Weltnichtrauchertag 2022: Rauchen und Umwelt

Rauchen schadet nicht ausschließlich der Gesundheit, sondern auch in erheblichem Maße der Umwelt. Und das von A wie Anbau bis Z wie Zersetzung. Entlang der gesamten Produktions– und Konsumkette entstehen große Schäden. Die Dimensionen sind gewaltig, wie die folgende Grafik zeigt:

Quellen: Drugcom, 2019; WHO, 2018

Für den Anbau von Tabakpflanzen werden jedes Jahr viele Hektar Wald gerodet. Schon die Tabakpflanze selber hat einen großen Nährstoffbedarf. Um eine Tonne Tabak pro Hektar Land zu produzieren, werden erhebliche Mengen Kalium, Stickstoff und Phosphor benötigt, wie der Vergleich mit dem Nährstoffbedarf anderer Nutzpflanzen verdeutlicht. Dargestellt ist der Bedarf an Nährstoffen für die Produktion von jeweils einer Tonne dieses Produkts.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, 2009

Und die Tabakpflanze ist außergewöhnlich „durstig“: Für ihren Anbau wird sehr viel Wasser benötigt (wie etwa der Vergleich mit der für die Produktion von einer Tonne Zucker notwendigen Menge Wasser zeigt).

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, Tabakatlas 2020

Auf den Tabakplantagen arbeiten Menschen oft unter widrigsten Bedingungen, auch Kinder werden für die Arbeit auf den Feldern eingesetzt. Sie setzen dabei ihre Gesundheit aufs Spiel: Durch Hautkontakt mit der Tabakpflanze kann auf diese Weise eine akute Nikotinvergiftung ausgelöst werden, die sogenannte Grüne Tabakkrankheit.

Der Zusammenhang ist schnell erklärt: Die Tabakpflanze enthält bekanntermaßen Nikotin, Nikotin ist wasser- und fettlöslich und kann über die Haut aufgenommen werden. Bei ihrer Arbeit kommen die auf den Feldern (zur Erinnerung: zum Teil minderjährigen) beschäftigten Menschen in Berührung mit den Pflanzen und erkranken. Typische Symptome der Grünen Tabakkrankheit sind Schwindel, Durchfall, Kopfschmerzen und Muskelschwäche. Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden häufig nicht ausreichend über diese Gefahren aufgeklärt und ihnen werden oftmals nicht die notwendige Schutzkleidung zur Verfügung gestellt.

Durch die Produktion von Zigaretten werden jährlich etwa 84 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO²) produziert und damit eine ähnliche Menge klimaschädliche Gase ausgestoßen wie von einem Industrieland wie Österreich.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, Tabakatlas 2020

Doch damit nicht genug: Am Ende der Produktions- und Vertriebskette stehen Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihre Zigarettenreste oftmals achtlos weg schmeißen. Ein großes Problem dabei: Zigarettenfilter bestehen zu einem großen Teil aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der biologisch nicht abbaubar ist. Zigarettenreste enthalten außerdem giftige Substanzen wie Arsen, Blei und Chrom. Sie belasten Boden und Gewässer und gefährden damit auch die Gesundheit von Tieren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass weltweit jedes Jahr ungefähr 4,5 Billionen Zigarettenkippen weggeschmissen werden.

Fazit: Ein Rauchstopp schützt nicht ausschließlich die Gesundheit, sondern auch die Umwelt. Wir helfen Ihnen beim Ausstieg. Mehr Informationen finden Sie unter Aufhören

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Quellen