So stark mindert Rauchen die Lebenserwartung in Deutschland

Wenn in Deutschland nicht geraucht würde, läge die durchschnittliche Lebenserwartung hierzulande um fast ein Jahr (ganz genau sind es 0,9 Jahre) höher. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich erschienene Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen in Deutschland und auch zwischen Frauen und Männern.

Übereinandergelegte Hände von einer älteren Person

Frauen leben länger
Für ihre Untersuchung teilten die Studienverantwortlichen Deutschland in fünf verschiedene Regionen auf (Nord, West 1, West 2, Süd, Ost). In einem ersten Schritt ermittelten sie die aktuelle durchschnittliche Lebenserwartung in der Bevölkerung. Wie zu erwarten, ergab sich für Frauen eine insgesamt höhere Lebenserwartung – und zwar in allen Regionen. Sie lebten im Bundesdurchschnitt 83,54 Jahre, Männer durchschnittlich 78,83 Jahre.

Große Unterschiede auch zwischen den Regionen
Klare Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Regionen. Diese sind zu einem großen Teil auf das Rauchen zurückzuführen, so ein Kernergebnis der Studie. Das Forschungsteam griff für seine Analyse auf ein international anerkanntes Schätzverfahren zurück. Dieses Schätzverfahren erlaubte es ihnen, zu berechnen, wie hoch die durchschnittliche Lebenserwartung in den Regionen läge, wenn dort nicht geraucht würde.

In der Region West 1 (Nordrhein-Westfalen) fällt der Unterschied zwischen der Lebenserwartung mit und ohne Rauchen besonders groß aus. Würde dort nicht geraucht, würden Männer 1,71 Jahre länger leben, Frauen immerhin 1,30 Jahre. Die Erklärung des Leiters der Forschungsgruppe Mortalität am BiB für diese hohen Unterschiedswerte: „Als sich das Rauchen pandemieartig im 20. Jahrhundert in vielen Ländern ausbreitete, war der Nordwesten Deutschlands stärker betroffen als der Süden“. Dieser Effekt ist auch heute noch spürbar. In Süddeutschland fallen die Unterschiede nicht so stark aus wie im Westen. Das bedeutet, dass das Rauchen dort aktuell weniger zur Sterblichkeit in der Bevölkerung beiträgt.

Für ganz Deutschland wurde der schon weiter oben genannte Wert von 0,9 Jahren Unterschied (zwischen Lebenserwartung „mit und ohne Rauchen“) ermittelt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen besonders viel geraucht wird.

Wir helfen beim Rauchstopp
Die Forschungsergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie gewichtig der Faktor Rauchen für die Gesundheit und damit auch für die Lebenserwartung hierzulande ist. Und sie liefern eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung darüber, wie sich ein rauchfreies Deutschland auf die Lebenserwartung der Bevölkerung auswirken könnte.

Wenn Sie selber rauchen und jetzt auf die Idee kommen, die Zahl der Nichtrauchenden in Deutschland zu erhöhen: Wir unterstützen Sie beim Rauchstopp. Weitere Infos gibt es unter Aufhören.

 

Quelle:

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2022). Rauchen ist ein wesentlicher Faktor für regionale Unterschiede in der Sterblichkeit. online zuletzt abgerufen am 10.11. 2022 unter www.bib.bund.de/DE/Presse/Mitteilungen/2022/2022-11-02-Rauchen-ist-ein-wesentlicher-Faktor-fuer-regionale-Unterschiede-in-der-Sterblichkeit.html