meinem Stichtag
Ich hab nicht vor die Zigaretten ausschleichen zu lassen. Am 18. gibts null. Der Tag passt perfekt. Hab sehr früh den Termin beim Arzt. Bin also abgelenkt und aus Erfahrung weiss ich das nach dem Termin eh jede Bewegung ne Qual ist. An solchen Tagen rauche ich immer weniger weil das aufstehen dann so schwer ist. Dann nicht auf zu stehen um eine rauchen zu gehen ist also ein toller Bonus. Das Ergebnis wird mich auch nicht aus der Bahn werfen oder stressen. Egal was raus kommt ich bin mental darauf vorbereitet und habe mein Mantra "Es ist wie es ist" Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber das was wird und kommt kann ich beeinflussen
Mit meiner verschobenen Morgenzigarette ab morgen versuch ich nur meinen Mann auf den letzten Drücker vor dem schlimmsten zu bewahren. Eine Woche vorher ist bestimmt zu spät, aber der Wille war da
Ich spiele ein wenig mit dem Gedanken es evtl morgen schon zu versuchen. Zu lassen. Das weiss ich noch nicht. Ich muss aber morgens aufhören wenn ich ein paar Nachtstunden ohne Nikotin hinter mir hab. Vor den ersten Stunden hab ich am meisten Angst

Eben Herrn Frädrich angeschaut. Richtig toll. Danke für den Tip

Verfasst am: 12. 03. 2020, 05:41
rauchfrei-lotse-andreas
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Hallo Pudinella, herzlich Willkommen und Glückwunsch zu Deinem Entschluss. Die Planung liest sich ja sehr gut, sieht nach einer guten Vorbereitung aus.

Ich erlaube mir mal den Link für das von Ines erwähnte Buch zu bringen, das wirklich lesenswert ist: http://whyquit.com/NWEEZ/NWEEZ!-Buch.pdf

Ebenfalls hilfreich ist das kostenlose Starterpaket, besonders dieser Knetball ist klasse. Da sind die Finger beschäftigt: http://www.rauchfrei-info.de/informieren/materialien/

Starte doch heute schon einmal einen Versuch, du machst ja alles richtig. Schau mal hier in die Broschüre, wo es auch viele Tipps gibt: http://www.bzga.de/pdf.php?id=253e87a4d2e5ed98979066bc64837c80

Der Entzug verläuft sehr oft in Wellen, wo nach einfachen Tagen auch mal wieder eine Phase kommt, wo man mehr kämpfen muss. Die passende Regel dazu lautet: "3 Tage, 3 Wochen, 3 Monate" und passt eigentlich auch ganz gut Die ersten 10-14 Tage werden oft als die schwierigsten angesehen. Zur weiteren Unterstützung kann man noch Nichtraucher-Seminare besuchen, deren Kosten meistens von der Krankenkasse übernommen werden. Fragen lohnt sich bestimmt.

Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Start, vielleicht heute schon, und hoffe bald wieder zu hören.

Viele Grüße

Andreas

Verfasst am: 12. 03. 2020, 09:39
Pudinella
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Hallo ihr Lieben, vielen lieben Dank nochmal für die Aufnahme
Ich bin echt froh über alle Beiträge hier im Forum. Fühle mich schon besser. Nun ja, ich berichte mal.

Vorstellung: Ich ging wunderbar beflügelt ins Bett. Wenn ich wach werde stehe ich auf, gut gelaunt und fröhlich. Die Vögel zwitschern, ich singe. Ja ich kann plötzlich singen. Ich öffne das Fenster,atme die frische Luft und die Vögel kommen rein und helfen mir beim anziehen. Zigarette? Ne, ich bin jetzt eine tanzende Disney Prinzessin,die gibt es nicht mit Glimmstengel. Ich bin frei, die Sonbe scheint, mein Leben ist ein Musical.

Realität: Ich ging wunderbar beflügelt ins Bett. Ich wache auf, um 5 Uhr verdammt nochmal. Ich kann nicht mehr liegen, alles schmerzt und zu allem Überfluss ist meine Blase kurz vorm platzen. Ich stehe wütend auf. Verfluche mich und die Welt und hab abgrundtief schlechte Laune. In meinem Kopf spielt Death Metal und ich wünsche mir eine Gitarre mit der ich alles kurz und klein schlagen kann. Ich will zerstören! Ich bin ein billiger Whiskey saufender Rebell und will verdammt nochmal meine Zigarette um darum zu trauern das ich nicht wahllos die Wohnung verwüsten kann. Es ist noch gar nicht der 18. Und überhaupt, warum mit dem rauchen aufhören? Wer denkt sich sowas aus? Kaffeeee, Kaffeeee! Kaffee ist fertig. Verdammt Kaffee. Wo bleibt meine Zigarette? Noch ein Kaffee. Verdammt was soll der Mist? Noch ein Kaffee. Katze guck mich nicht so niedlich an ich bin wütend, ich bin der Zorn. Ich vernichte die Menschheit. Ok, noch ein Kaffee. Zigarette. Verloren....

Dann Enttäuschung.

Jetzt Akzeptanz. Wird schon. Ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dann eben heute so wenig wie möglich und morgen auch. Vielleicht morgen auch gar nicht? Kein Druck. Ich entspann mich

Verfasst am: 12. 03. 2020, 10:34
Bolando
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Hallo Pudinella,
ja, es ist nicht leicht. Gerade auch am Anfang. Kein Druck, also kein Hineinsteigern ist gut. Hast auch so schon genug Probleme. Ein Gedanke: Du musst nicht mit der Morgenzigarette den Stopp beginnen. Startest du am Nachmittag, dann ist der erste Tag viel schneller rum
Hab noch einen schönen Tag und Grüße

Verfasst am: 17. 03. 2020, 05:38
rauchfrei-lotse-andreas
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Hallo Pudinella, bin doch mal neugierig, wie es bei Dir heute so läuft.

Die ersten Tage sich wirklich nicht "vergnügungssteuerpflichtig" das stimmt schon. Da gilt es wirklich ablenken, ablenken und aussitzen. Was bringt Dich am besten auf andere Gedanken?

Bekannte, Familie informieren und einfach ein Freundschaftsbonus anfordern. Diese Phase wird sich auch wieder legen.

Auch an Dich gerne den Hinweis an den heutigen Chat von 20-22 Uhr, vielleicht hast Du ja Zeit und Lust.

Viele Grüße

Andreas