Auf ins Ungewisse...

Verfasst am: 11. 08. 2021, 20:04
k_knox
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Hallöchen Eva,

Deine Strategie erscheint mir sehr durchdacht, vermutlich sogar weitaus mehr als meine. Der emotionale Ansatz liegt mir eigentlich auch sehr, nur bin ich in einer Generation groß geworden in der Männer und Emotionalität wenig zusammenpassen, weshalb ich es in der Vorbereitung eher mit dem analytischen Weg versucht habe. Kalte Fakten und eine harte Bestandsaufnahme meiner gesundheitlichen Lage, sowie eine umfassende Information zum Thema Tabak und Tabaksucht, um nur 2 Beispiele zu nennen.

Ich denke aber jetzt das ich deinen Ansatz implementieren werde, obwohl gerade der Teil mit "Und auch mit meinem Körper möchte ich nachsichtiger umgehen und Verständnis haben, wenn mich die Entzugserscheinigungen quälen und nicht erwarten, dass ich genauso leistungsfähig bin wie sonst." meiner Lebensumstellung scheinbar konträr gegenübersteht. Zurzeit versuche ich nämlich genau das Gegenteil, meinem Körper wieder mehr abzuverlangen und aktiver zu werden. Aber auch hier schadet es sicher nicht das Ganze ruhig anzugehen und die Aktivitäten besonnener zu planen.

Der Kurs meiner KK beinhaltete die Achtsamkeitsmeditation bzw. deren Training als eigenständiges Modul welches man auf eigenen Wunsch integrieren konnte, ich habe sofort zugegriffen. Darüber hinaus folge ich allerdings auch den geführten Meditationen auf YT im Sinne des Theravada Buddhismus. Da ich keine Werbung machen möchte erwähne ich keine expliziten Kanäle oder Referenten, aber die sind eigentlich auch alle sehr gut.

Meine letzte Zigarette hab ich noch nicht hinter mir. Habe noch etwas Tabak und werde wohl erst gegen Mitternacht, kurz vor dem schlafen gehen, die Letzte rauchen und dann alle Rauchutensilien und Tabakreste im Container entsorgen. Auf diese Weise hab ich schon mal 6-7 Stunden Entzug im Schlaf.

Namaste, Mirko

Verfasst am: 11. 08. 2021, 20:29
Nomade
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Moin Mirko,

ich habe mich gefreut, Deine Antwort in "meinem Wohnzimmer" vorzufinden und sie ist auch wirklich interessant.
Klar - wenn es jemand geschafft hat, das Rauchen gar nicht mehr als einen ehemaligen Lebensbestandteil zu bemerken, ist "die Nummer Nie wieder einen einzigen Zug" möglicherweise Geschichte.... aber auch hier im Forum gibt es Menschen, die nach fünf, sechs, zehn Jahren wieder angefangen haben und - um in meinem Bild zu bleiben - wirklich in kurzer Zeit "wieder voll drauf gewesen" sind

Na ja - ich will Dir keine Angst machen - es ist zu schaffen!.... sogar ohne jede Vorbereitung
Jedenfalls war's bei mir so, daß ich am Abend des 31.8.2017 feststellte, nur noch 5 Zigaretten in der Schachtel und keine neue zu Hause zu haben - da schoß mir so durch den Kopf - die rauchst Du jetzt noch und dann hörst Du auf.
Gesagt, getan - fast - gegen 0.20 Uhr (nee - GENAU um 0.20 Uhr ) stellte ich fest - immer noch 'ne Kippe in der Schachtel.... aber du mußt ja früh raus zur Arbeit.... also flog die Schachtel mit Kippe wortwörtlich in eine Ecke (aus der ich sie ca. 4 Monate später bei Umzugsvorbereitungen rausgeholt und weggeschmissen habe) UND DAS WAR'S.

Meinen einen Suchtanfall am 2.9.2017 habe ich überwunden, weil ich mich fünf Meter vor dem Kippenladen glücklicherweise aus meiner suchtgeleiteten Fernsteuerung befreien konnte und mir gesagt habe - "nee, du wirst doch jetzt nicht anderthalb Tage einfach wegwerfen".... c'est tout (das war's - falls Du kein Französisch kannst).

Kam mir in den Folgetagen mal der Gedanke, eine zu rauchen, sagte ich mir - nö, du rauchst ja nich mehr.... c'est tout

"Verklausuliert" empfand ich Deine Nachricht übrigens nicht - ich glaube, wir sind uns da relativ ähnlich - alles sagen, das Gegenüber aber auch nicht streßen/nerven wollen, also Details wieder nicht ausführlich darlegen.... und zack - verklausuliert

Tips für Beginner - könnte zuviel sein - keine Ahnung.... aber sie sind einfach gut (und, wohlgemerkt, nicht alle auf meinem Mist gewachsen ):

Du könntest Dir das kostenlose Ebook "Nie wieder einen einzigen Zug" von Joel Spitzer herunterladen und lesen: http://whyquit.com/NWEEZ/NWEEZ!-Buch.pdf
Es ist einfach und verständlich in kurzen Kapiteln geschrieben - z.B. wenn Dich mal ein Suchtanfall plagt - Kapitel bewußt lesen. Meist hat sich der Suchtanfall danach erledigt.

Außerdem solltest Du die Reiter Informieren und Aufhören rauf und runter lesen - da gibt es so viele Tips und Hinweise....
Natürlich ist es ebenfalls wertvoll, hier im Forum in den Wohnzimmern der anderen gaaanz viel zu lesen - und gern zu schreiben - bringt echt Wissenszuwachs und lenkt etwas ab vom Rauchverlangen.

Bestell' Dir doch gleich noch (nicht von mobilem Endgerät allerdings) das in D kostenlose Rauchfrei-Startpaket - ist ein feiner 100-Tage-Kalender mit witzigen Sprüchen und Cartoons drin, ein Knetball für nervöse Hände, scharfe Pfeffis und Infomaterial: http://www.rauchfrei-info.de/informieren/materialien/

Vielleicht legst Du Dir noch ein Kippengrab zu - Schraubglas, 3-4 cm Wasser und alle noch vorhandenen Kippen hinein. Gut zuschrauben und von Kindern nicht erreichbar wegstellen - wirst Du dann einmal 'nen Suchtanfall gar nicht mehr los - Glas aufschrauben und dran riechen. Vorzugsweise solltest Du vorher nichts gegessen haben.... .... sieht Sch.... aus und stinkt infernalisch - der Suchtanfall jedenfalls ist schlagartig erledigt

Unter folgendem Link kannst Du Dich für das rauchfreie Ausstiegsprogramm eintragen - bekommst dann 21 Tage lang immer eine Email mit nützlichen Hinweisen und Ermunterung: http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/das-rauchfrei-ausstiegsprogramm/

Mancher hilft es übrigens, nicht sofort in Kategorien wie "nie wieder" oder "für immer" zu denken, sondern eine Strategie der kleinen Schritte zu verfolgen: HEUTE RAUCHE ICH NICHT - PUNKT.... was morgen wird - werden wir sehen - ABER HEUTE NICHT.
Oder, wenn dieser Zeitraum noch zu lang erscheinen mag - DIE NÄCHSTE (Zigarette/Stunde) RAUCHE ICH NICHT.... und wieder DIE NÄCHSTE NICHT....

Übrigens ist es wichtig, in der Anfangsphase täglich mindestens 3 Liter Wasser, Tees, dünne Schorlen (also nicht das gekaufte Zeugs, sondern 1/4 guten Saft und 3/4 Wasser) zu trinken. Gerade Kopfschmerzen und Schwindelgefühle kommen oft von zu wenig Flüssigkeit und/oder Unterzuckerung (deshalb die Schorlen).
Dein Körper entgiftet sich von Jahren Dreck-Einlagerung - das ist Schwerstarbeit für ihn - mit viel trinken kannst Du ihn dabei sehr gut unterstützen.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel des Guten....

Schreib', wenn's schwer wird oder auch, wenn's gut läuft, wenn nötig, schimpfe, klage (Wir sind hier alle gleichermaßen Betroffene!).... aber gib' der Sucht nicht nach - Du kannst sie in ihre Schranken weisen

Meine Daumen sind gedrückt
meint
de Nomade

Verfasst am: 11. 08. 2021, 21:32
k_knox
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Nabend Nomade,

Erstmal ganz lieben Dank für dieses Maß an Tipps! Das E-book habe ich bereits angefangen, echt direkt in der Ansprache und allgemein recht pragmatisch, gefällt mir! Auch das Antiraucher Paket hab ich schon, der Ball liegt griffbereit neben mir und hat mir schon bei der Reduktion gute Dienste geleistet.

Die Geschichte deines Aufhörens erinnert mich an meinen Vater. Ihm gelang es gleichfalls nach fast 50 Jahren von jetzt auf gleich die Abhängigkeit aufzugeben, leider erst nach bzw. wegen eines Verschlusses im Bein. Keine Ahnung wie er das geschafft hat, hätte nie jemand geglaubt. Ich hoffe ich bin an dem Punkt an dem ich diese Haltung auch beweisen kann

Namaste, Mirko

PS Französisch beherrsche ich tatsächlich so gut wie nicht mehr, auch wenn ich mal im Grenzland gelebt hab. Bin mehr der alte Lateiner, in diesem Sinne: Vivere est militare

Namaste Mirko

Verfasst am: 12. 08. 2021, 01:13
°Eva°
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So lieber Mirko,
Deine letzte Zigarette ist geraucht - jetzt geht es los.
Leben muss nicht heißen zu kämpfen - leben kann auch einfach schön sein, zum genießen, zum staunen,
zum in sich ruhen. Das alles wird kommen.

Viel Kraft & gute Gedanken für den ersten Tag wünscht,
Eva

Verfasst am: 14. 08. 2021, 10:08
k_knox
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Hallo Eva, Hallo Forum

Tja, leider war auch der neueste Versuch des Rauchstopps per KK Programm eher ein Griff ins Nasse. 12 Stunden habe ich diesmal durchgehalten, dann war der Druck stärker.

Ich denke ich geh das alles falsch an, Probleme die man sich in Jahrzehnten geschaffen hat kann man nicht binnen Tagen oder Wochen lösen, so gern man es würde. Ich werde also weiterhin an mir arbeiten, mir aber auch fachliche Hilfe suchen. Die psychische Seite meines Suchtcharakters ist einfach zu komplex um sie allein in Ordnung zu bringen.

Auf jeden Fall werde ich, solang keiner etwas dagegen hat, hier im Forum lesend und hin und wieder schreibend verweilen und bin für Tipps und Anregungen, usw. stets dankbar

Namaste Mirko

Verfasst am: 16. 08. 2021, 15:10
°Eva°
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Salut Mirko,

wie schade, dass es bei diesem Versuch nicht geklappt hat.
Aber ich finde es gut, dass du analysierst, was eventuelle Gründe sind und das Ziel nicht aus den Augen verlierst.

Bei mir hat sie Sucht sicherlich auch irre viele psychische Komponenten und ich war vor Jahren auch schon bei einer Suchtberatung mit der ich mir verschiedene Dinge angeguckt habe.

Ich drücke dir die Daumen, dass dein nächster Ausstiegskoffer die Dinge enthält, die dir weiterhelfen!
Was für Tipps und Anregungen wünschst du dir denn?

Liebe Grüße,
Eva