dicht - Dichter - Gedichte - 2500.... - von allen für alle

Verfasst am: 06. 03. 2019, 12:36
Nomade
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Aschermittwoch

.... und nun beginnen sieben Wochen fasten,
wo wir nicht rosten werden, sondern rasten,
um zu befreien uns von manchen Alltagslasten
und nicht so planlos durch die Zeit zu hasten.

Ein wenig Ruhe woll'n wir suchen und auch finden,
und ein paar Kilos sollen endlich schwinden,
zwar essen wir nicht nur die trocknen Rinden
der Brote oder gar der Linden,

doch etwas Maß zu halten ist nun angesagt,
und, daß man sich vielleicht selbst einmal fragt,
wofür man eigentlich sich alle Tage plagt....

Das soll es sein - ein kleines Innehalten,
mal wieder leben statt nur zu verwalten
und einfach einen Gang zurückzuschalten.

aS 06/03/19

Verfasst am: 21. 02. 2019, 00:03
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.... das bleibt

Zitiert von: Old-Tuppes

:::

Da es nun so langsam auf Weihnachten zugeht, denke ich mir, dass passt.
Wünsche euch allen alle Liebe .

:::

Alle Jahre wieder....

Bald schon das zweite Lichtlein brennt
der zweite Sonntag im Advent
Der Abendhimmel ist schon grau
am Brotzeittisch da sitzt die Frau

Sie bastelt an der Einkaufsliste
was sie noch morgen kaufen müsste
Tabellen werden aufgestellt
und abgezählt das Einkaufsgeld

Man stürzt sich in den Einkaufstummel
kauft diesen und auch jenen Fummel
hat man auch niemanden vergessen
ach ja, man muss auch etwas essen

es ist so vieles zu bedenken
man muss ja allen - alles schenken
gab es im Jahr auch manchmal "Hiebe"
zum Weihnachtsfeste schenkt man "Liebe"

Nun sind es nur noch 18 Tage
und es naht dann ohne Frage
das hocherwünschte Weihnachtsfest
und gibt so manchem dann den Rest

Backen, Kochen und noch Schmücken
zwischendurch die Liebsten drücken
Geschenke unterm Baum verteilen
keine Zeit mal zu verweilen

Bald ist es wieder mal soweit
es naht die hohe Weihnachtszeit
Ich wünsche Euch die rechte Ruhe
ohne Hektik und Getue

Besinnlichkeit und Herzensfreud
keinen Kummer und kein Leid
Es muss nicht nicht immer alles glücken
den Stress, den solltet ihr verschicken

Gesundheit wünsche ich euch auch
für Kopf, Gehirn und auch den Bauch
so grüsse ich froh zu euch hin
denkt auch mal an den Weihnachtssinn


Verfasst am: 21. 02. 2019, 00:02
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.... verschwindet nicht mehr

Zitiert von: Old-Tuppes

Guten Morgen ihr Lieben,

im Zuge der aktuellen politischen Diskussion, wurde mir wieder was ins Gedächtnis gerufen, was ich vor 12 Jahren in 2006 geschrieben habe. Ich setz es mal hier drunter.

Kauft Aktien, Leute, kauft Aktien!!!

Heissa, auf! Nun lasst uns tanzen -
wird es auch der letzte Tanz!
Schnürt die Schuhe und die Ranzen:
stürzt euch rein und tut es ganz!

Jedermann ist uns willkommen!
Wichtig ist: er investiert!
Und es ist euch unbenommen,
dass euch Geld zu Geld gebiert!

Willst mit Geld du um dich schmeissen,
komm in unseren Verein!
Lass ins Gras die andern beissen:
Selektion muss nun mal sein!

Überleben soll der Starke;
all die andren sind nichts wert!
Wozu Pickel oder Harke?
Selbst was tun ist grundverkehrt.

Wir versprechen Paradiese
und erschaffen diese auch!
Selbstverständlich sind dann diese
nur für die ganz obenauf...

Würden gern euch Armen geben!
Leider dürfen wir das nicht;
dürfen nach Gewinn nur streben.
Also übt euch im Verzicht!

Wir sind doch selbst nur angestellt;
gewiss, mit Jahreshochsallär!
Läuft nicht mehr die Firmenwelt,
gehn wir halt, uns fällts nicht schwer.

Kleine Abfindungsmillionen
helfen dann über den Gram,
wir brauchens gar nicht zu betonen,
kennen wirklich keine Scham.

Pflegen Gesetze selbst zu machen.
Wir zahlen gern für Politik.
Schmiergeldaffären sind zum Lachen,
bei uns zu sein, das ist doch schick.

Unsre oberste Elite
trägt die Tagesschau-Gesichter
und sitzt in der Vorstandsmitte
von so manchem Zwiegelichter:

Die vom Staat zu schlecht entlohnten
sind's: Minister, Sekretäre,
die noch jedes mal betonten,
dass schneeweiss ihr Westchen wäre.

So kauft Aktien! Kommt herein,
ihr Erwählten dieser Welt,
in den Elitärverein:
wir vermehren euer Geld!

Müssen wir mal Stellen streichen -
schliesslich lebt man vom Gewinn! -
müsst ihr leider selber weichen...
Seht ihr nicht darin den Sinn?

Heissa, auf! nun lasst uns tanzen -
wird es auch der letzte Tanz!
Schnürt die Schuhe und die Ranzen:
"stürzt euch rein und tut es ganz!"


Verfasst am: 17. 02. 2019, 18:27
Nomade
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Henrik Ibsen sagte: "Zu fragen bin ich da, nicht zu antworten"
Als Stückeschreiber hielte ich meine Aufgabe für durchaus erfüllt, wenn es einem Stück jemals gelänge, eine Frage dermaßen zu stellen, daß die Zuschauer von dieser Stunde an ohne eine Antwort nicht mehr leben können - ohne ihre Antwort, ihre eigene, die sie nur mit dem Leben selber geben können.
Max Frisch, 1946

Zu folgenden Themenkomplexen hat Max Frisch in seinem Tagebuch 1966-1971 Fragen formuliert.
Ja, nichts als Fragen.
Das vom Format gut in jede Hemd- oder ähnlich kleine Tasche passende Büchlein, in Lizenz 1987 vom Verlag Volk und Welt, ist mir gerade mal wieder in die Hände gefallen.

(Hallo Rauchfrei-Team, infolge der feindlichen Übernahme 1990 ist auch dieser Betrieb liquidiert worden - Sie brauchen den Namen also NICHT zu löschen - es ist KEINE Werbung und auch kein Interessenkonflikt oder böseres zu befürchten....)

Die Kapitel "Frauen" und "Vatersein" kann frau natürlich auch adaptieren in "Männer" und "Muttersein" - so im Großen und ganzen jedenfalls....

1. Erhaltung des Menschengeschlechts
2. Ehe
3. Frauen
4. Hoffnung
5. Humor
6. Geld
7. Freundschaft
8. Vatersein
9. Heimat
10. Eigentum
11. Tod

Sehr interessant, sich einmal nur für sich selbst mit diesen Fragen zu beschäftigen....

Verfasst am: 16. 02. 2019, 07:42
VenezianischerKarneval
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Zufällig habe ich vor zwei Wochen eine Studententheateraufführung mit einem Stück von Erich Kästner gesehen: Die Schule der Diktatoren - war nicht schlecht.
Stefanie, das Gedicht gefällt mir auch sehr gut - allein zu zweit ist ganz schlimm.
Es grüßt lich den Club der Dichter
Claudia

Verfasst am: 16. 02. 2019, 06:22
Nomade
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Morjen Stefanie,

ja - morgens kommt man hier wenigstens noch einigermaßen ungestört rein....

Tolles Gedicht, was Du da ausgesucht hast - es trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den ebenso sprichwörtlichen Kopf....
.... aber über "Einsamkeit zu zweit" brauch' ich mir keine Gedanken zu machen - ich bin allein

Auch Dir einen sonnigen Sonnabend :
vonne Nomade

Verfasst am: 16. 02. 2019, 05:17
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Guten Morgen, Nomade!
Ich bin auch schon bzw. noch wach... Mochte immer schon die Gedichte von Erich Kästner, also tippe ich hier mal eins von ihm ab.



Kleines Solo - Erich Kästner

Einsam bist du sehr alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Träumst von Liebe. Glaubst an keine.
Kennst das Leben. Weißt Bescheid.
Einsam bist du sehr alleine -
Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Wünsche gehen auf die Freite.
Glück ist ein verhexter Ort.
Kommt dir nahe. Weicht zur Seite.
Sucht vor Suchenden das Weite.
Ist nie hier. Ist immer dort.
Stehst am Fenster. Starrst auf Steine.
Sehnsucht krallt sich in dein Kleid.
Einsam bist du sehr alleine -
Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Musst erfahren,
dass es nicht die Liebe ist...
Bist sogar im Kuss alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine -
Und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.



Einen schönen Samstag noch!
Liebe Grüße Stefanie

Verfasst am: 16. 02. 2019, 04:33
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Vor - Frühling

Der Baum weiß noch nicht,
was ihm blüht.

aS 22/03/87

Verfasst am: 06. 02. 2019, 14:56
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Hi Stefanie,

na zumindest in einer Hinsicht ist das blaue Huhn - äh .... der Fisch : - ja nu so langsam dabei, von Dir in die Weiten der Ozeane (man könnte auch sagen: zum Teufel - aber ich will Deine religiösen Gefühle nicht verletzen ) gejagt zu werden ....

Freut mich, daß Dir das Gedicht gefällt.

Hab' noch einen schönen Tag und schwimm' lieber mit dem Seestern weiter!
wünscht
de Nomade

Verfasst am: 06. 02. 2019, 14:39
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Schönes Gedicht, liebe Nomade!



Fisch und Seestern

Tief in mir drin da wohnt
Ein großer, blauer Fisch
Der hat ein Lied vertont
Das heißt: Du schaffst es nicht!

Er lacht oft laut voll Hohn
Manchmal flüstert er frech
Die Leier kenn ich schon:
Du hast mal wieder Pech!

Der kleine rosa Seestern
Jedoch, lebt auch in mir
Oft hör ich ihn nur von fern
Erzählt mir oft von dir

Er will laut rufen: Sieh hin!
Gib dich nicht selber auf!
Verlust ist auch oft Gewinn!
Ach, hörte ich doch drauf

Es wird sich zeigen, ob nun
Klein-Seestern siegen wird
Oder doch das blaue Huhn
Quatsch, 'Fisch' - bin ich verwirrt

David gegen Goliath
So sieht's mit beiden aus
Doch ist es in der Tat
Noch trüb in meinem Haus

Stefanie C. , ca. 2012