Die Gefährten und (hoffentlich) die Rückkehr des Königs

Verfasst am: 22. 03. 2021, 13:39
docrox
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Hallo an all diejenigen, die diese Zeilen hier lesen!!

Ich bin nun seit 16.03. hier "aktiv". Anfangs habe ich nur gelesen und mich informiert und war begeistert von den vielen inspirierenden Beiträgen. Ein paar Tage später wurde ich dann auch selbst in Sachen Beiträge munter und habe schon in dem ein oder anderen Wohnzimmer und auch im März-Zug von mir erzählt und Erfahrungen geteilt. Jetzt dachte ich, dass der richitge Zeitpunkt gekommen ist um auch mein eigenes "Zimmer" zu eröffnen - hier ist es also.

Ich habe eine ca. 25-jährige Karriere als Raucher mit ca. 20 Zigaretten täglich am 20.03. hinter mir gelassen. Nachdem ich in den letzten Jahren weitgehend auf "konventionelle" Zigaretten verzichtet und auf elektrisch bzw. Heets umgestellt habe, sollte nun der Moment gekommen sein es ganz zu lassen!
Warum?
Nun ja, über die gesundheitlichen Aspekte brauchen wir denke ich nicht reden, hier weiß jeder Raucher selbst was er seinem Körper antut - auch wenn es keiner hören bzw. wahr haben will, und in Sachen Verdrängen ist die rauchende Bevölkerung stark - zumindest in der Zeit in der man raucht. Als Nicht-mehr-Raucher ist das ein bisschen anders... ich frage mich warum man in der neuen Situation nicht einfach verdrängen kann, dass man rauchen möchte!? Das würde einem das Leben einfacher machen - dann würde dieser kleine Teufel nicht ständig erscheinen und einem erzählen wollen, dass genau jetzt ein wahnsinnig guter Zeitpunkt wäre um sich eine anzumachen...hier kommen dann "die Gefährten" ins Spiel, genau hier in diesem Forum findet man so viele liebe Menschen, die dieselben Probleme haben und die einen durch ihre Zeilen bestärken durchzuhalten, auch wenn es schwer ist, aber es soll ja irgendwann leichter werden, davon bin ich auch überzeugt, und der Weg dorthin ist gemeinsam leichter als alleine...diesen Teufel werden wir schon losbekommen.
Damit wären wir bei meiner nächsten Antwort auf die Frage "Warum?" - ich habe für mich entschieden nicht mehr die Geisel dieses Teufels sein zu wollen. "Jetzt rauch erstmal eine", "Komm schon, eine geht noch, is doch eh schon egal", "Rauch mein Freund, rauch, wer weiß wann du Gelegenheit hast die nächste zu rauchen", "Sieh zu dass du genug Stoff hast, wird ein harter Tag", usw usw - diese Liste kann man unendlich erweitern. Ich möchte aber vielmehr selbst wieder der "König" sein, der das Sagen hat und den Teufel in die Schranken weisen kann!
Zudem möchte ich nicht, dass meine Kinder einen qualmenden und stinkenden Papa als Vorbild haben und am Ende in ein paar Jahren denselben dummen Fehler machen wie ich - Finger weg von diesem Teufelszeug!!

Den ersten meiner rauchfreien Tage habe ich sehr gut mit einem Pflaster überstanden, der erste Abend war aber ab dem "Feierabend-Zeitpunkt" (Kinder im Bett, Haus aufgeräumt) trotz des Pflasters z.T. echt hart! Hab mich dann versucht abzulenken und bin zeitig ins Bett gegangen. Am zweiten Tag hab ich beim Pflasterwechsel vergessen (Kinder haben mich abgelenkt) ein neues zu kleben und habe meinen "Fehler" erst am Abend bemerkt - der Tag war gefühlt aber nicht anders als der vorherige mit Pflaster, also habe ich drauf verzichtet mir erneut eins zu kleben. Der Abend war dann aber wieder schlimm, diesmal habe ich mir einen Lutscher von den Kindern gekrallt, hat etwas geholfen. Heute ist Tag 3 und der erste Tag in der Arbeit, hier hab ich sonst ziemlich viel geraucht, denke so um die 12 Heets gingen täglich weg... hab aber trotzdem erstmal aufs Pflaster verzichtet um zu sehen wie es wird. Für den Notfall habe ich aber sowohl Pflaster als auch Spray griffbereit. Aktuell fällt es mir schwer nicht zu rauchen, deshalb schreibe ich auch hier in meiner Pause, schreiben hilft meistens etwas... ich will aber auf jeden Fall stark bleiben und NICHT RAUCHEN!!

Liebe Grüße
Michl

Verfasst am: 22. 03. 2021, 14:16
Cupko
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Hallo Michl,
das mit dem Teufel geht mir genauso wie dir. Ich glaube fest daran, dass er eines Tages verschwindet.
Gruesse
Sibila

Verfasst am: 22. 03. 2021, 15:02
Hausmeister
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Hi, das doch mal ein toller Name für ein Wohnzimmer. Schön das du hier bist, ja ich seh es genauso: hier gibt es die Gefährten, die uns durch die schwere Zeit helfen, in dem sie uns begleiten. Hier können wir uns auskotzen und brauchen nicht so tun, als wäre alles so easy. Und das ist es nun wirklich nicht. Es ist die Hölle durch die wir gehen, ob mit oder ohne Hilfsmittel. Ich denke mit dauert länger, aber jeder soll seinen Weg gehen. Ich hab es ohne gemacht und es waren scheiß 14 Tage, ach was, drei oder 4 Wochen. Aber wenn man das durchhält, dann kommt plötzlich der Tag an dem du merkst, das das Nichtrauchen immer normaler wird. Und das ist nur geil. Mein Tip für dich, setzt dich in den Märzzug und sieh dich täglich dort um, mir hat der Novemberzug super geholfen. Es ist ne tolle Gemeinschaft.
LG Hausmeister Peter

Verfasst am: 23. 03. 2021, 15:40
docrox
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Vielen Dank für euren Besuch in meinem Wohnzimmer und für die Kommentare die ihr mir da gelassen habt, das freut mich sehr!!!

Der zweite Arbeitstag ohne Zigarette neigt sich langsam dem Ende! Sowohl gestern als auch heute habe ich jeweils einmal mein Nikotinspray verwendet, dafür aber seit Sonntag früh kein Pflaster mehr. Wenn ich bedenke, dass ich nun mit 2mg Nikotin den Tag über zurechtkomme ist das verglichen zu den geschätzt 40mg Nikotin die ich mit Qualm inhaliert habe doch schon ein guter Erfolg - v.a. bleibt der Glimmstängel aus, und das ist es doch was gerade am Anfang zählt. Klar wäre es mir lieber ich hätte das Spray nicht verwendet, aber ich bin guter Dinge, dass ich das in absehbarer Zeit auch weglassen kann.
Bin nun gespannt wie der Abend verläuft, die letzten waren schon anstrengend da sich die Gedanken oft und heftig um das Rauchen gedreht haben... eines werde ich aber trotzdem nicht machen, und das ist rauchen....

Verfasst am: 23. 03. 2021, 15:48
Hakkatsch
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Hi docrox,
wenn ich deine Zeilen lese, spüre ich meine ersten Tage als Nichtraucherin wieder :-) aber ich verspreche dir, es wird mit jedem Tag leichter. Du hast ja vielleicht von mir im März Zug schon gelesen, ich bin jetzt eine Woche rauchfrei und ich habe keine „Schmerzen“ mehr wie in den ersten 3 Tagen.
Ich drück dir die Daumen, halte durch als gutes Vater-Vorbild. Wir schaffen das zusammen!

Verfasst am: 23. 03. 2021, 16:01
docrox
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Heike, Danke für deine aufmunternden Worte!!! Das tut wirklich gut zu hören, v.a. von jemandem der noch nicht sooo viel Vorsprung an rauchfreien Tagen hat weil man dann eine Perspektive in greifbarer Nähe spüren kann! Ich habe dir im März Zug schon geschrieben, finde es super wie du mit der Gesamtsituation umgehst und jetzt auf deine Gesundheit achtest! Mach weiter so, du machst das ganz hervorragend!!

Liebe Grüße,
Michl

Verfasst am: 23. 03. 2021, 16:05
janipiep
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Hi Michl,

wir lesen uns ja auch im Märzzug, aber ohne ein Blümchen dazulassen wollte ich nicht wieder verschwinden.

Wobei, doch, eine Kleinigkeit noch: Ich schließ mich Hakkatsch an, es wird definitiv besser!
Ob das kleine Rauchschwein jemals ganz verschwinden wird, bezweifel ich inzwischen, zumindest bei mir. Aber das Thema bleibt ganz sicher nicht so raumgreifend wie in den ersten Tagen.

Halt durch, immer Tag für Tag
Jani

Verfasst am: 23. 03. 2021, 16:24
docrox
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Danke Jani, echt lieb von dir! Freut mich!!

Ich habe bei mir dieselbe "Befürchtung" wie du bei dir - dieses Drecksch.... wird sich wahrscheinlich nie wirklich ganz verabschieden und immer wieder versuchen die Oberhand zu bekommen, das ist auch genau das was mir bei dem ganzen Rauchstopp-Thema am meisten zu schaffen macht - hört es irgendwann auf?! Ich fühl mich richtig schlecht bei dem Gedanken den Rest meines Lebens einen Kampf gegen den Rauchteufel zu führen - ja, ich weiß, bescheuert eigentlich wenn man bedenkt dass man sich und seiner Gesundheit wahrscheinlich nichts besseres tun kann als mit dem Rauchen aufzuhören, der Kopf macht da nur (noch?!?) nicht so mit... Himmel ist das alles anstrengend

Verfasst am: 23. 03. 2021, 18:35
docrox
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Hey ihr!
Ich danke euch allen!! Ich hätte nie gedacht dass mir ein Forum mal so helfen kann... aber wie bei euch ist es meinem Umfeld entweder egal oder sie können sich einfach nicht vorstellen welche Qualen man durchleben muss mit einem Rauchstopp. Umso wichtiger ist es sich hier unter Gleichgesinnten gegenseitig zu unterstützen - und das machen wir glaub ich alle ziemlich gut, egal in welchem „Zimmer“ oder „Zug“!!

Versuchen wir weiterhin stark zu bleiben und hoffen dass wir in 3 Monaten (oder so...) die Attacken weglächeln können!!

Verfasst am: 24. 03. 2021, 13:41
docrox
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hin - her
rauf - runter
oben - unten
auf gar keinen Fall rauchen - ZIGARETTE!!
du machst das klasse - warum tust du dir das alles eigentlich an

Kann jemand folgen? die Gefühle und Gedanken sitzen in einer endlos erscheinenden Achterbahn, von der ich hoffe, sie hat ein Ende, sicher bin ich mir aber nicht. Manche Geschichten machen mir Mut, manche Angst.
Beispiel:
Mein Papa hat vor über 30 Jahren aufgehört zu rauchen, ihn interessiert das Thema null, unter null. Rauchen berührt ihn in absolut keinster Weise.
Mein Schwiegerpapa hat auch vor über 30 Jahren aufgehört zu rauchen, er liebt den Geruch von Zigaretten noch heute und sagt er wäre der Erste am Zigarettenautomaten wenn es eine nicht schädliche Zigarette gäbe.

#einmaljunkieimmerjunkie? Nein, ich möchte lieber so sein wie mein Papa - rauchfrei und glücklich!!

Liebe Grüße aus dem Entzug
Michl