Aufgeben ist keine Lösung - der Kampf gegen die "Rückschläge"

Verfasst am: 05. 08. 2021, 23:19
dorothy_parker
dorothy_parker
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Was für hilfreiche Antworten, Tobi, und kein bisschen unglücklich ausgedrückt. Ich wünsche dir alles Gute für morgen!

Verfasst am: 06. 08. 2021, 22:40
Unbekannt
Entfernter Beitrag von gelöschtem Nutzer oder Nutzerin
Verfasst am: 06. 08. 2021, 23:59
rauchfrei-lotse-meikel
rauchfrei-lotse-meikel
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Zitiert von: Paul2.1.


Ich wünsche Dir ganz viel "Ich will..." und "ich kann ...."


...und ich, lieber Tobi, möchte Paul's so einfachen, und doch so hilfreichen Satz, mit einem Zusatz ergänzen:
"Ich werde!"


Dein Meikel

Verfasst am: 07. 08. 2021, 11:13
Tobi15101987
Tobi15101987
Themenersteller/in
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Einen wundervollen guten Morgen alle miteinander,

die Sonne scheint, das Herzchen lacht - der erste Tag ist nun vollbracht.
Aktuell befinde ich mich bei 34 Stunden des Nichtrauchens.
Erstmal freue ich mich noch nicht zu sehr darüber, ich hatte ja auch am Anfang mal 5 Tage auf dem Tacho. Aber dennoch ist es eine riesen Freude, es erneut angegangen zu sein.

Heute, an Tag 2, sehe ich keine Herausforderungen, an den gestrigen Tag anzuknüpfen. Welche Herausforderungen gab es gestern und was habe ich damit angestellt?

Ich muss sagen, den ersten halben Tag habe ich fast mühelos geschafft. Hier und da gab es einen kurzen Gedankenkampf, ob ich nicht doch eine rauchen sollte. Den habe ich aber erfolgreich in die Flucht geschlagen, allein mit Gegengedanken. Am 3/4 des Tages kam dann so langsam dieses typische Suchtfeeling:
Etwas unruhig, nervös, gelangweilt von der neu gewonnenen Zeit, die ich eigentlich in einer Tour der Zigarette gewidmet hätte. Das ging dann etwas auf die Laune, sodass ich leicht ungehalten wurde, miesepetrig. Also haben mein Freund und ich uns kurz ins Auto gesetzt, sind zu den Burgen gefahren, kurz ein Stück gelaufen, haben uns ein schönes Plätzchen gesucht, wo man die Natur in vollem Umfang bewundern konnte und haben kurzerhand ca. 35 Minuten meditiert.

Mein Gedankenchaos ließ zwar nicht zu, dass mein Geist während der Meditation vollständig "abheben" konnte, aber es hat deutlich gereicht, um von einem 48er Stresspegel auf einen Erholungswert von 0-2 zu kommen. Danach war es viel, viel leichter. Ich hatte nur noch ab und zu dieses Suchtgefühl, dass mir da was fehlt und ich es gerne hätte. War aber dann nicht mehr der Rede wert und erfolgreich "weggedrängt" werden konnte.

Summa summarum war es also ein für mich sehr erfolgreicher erster Tag, an welchem ich heute anbinde.

Aktuell überlege ich, wie ich es ab Montag mit meiner Arbeit vereinbaren kann, euch hier zu schreiben. Hätte ich gestern von gestern berichtet, hätte ja ein Teil des Tages und Feelings gefehlt. Daher finde ich, ist der Morgen danach immer ganz gut. Ab Montag sitze ich aber am Arbeitsrechner und weiß noch gar nicht, wie ich das dann mache. Aber das kriege ich hin. Für meine Fans.

Und zum Abschluss nun die Antworten auf eure Antworten - wie sich das eben gehört, wenn man in einer Gemeinschaft etwas zusammen angeht und sich unterhält.

[quote="dorothy_parker"]
Was für hilfreiche Antworten, Tobi, und kein bisschen unglücklich ausgedrückt. Ich wünsche dir alles Gute für morgen!
[/quote]

Ich bemühe mich, Dorothy. Manchmal ist es gar nicht so einfach, wenn man im Rausch der Gefühle ist, aber ich lese meine Texte ja fast immer nochmal gegen, um sicherzustellen, dass ich keine Fehler gemacht habe (bin ein kleiner Rechtschreib-Nazi ) Ich danke dir und freue mich, den ersten Tag wieder geschafft zu haben. LG

Zitiert von: Anke63

Hi Tobias,
das nenne ich mal ausführlich antworten, danke dafür.
Keine Geduld? Keine Ruhe? Das kenne ich. Da musst du dir wirklich Zeit für nehmen. Nach ein paar Monaten läuft dann alles deutlich entspannter....


Hallöchen Anke,

ihr müsst mir für meine Antworten nicht danken. Ich stehe in eurer "Schuld" (diese Aussage bitte nicht so wahrnehmen, wie sie erstmal klingt). Denn nur durch euch bekomme ich Mut, der mir allein wohl verloren gegangen wäre und Tipps, die ich so nicht erhalten hätte. Das ich ausführlich und so konkret, wie möglich, antworte, ist daher in meinen Augen eine Selbstverständlichkeit.

Nach über 400 Tagen hast du dennoch im Kopf zu tun, sodass du dich mit der Atemweise "regenerierst"?! WOW, das dachte ich nicht, dass das so auch beim Rauchen ist. Bei den mir bekannten Süchten kenne ich es, dass Zeit einfach keine Rolle spielt, weil man immer einen Rückfall erleiden kann. Aber tatsächlich dachte ich immer, dass Kippen einfach etwas anderes sind, als die typischen anderen Drogen und man sich daher leichter davon distanzieren kann. Also kann ich mich daran gewöhnen, immer auf der Hut zu sein. Das hätte ich nicht gedacht.

Jetzt, mit deinen Worten, verstehe ich das und sehe bei mir damit auch einen offenen Canyon, in den ich nicht hineinfallen sollte. Ich habe im Heranwachsenden Alter mit dem Rauchen begonnen. Mittlerweile sind es fast 2 Jahrzehnte. Ich startete damit in einer Zeit, die mich, meine Persönlichkeit und mein Leben geprägt haben, in einer Zeit, in der mein Kopf lernte, wie es laufen wird. Ich habe mir genau in diesem Alter "beigebracht", dass alle Situationen mit der Kippe verknüpft werden - für mich wird es also definitiv auch ein immer währender "Kampf", auch wenn er stetig leichter wird. Halte auch du immer schön durch!

Zitiert von: Paul2.1.

Hallo Tobi,

wichtig ist Dein Wunsch aus der Sucht herauszukommen,
wie Du das schaffst kannst nur Du entscheiden und auch ob die Kraft ausreicht um sich gegen die Sucht zu stellen liegt einzig im persönlichen Lebenszustand....

in Verbindung der ergänzenden Antwort vom Lotsen
Zitiert von: rauchfrei-lotse-meikel

Zitiert von: Paul2.1.


Ich wünsche Dir ganz viel "Ich will..." und "ich kann ...."


...und ich, lieber Tobi, möchte Paul's so einfachen, und doch so hilfreichen Satz, mit einem Zusatz ergänzen:
"Ich werde!"


Dein Meikel


Hey ihr zwei,

ich würde mich nicht mal unbedingt dem "ich kann" widmen, denn das bringt die Möglichkeit des "ich kann nicht" mit sich. Ich habe mich bei Entzügen lieber festgehalten an "ich will" und "ich werde". Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, aber dieses "ich kann" brachte für mich auch immer mögliche andere Sichtweisen mit. Die anderen beiden sind für mich etwas psychisch beeinflussender, sie machen mich "stärker" / "gefügiger". Ich kann das nicht wirklich beschreiben. Aber hier muss auch jeder für sich entscheiden. Ich glaube, hier bin ich zu kleinlich.

Ach Paul, bei deinen Worten bekomme ich leichte Gänsehaut und du wärst ein idealer Gesprächspartner im real Life. Ich muss sagen, im Alkohol habe ich zum Glück nie so tief drinnen gesteckt, wie bspw. im Konsum von Gras, Crystal und Co. Dadurch kann ich problemlos immer mal einen trinken, ohne jedwede Gefahren. Aktuell muss ich zwar aufpassen, damit ich meinen Rauchstopp damit nicht gefährde, aber an sich ist der Alk für mich kein Problem. Ich war immer nur dabei, in diese Sucht zu fallen, habe aber immer rechtzeitig den Absprung geschafft.

Aufgrund meiner Psyche ist das aber in jedem Thema bei mir möglich. Alle Süchte verbergen Potential, mich zu verschlingen. Daher achte ich auf alle Verhaltensweisen, gerade, wenn ich zum Beispiel mal online etwas zocke oder mal aus Fun an einem Glücksspiel teilnehme. Mit den Jahren habe ich viel über mich selbst gelernt. Leider lassen sich bestimmte Herausforderungen nie vermeiden...
Wenn du plötzlich da stehst und jemanden paranoid mit etwas beschuldigst, weil du total im Kopf festhängst und denkst, derjenige will dir gerade nur etwas Böses, obwohl dir dein Gegenüber nur helfen möchte... Wenn du plötzlich vollkommen über reagierst, weil du Realitätsverlust hast oder durch Halluzinationen total durchdrehst, weil du Wahr und Falsch im Kopf nicht auseinander halten kannst...
Mit deinen Erfahrungen weißt du daher ja, wie schlimm es werden kann. Und das sind die Phasen, wo ich hoffe, dass ich sie irgendwie ohne Rückfall überwinde. Noch geht es mir wieder mal gut, aber ich weiß, diese Zeiten werden wieder kommen, an denen ich meinen Kopf nicht mehr kontrollieren kann.

Ich danke dir für deine Offenheit. Das ist sehr viel Wert und hilft mir zu sehen, dass es auch Menschen mit psychisch schlechtem Befinden gibt, die dennoch den Absprung geschafft haben.

Momentan versuche ich mich auch standhaft zu halten, indem ich mir wieder mal alle paar Tage vorhalte, wie weit ich es aus eigener Kraft geschafft habe (bzw. beim Rauchstopp natürlich mit eurer Unterstützung). So auch heute, wo ich gerne wiederhole:

Seit 172 Tagen bin ich Clean vom Graskonsum
Seit fast 2 Jahren (hier zähle ich keine Tage mehr) bin ich clean vom Crystal
Und nun seit fast 35 Stunden rauchfrei

Dazu noch jeden Tag einen lohnenswerten Spruch aus der Clean-App, der mich aufbaut:

"Wenn ein Problem keine Lösung hat, dann ist es vielleicht kein Problem, aber ein Fakt - nicht zu lösen, aber mit der Zeit erträglich" (Shimon Peres)

Wir alle schaffen das - wir haben eine innere Kraft, die wir nur füttern und trainieren müssen. In meinem Fall seid IHR das Futter für mein Training - und durch euch KANN ich meinen WILLEN trainieren und WERDE meine Ziele erreichen.

Ein Hoch auf uns alle

PS: Auch mir hilft es ungemein, hier zu schreiben. Zum einen, weil es euch gibt und wir uns gegenseitig stützen können und zum anderen, weil einfach der Kopf nochmal verarbeitet, während er schreibt. So kann man nochmal reflektieren und findet tatsächlich auch nochmal hier und da einen Gedankengang, den man nicht vor Augen hatte. Ich werde also täglich hier sein.

Verfasst am: 09. 08. 2021, 11:40
Unbekannt
Entfernter Beitrag von gelöschtem Nutzer oder Nutzerin
Verfasst am: 09. 08. 2021, 13:56
Française
Française
Dabei seit: 22. 09. 2020
Rauchfrei seit: 801 Tagen
Beiträge: 3425 Beiträge

Hallo Tobi,

Erstmal ein herzliches willkommen hier im schönen Forumshausen.
Es war eine gute Entscheidung sich hier anzumelden! Mit der Gemeinschaft ist es viel leichter mit dem Rauchen aufzuhören. Mir hat es jedenfalls sehr geholfen

Schau, den dritten Tag hast du schon rauchfrei durchgehalten! Du machst das ganz großartig

....und jetzt geht es rauchfrei weiter Schritt für Schritt mit ganz viel

"ICH WILL" und "ICH KANN"

Ich wünsche dir einen schönen rauchfreien Tag

Ich rauche NIE mehr weil es mir genauso gefällt
Elli

Verfasst am: 09. 08. 2021, 23:01
Tobi15101987
Tobi15101987
Themenersteller/in
Dabei seit: 02. 08. 2021
Rauchfrei seit: 484 Tagen
Beiträge: 5 Beiträge

Hallo ihr Lieben,

ich will nur kurz Bescheid geben, dass alles OK bei mir ist. Ich habe euch auch nicht vergessen oder gar mein vorhaben, mich täglich zu melden.
Am Wochenende gab es einige Unternehmungen zur Ablenkung und heute habe ich bei der Arbeit etwas Stress gehabt, wodurch ich nun keine Lust mehr habe, noch privat am Rechner zu sitzen.
Daher versuche ich mich morgen zu melden. Dann antworte ich auch auf alles.

Bis dahin bleibt stark und genießt jede Minute rauchfrei.

PS: Bisher keine Rückschläge und keine Ausrutscher.
Morgen kommt Tag 4. Mal sehen, ob das diesmal besser läuft.

LG

Verfasst am: 10. 08. 2021, 08:55
Nomade
Nomade
Dabei seit: 02. 09. 2017
Rauchfrei seit: 1919 Tagen
Beiträge: 3630 Beiträge

Moin Tobi,

Gratulation - am Ende des heutigen Tages wirst Du schon Tage wie die Finger einer Hand rauchfrei sein.... und während ein einzelner Finger (außer bei Extrem-Kletterern ) häufig nicht so stark ist - eine Hand ist kräftig und kann vieles fassen und halten....

Deine ausführlichen und detaillierten Nachrichten lesen sich interessant und es ist toll, wie Du diese Reflexionen nutzt, um Deinem Prozeß des Rauch-frei-werdens und -bleibens zu festigen, da sie Dir offensichtlich helfen

Besonders beeindruckt hat mich Deine Offenheit bei der Aufzählung, von was für Drogen Du bereits längerfristig clean geworden bist - vor allem Crystal Meth hat ja den Ruf, extrem schnell und stark abhängig zu machen

Deshalb habe ich auch lange gezögert, folgende Kritik anzubringen - aber ich kann nicht anders.

Zitiert von: Tobi15101987

....um sicherzustellen, dass ich keine Fehler gemacht habe (bin ein kleiner Rechtschreib-Nazi )

Mit dieser lustig aussehen sollenden Formulierung hast Du - meiner Meinung nach - doch einen Fehler gemacht.
Ich weiß, daß es seit einiger Zeit "chic" geworden zu sein scheint, Menschen, die sich stringent für etwas einsetzen, als "xyz-Nazi" zu bezeichnen. Du tust es "nur" mit Dir selbst - das macht es aber nicht besser oder witziger....
Bitte versteh' es nicht als Angriff auf Deine Person. Ich bitte Dich nur, Deine Wortwahl zu bedenken.
(Übrigens lege auch ich sehr viel Wert auf einen guten Gebrauch der Deutschen Sprache )

Falls Du Fragen hast oder mir antworten möchtest, freue ich mich über einen Besuch in meinem aktuellen Wohnzimmer "Ich denk' nicht dran, zu rauchen!", das Du findest, wenn Du unter dieser Nachricht auf das kleine blaue "Profil" klickst bei "Die letzten Themen".

Alles Gute für Deinen weiteren Weg in die alternativlose Rauchfreiheit
wünscht
de Nomade