April-Zug 2021• Panoramafahrt • in ein rauchfreies Leben

Verfasst am: 16. 07. 2022, 18:59
Ellaz
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Liebe Yoyo, liebe Eva-Luna, liebe Weiter- und Mitreisende von unserem tollen Aprilzug

Ich gratuliere euch nachträglich von zu dem grandiosen ersten Jahr in Rauchfreiheit. Bei meinem Einjährigen lag ich ordentlich mit Corona flach, an feiern war nicht zu denken und darum habe ich auch nicht im Magic Three vorbei geschaut, um mit euch und der Tanzkapelle anzustossen.

Und nach Corona hat es mich umgehauen. Bzw. nicht mich, sondern meine Rauchfreiheit. In einem riesigen Anfall von Scheissegalness (Danke an die Userin dorothy parker, bei der ich einmal dieses wunderbare Wort gelesen habe) bin ich wie ferngesteuert zum Kiosk gelatscht und habe mir eine Schachtel Kippen gekauft. Ich konnte gar nicht so schnell schauen, wie aus "der Einen" grad wieder eine ganze Schachtel täglich wurde.

Tja. Ich war wieder voll in meiner Sucht – habe z.T. Kette geraucht, Haare und Hände haben nach Qualm gestunken, meine hübschen hellen Zähne hatten schon nach kurzer Zeit wieder die Farbe von nikotingeschwängerter Tapete angenommen, meine Klamotten haben gestunken, ich hatte total Angst um meine Gesundheit, es war einfach alles

Ich habe mir Hilfe gesucht und bei der Lungenliga mit einem Rauchstopptrainer gearbeitet und meinen Ausstieg und Rauchalternativen (Verhaltensänderungen) akribisch vorbereitet und geplant. Meinen Erste-Hilfe-Beutel habe ich für den Fall der Fälle immer bei mir und ich bin erstaunt, wie leicht es mir gefallen ist, nicht mehr zu rauchen. Die ersten zwei Tage waren ätzender Entzug und danach fiel es mir wirklich leicht und auch einfach.

Der Trainer hat einen Satz gesagt, der mir TOTAL eingefahren ist und den ich zu meinem Mantra gemacht habe: Die Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören, ist immer richtig und gut – egal wer sie trifft.

Ihr Lieben, das ist es für den Moment von mir. Ich lasse wieder von mir hören und hoffe, es geht euch gut und ich darf mit euch und der Tanzkapelle weiterfahren. Es ist schliesslich die Fahrt unseres Lebens

Verfasst am: 05. 04. 2022, 18:58
Yoyo
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Liebe Ella, Du warst mir immer sehr dicht auf den Fersen. Heute hast auch Du die 365 auf Deinem Tacho stehen und ich gratuliere Dir von ganzem Herzen.

Ich weiß, wie schwer es war und ich glaube, wir haben insbesondere im Nachhinein verinnerlicht, wie wichtig das Mantra „wir Rauchen auch die EINE“ nicht, ist.
Hätte ich das nicht in meinem Kopf manifestiert, wäre ich sicher längst schwach geworden.

Ich habe auch für Dich ein Feuerwerk vorbereitet und freue mich sehr, Dich heute zu feiern.




Alles Gute. Auf Dich.


Liebe Grüße
Yoyo

Verfasst am: 03. 04. 2022, 09:29
Eva-Luna
Eva-Luna
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Hey Yoyo, Du hast an mich gedacht.
Darüber freu im mich,
auch im Nachhinein.


Ich hatte bereits mein Flowerpower-Kleid, für meinen Auftritt zurechtgelegt. Dann hat mir eine fiese Erkältung alles schöne verleidet.
Es war davon auszugehen, dieser Coronavirus, hat mich nun erreicht.
Der Schnelltest, gibt bisher zum Glück, keine Anzeichen dafür.

Morgen werde ich das hübsche Kleid anziehen, wenn es heißt - Yoyo ist ein Jahr rauchfrei.

Nun wünsche ich allen Fahrgästen, einen schönen Sonntag, bei bester Gesundheit.

Eva

Verfasst am: 31. 03. 2022, 18:59
Yoyo
Yoyo
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Liebe Eva-Luna,

Deiner letzten Nachricht entnehme ich, dass auch Du noch dabei bist und gratuliere Dir von ganzem Herzen zu Deinem heutigen Jubiläum.

365 Tage, 1 Jahr rauchfrei.
Das muss gefeiert werden.
Für Dich zünde ich heute ein mega Feuerwerk und lasse die Korken knallen.




Alles Gute und toi toi toi für die nächsten Tage in Freiheit.
LG Yoyo

Verfasst am: 29. 03. 2022, 07:30
Yoyo
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Heute holen wir unsere Lok schon mal von der Nebenstrecke und fangen an sie zu polieren und zu schmücken. Es ist ruhig um uns geworden, was aber hoffentlich ein gutes Zeichen sein sollte für die Zugreisenden seit April 2021.
Wir sind kurz davor…1 Jahr rauchfrei zu sein.
Mal sehen, ob wir mit einem Wagon für unsere Jubiläumsfeier auskommen.

Ich bin und war ein schwerer Fall - für mein persönliches Empfinden. Umso stolzer bin ich darauf, es beim ersten Versuch (bislang) ohne Rückfall geschafft zu haben - auch wenn sich die große Euphorie nie durchgesetzt hat. Befreit fühle ich mich trotzdem! Und um eine Erfahrung reicher.

Auch heute noch ist es nicht immer leicht, aber man entwickelt irgendwie genauso eine „Routine“ damit umzugehen wie mit dem Rauchen selbst.
Man steht irgendwann ein wenig dadrüber, wenn der Gedanke wieder flüstern will…

Dranbleiben und sich nicht vom Teufel zu sehr einlullen lassen. Manche Momente sind schwach, aber lasst Euch nicht unterkriegen.
In diesem Sinne weiterhin eine tapfere Zeit…
Alles ist möglich.

Verfasst am: 21. 03. 2022, 15:17
Eva-Luna
Eva-Luna
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Wer ist bei unserer Panoramafahrt denn noch dabei?


Dieses tolle Abenteuer,
vorbei an atemberaubenden
Landschaften, an reißenden Gebirgsflüssen und schroffen Felswänden.

Wie dieses Abenteuer beschrieben wird, hat sich an manchen Tagen, mein Weg in ein rauchfreies Leben angefühlt.

Ein Auf und ein Ab.

Nun, kurz vor dem Einjährigen kann ich sagen;

Dieser Weg, er hat sich gelohnt.

Eventuell kommt noch jemand zum Einjährigen vorbei.
Das wäre schön.


Eva

Verfasst am: 08. 11. 2021, 21:44
Juliusruh1000
Juliusruh1000
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Danke
Yoyo
eine gute Woche wünsche ich Die

Verfasst am: 08. 11. 2021, 21:21
Yoyo
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… die Zeit vergeht…. Seit Ende August war ich nicht mehr hier und sitze dennoch noch immer im Aprilzug.
April 2021, nicht 2020 - obwohl es mir wie eine Ewigkeit vorkommt.

7 Monate sind inzwischen vergangen und die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.
Rauchen beherrscht mich und meinen Alltag nicht mehr, die Partystimmung hat etwas nachgelassen und es soll bereits Tage gegeben haben, an denen ich überhaupt nicht mehr an eine Zigarette gedacht habe.
Ich verfolge Raucher mit meinen Gedanken in die Raucherecke und erinnere mich inzwischen viel bewusster an die Suchtverwirkung dieser Dinger, und verstehe warum sie die Dinger jetzt brauchen. Und freue mich in dem Moment.
Zwar würde ich in dem Moment auch gerne noch immer !!! auch eine rauchen, aber dann überkommt mich nach der Zentelsekunde Verlangen ein befreiendes Gefühl, dass ich das Verlangen beherrsche und vergleichsweise leicht empfinde, dass ich die inzwischen nicht mehr rauchen MUSS. Es ist eine Erleichterung und Befreiung.
Es ist zuweilen ein positives Mega-Gefühl.

Oft frage ich mich, wer von ihnen möchte wohl aufhören. Und sollte ich sagen, es war schwer oder leicht?!?
Und warum habe ICH eigentlich aufgehört obwohl es mir „Spaß“ gemacht hat?!?
Es war kein wirklicher Spaß, aber ich ich habe es trotzdem genossen. Oder war das alles pure Einbildung?
Die Zeit ist inzwischen so weit fortgeschritten dass ich es gar nicht mehr so genau nachempfinden kann.
Rauchen ist mir fremd geworden obwohl ich 25 Jahre geraucht habe. Inzwischen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, ein Feuerzeug in die Hand zu nehmen und eine anzumachen. Das ist der „technische „Vorgang“.Das ist leicht…zu „verlernen“… Die Gewohnheit habe ich abgelegt.

Vom Gefühl her werde ich jedoch noch oft übermannt. Der Geistesblitz „jetzt eine rauchen“ ist seltener geworden aber immer noch präsent. Ich lebe damit… Zuweilen bin ich entsetzt, dass das wohl nie ein Ende nehmen wird, und vor lauter „Frust“ möchte ich dann erst recht eine rauchen… es potenziert sich. Aber im nächsten Moment hellt sich Dein Gedanke auch wieder auf und es kommt ein Stolz auf, dass Du mental einfach weiter bist, ohne Dir selber zum Opfer zu fallen.
Es ist und bleibt jedoch NOCH ein Kampf mit Dir selbst und ich hoffe sehr, dass ich eines Tages darüber schmunzeln und sagen kann, nach 1 Jahr war auch das vorbei… Dafür drücke ich mir selber die Daumen.

Keine Frage… es braucht viel Kraft und Zuversicht und nicht allzu viele Seitenhiebe um in der Spur zu bleiben…
Und eines Tages werde ich hoffentlich rückblickend stolz auf mich sein, dass ich dieses mysteriöse Monster ein für alle Male besiegt habe.
Und wie es einen die Erfahrung lehrt, hätte ich jemals vermutet, dass es so ein großes Monster ist, hätte ich besser oder lieber niemals angefangen zu rauchen….
Aber dann wäre das Leben wahrscheinlich zu einfach….

Ein großes toi toi toi an alle , die dem Monster gerade die Stirn bieten und kämpfen müssen.
Und meine Freude und Hochachtung an die, für die es nur noch ein kleiner feiger Wicht ist.
Wir schaffen das!

Weitermachen….faelle:

Verfasst am: 02. 10. 2021, 16:56
Ellaz
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Hallo lieber Meikel

Vielen Dank für deine Nachricht und vor allem auch für die Einladung zur Rolle rückwärts:

Zitiert von:
wollte ich dich gedanklich auf eine Rolle rückwärts einladen


Tatsächlich meldet sich mein Suchtmechanismus in letzter Zeit einige Male.
Und ob du es glaubst oder nicht: Ich bin froh darum.
Denn durch das Craving, was ich lange nicht mehr hatte, habe ich gemerkt, dass ich aktuell an für mich ganz zentralen Fragestellungen bin.

Konkret hat mich die Reise in das Nichtmehrrauchen, mein Weg aus der Sucht, mich ja brutal mit mir selber konfrontiert. Und wie ich hier schon öfter geschrieben habe, ist es mir nicht leicht gefallen, diesen "zauberhaften" Dunstschleier eben nicht mehr über meine Empfindungen, Emotionen und Gedanken zu legen. Sprich, ich lerne mich selber auszuhalten. Und das finde ich grossartig, auch wenn es nicht leicht ist, und dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist.

Warum ich mich über aktuelle Schmachtattacken freue: Sie sind für mich zum Gradmesser geworden, wenn mich etwas aus der Fassung bringt und ich den Boden unter den Füssen verliere. Und zur Zeit bin ich bereit, alte Glaubenssätze und Selbstbilder zu revidieren/loszulassen. Aaaaber: Diese Bilder waren ja lange Zeit, Jahrzehnte, meine Komfortzone. Und meine Komfortzone zu verlassen, den Sprung zu wagen, das traue ich mich nur schrittchenweise. Und zwischen den Schritten kommt dann der Schmacht, die Suchtattacke. Da sie mir aber zeigt, dass ich auf einem guten Weg bin, kann ich mich mit ihr anfreunden.

Meine grosse Knacknuss, und da kann ich mein Hand leider noch nicht für mich ins Feuer legen, ist "die eine Zigarette". Ich weiss, dass es die nie wieder für mich geben wird, geben darf; verkopft habe ich das bereits, verinnerlicht aber noch nicht. Und darum sitze ich zwischendurch auch im wahrsten Sinne des Wortes auf meinen Händen, wenn sich bei einem geselligen Zusammensein jemand eine anzündet.
Und da hangele ich mich nach wie vor von Monat zu Monat. Und hoffe, dass die Gelegenheitszigarette, die "och Mensch, eine wäre jetzt doch doll", irgendwann ihren Reiz verliert. Schauen wir also mal, wie sich das in einem weiteren halben Jahr anfühlen wird

Lieber Meikel, hab ein schönes Wochenende. Es ist so toll, was du und die anderen Lotsinnen und Lotsen hier für uns tut. Und ich bin immer wieder schwer begeistert von dieser Community – ohne euch wäre ich nie so weit gekommen.



Alles Liebe, Ella

Verfasst am: 02. 10. 2021, 16:10
rauchfrei-lotse-meikel
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Grüß dich Ellaz,

bevor die anderen Feierbiester hier über dich herfallen, komme ich flugs vorbei, um dir zu diesem großen Erfolg zu gratulieren. Das hast du sehr gut gemeistert, bis hierher. Und ich gratuliere dir ganz herzlich von Herzen.


Du hast hundertachzig Tage in der Nichtmehrraucher-Welt gemeistert. Und ohne dass ich dir die Feierlaune vermiesen will, wollte ich dich gedanklich auf eine Rolle rückwärts einladen:
Wo, an welchen Stellen, zu welchen Gelegenheiten hat dich der Suchtteufel attackiert? Welche perfiden Waffen hat er genutzt, um dich doch wieder auf die dunkle Seite der Macht zurückzuholen? Letztlich sind es unter Anderem auch deine Erfahrungen, die für manch andere unterstützend sein könnten. Wichtig, wie ich finde, ist aber auch, in dich hineinzuhören und zu benennen, welche positiven Veränderungen du erfahren durftest.

Dir einfach so ein "gut so, mach so weiter" zu schicken, ist mir ein bissel zu wenig. Deshalb frage ich dich lieber:
"Wenn man das Ganze schaffen kann, warum dann mit der Hälfte zufrieden sein?"

Ein schönes Wochenende wünscht dir
dein Meikel