Statistisches Bundesamt: Mehr Frauen als früher sterben an Lungenkrebs

Diese Zahl macht betroffen: Während im Jahr 2000 in Deutschland noch 23 Frauen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an Lungenkrebs verstarben, waren es im Jahr 2020 fast 40 Frauen: ein Anstieg um 73 Prozent.

Sitzbank vor einem Sonnenuntergang über dem Wasser

Das gab das Statistische Bundesamt in diesem Jahr bekannt. „Ein Grund dafür könnte der seit den 1950er Jahren deutlich gestiegene Anteil von Raucherinnen an der weiblichen Bevölkerung sein“, so die Erklärung des Bundesamts für diese deutliche Zunahme der Todesfälle durch Lungen- und Bronchialkrebs bei Frauen in den vergangenen Jahrzehnten.

Männer sterben häufiger an Lungenkrebs, Quote sinkt jedoch leicht
In der Tat: Die Raucherinnenquote ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich angestiegen. Diese Entwicklung schlägt sich erwartungsgemäß zeitversetzt in den Zahlen der rauchbedingten Todesfälle nieder. Denn in der Regel entwickelt sich Lungenkrebs über längere Zeiträume.

Bei Männern ist das Risiko, an Lungen- und Bronchialkrebs zu sterben, zwar insgesamt höher, zuletzt ist es jedoch etwas gesunken: Im Jahr 2000 starben jährlich annähernd 73 Männer pro 100.000 Einwohner und Einwohnerinnen an Lungenkrebs. Im Jahr 2020 lag diese Zahl bei knapp 68 Männern.

Studien belegen eindeutig, dass Raucher und Raucherinnen deutlich häufiger an Lungenkrebs erkranken als Menschen, die rauchfrei leben.

Zigarettenverbrauch in den letzten 10 Jahren gesunken
Das Statistische Bundesamt hält weiteres interessantes Zahlenmaterial zum Thema Rauchen bereit. So ist der durchschnittliche Zigarettenverbrauch pro erwachsenem Einwohner bzw. erwachsener Einwohnerin zwischen den Jahren 2011 und 2021 von 1.305 auf 1.033 Zigaretten gesunken. Bei dieser Berechnung wird die Zahl der zu versteuerten Tabakwaren durch die Zahl der in Deutschland lebenden Erwachsenen geteilt. Ein Unterschied nach Frauen und Männern wird dabei nicht vorgenommen. Außerdem: Nicht versteuerte Tabakwaren fallen aus dieser Gleichung naturgemäß heraus.

Und dennoch: Es scheint in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland tatsächlich insgesamt weniger geraucht worden zu sein – das lässt sich aus den Zahlen durchaus ableiten. Dafür sprechen auch die repräsentativen Befragungen, die in diesem Zeitraum durchgeführt wurden, deren Ergebnisse Sie hier nachlesen können.

Beim Verbrauch von Zigarren und Zigarillos ist der Rückgang in den vergangenen zehn Jahren sogar noch eindeutiger: von durchschnittlich 63 Zigarren und Zigarillos (pro erwachsener Person in einem Jahr) im Jahr 2011 auf 40 Stück im Jahr 2021.

Starke Zunahme beim Verbrauch von Wasserpfeifen
Eine gegenläufige Entwicklung gibt es dagegen beim Verbrauch von Pfeifentabak. Dieser hat sich im gleichen Zeitraum laut Statistischem Bundesamt nämlich verachtfacht!
Wie kann das sein, werden jetzt einige denken. Es begegnen uns doch nicht etwa mehr Menschen mit Pfeifen im Mundwinkel und es gibt auch keinen Pfeifen-Trend, den wir verschlafen haben könnten. Richtig, allerdings hat der Konsum von Wasserpfeifen (Shishas) in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Der dazugehörige Tabak fällt ebenfalls in die Kategorie Pfeifentabak, ebenso wie die Tabak-Stifte, die in elektronische Tabakerhitzer eingesetzt werden. Der Verbrauch von altbekanntem Pfeifentabak ist dagegen laut Statistischem Bundesamt sogar zurückgegangen.

Fazit:

  • Der Verbrauch von Tabakwaren wie Zigaretten und Zigarren/ Zigarillos ist zurückgegangen. Der Konsum von Wasserpfeifen und Tabakerhitzern hat in den vergangenen zehn Jahren dagegen deutlich zugenommen.
  • Ob in einer Gesellschaft mehr oder weniger Tabakwaren konsumiert werden, hat ganz konkrete Folgen für die Gesundheit der Menschen. Das zeigt sich nicht zuletzt bei den stark angestiegenen Todesfallzahlen bei Frauen mit Lungen- und Bronchialkrebs.
  • Ein baldiger Rauchstopp hat kurzfristige gesundheitliche und finanzielle Vorteile und hilft außerdem dabei, das langfristige Risiko für zahlreiche Krankheiten zu senken. Wir informieren Sie und unterstützen beim Rauchstopp.

 

Quelle:
Statistisches Bundesamt (2022). Frauen sterben deutlich häufiger an Lungen- und Bronchialkrebs als vor 20 Jahren. Abgerufen am 3. Juli unter www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/05/PD22_N033_23.html.