Motivation und Hilfe dringend gesucht

Verfasst am: 11.01.2021, 11:15
Anne&Momo
Anne&Momo
Themenersteller/in
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Hallo ihr Lieben,

ich denke ich nutze meinen Thread hier ein bisschen als Tagebuch. Ich hoffe das stört niemanden und vielleicht antwortet mir ja der ein oder andere auf meine Gedanken. Das Schreiben im Januar- Zug ist mir irgendwie zu viel, da geht bei der Menge an Beiträgen so viel unter und ich brauche wohl eher etwas Ruhigeres. Aber ich lese dort oft und gerne.

So, gestern Mittag habe ich wie geplant also meine letzte Zigarette geraucht. Ich hab alles weggeworfen was mich zuhause noch ans Rauchen erinnert hat und eigentlich war der Tag gestern auch wirklich ganz in Ordnung. Ich hab mich abgelenkt und bei Schmachtattacken geatmet und mich daran erinnert, dass es nur eine Zeit lang so sein wird. Das hat gut funktioniert. Einschlafen war etwas schwerer als sonst, aber für den ersten Tag alles wirklich machbar.

Heute sieht es schon etwas anders aus. Der Morgen war noch ganz okay, ich hab trotzdem Kaffee getrunken, war statt Rauchen dann länger duschen und bin ganz gut in den Tag gestartet. Aber hier auf Arbeit ist es seit dem ersten Moment echt die Hölle. Ich bin alleine im Büro heute, hab auch keine Außentermine und generell gar nicht soooo viel zutun. Normalerweise bin ich alle 30-45min eine rauchen gegangen, um mal aufzustehen, mal durchzuatmen und draußen zu sein. Ich war vorhin schon 15min spazieren, weil ich dachte ich drehe durch. Keine Ahnung wie ich das bis zum Feierabend überstehen soll. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel anders und schwerer ist auf der Arbeit. Ich fühle diese große Leere und ich hoffe ihr habt alle Recht und das wird kein Dauerzustand bleiben. Diese Unruhe und dieses Vermissen von Etwas (ich weiß das es da eigentlich nichts zu vermissen gibt) machen mich total durcheinander.

Für aufmunternde Zeilen wäre ich echt dankbar.

Verfasst am: 11.01.2021, 11:58
Bolando
Bolando
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Hallo Anne,
jetzt hätte ich beinahe gelacht, aber ich verstehe dein Dilemma. Lange Bürotage ohne abwechslungsreiche oder interessante Arbeit kenne ich auch. Die sind auch mit Raucherpausen schwer durchzustehen. Muss aber sein – da muss man durch! Zum Glück gab es bei mir auch interessante Tage die gefühlt wie im Fluge vergingen. Ich hoffe bei dir ist das auch so – sonst hast du eventuell auch den falschen Job. Ich wünsche dir, dass der Nachmittag nun besser für dich wird.
Viele Grüße

Verfasst am: 11.01.2021, 15:59
Omajana
Omajana
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Hallo Anne,

wie Du sehen kannst, ist diese erste, schwierigste Phase bei mir auch noch nicht lange her!
Damals habe ich gelesen, man soll sich einen Strohhalm auf Länge schneiden und daran ziehen.
Hört sich vielleicht albern an, hat mir aber immens geholfen.

Dann die Hotline!
Dort hast Du kompetente, geschulte Gesprächspartner, die Dich bis zu fünf mal anrufen. Du selbst kannst das von Dir aus natürlich so oft Du willst machen.

Das dritte, die Belohnung:
Ich suche mir Sachen aus, die ich ca. nach zwei Wochen mit dem sonst verrauchten Geld zusammengespart habe und belohne mich damit. Das motiviert mich sehr.

Zum Schluss noch das kostenlose Starterkit. Es enthält einen Abreißkalender über Hundert Tage. Es freut mich jeden Morgen, wenn ich wieder einen Tag weiter bin.

So habe ich meinen Rauchstopp dieses Mal auf viele Säulen aufgebaut und fühle mich das erste Mal gut und unterstützt dabei.

Ich wünsche Dir einen starken Willen und Durchhaltevermögen
Du wirst sehen, nach einigen Tagen wird es leichter!

Liebe Grüße
Diana

Verfasst am: 11.01.2021, 16:34
Française
Française
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Liebe Anne,

Herzlich Willkommen hier in Forumshausen!

Es war eine gute Entscheidung sich hier anzumelden. Mir hat dieses Forum sehr geholfen. Hier sind die Lotsen und die lieben Menschen, die immer für einander da sind, sich helfen, Tipps und Ratschläge geben, die Mut machen und Zuversicht geben. Am Am besten du liest dich mal ein wenig kreux und quer durch die verschiedenen Wohnzimmer und wenn du magst kannst du selbst etwas dazu schreiben.

Gemeinsam sind wir stark!

Ich wünsche dir einen guten Anfang ....und jetzt geht es rauchfrei weiter Schritt für Schritt mit ganz viel

"ICH WILL" und "ICH KANN"

Ich wünsche dir einen schönen rauchfreien Abend und schicke dir jemanden zur Unterstützung mit

Ich rauche NIE mehr weil es mir genauso gefällt
Elli

Verfasst am: 12.01.2021, 18:59
Anne&Momo
Anne&Momo
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Beiträge: 20 Beiträge

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure aufmunternden Nachrichten, bei einigen musste ich schon etwas schmunzeln. Ich langweile mich sonst nämlich eher nicht auf Arbeit, kann mich nur derzeit wirklich so gut wie gar nicht konzentrieren.

Ich hab aber durchgehalten gestern und den Arbeitstag irgendwie überstanden. Heute dann die nächste Herausforderung...wir sind mehr oder weniger eingeschneit und ich hab mit meiner Chefin entschieden, dass ich heute daheim bleibe und eventuell morgen auch noch, je nach Wetter. Im ersten Moment war ich erleichtert, weil ich dachte der dritte Tag als Nichtraucher wird zuhause sicher entspannter. Weit gefehlt...ich laufe heute den ganzen Tag rum wie Falschgeld. Bin antriebslos, deprimiert, lustlos und angespannt/gereizt. Ich nehme an ich brauche das nicht überbewerten und das endet bald wieder? so mag ich mich gar nicht leiden.

Aber hey, es ist Tag 3 und ich bin immer noch clean. So lange habe ich es seit 2 Jahren nicht mehr durchgehalten. Ich bin stolz auf mich, auch wenn das Nikotinmonster wirklich alles gibt, um mich zum Straucheln zu bringen. Ich hab nur Angst, dass es noch lange so blöd bleibt. Ich bin da auch eher ungeduldig und momentan fühle ich mich nicht wie ich selbst und vor allem nicht wohl.

Verfasst am: 12.01.2021, 19:47
Nomade
Nomade
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Moin Anne,

meine Gratulation - nun bist Du schon fast 3 Tage ohne.... !

Und was die Entzugserscheinungen angeht, liegst Du "voll im Limit" - bei 3 Tagen, 3 Wochen und 3 Monaten soll es immer besonders schlimm sein - wobei es beim ersten Zeitpunkt natürlich vorwiegend um die physischen und später "nur noch" um die psychischen Entzugsprobleme geht

Aber Du hast Deinem Körper 18 Jahre lang die selbst bezahlte Selbstvergiftung zugemutet - jetzt muß er den ganzen eingelagerten Dreck erst einmal los werden - sei geduldig mit ihm und Dir - gib' Dir selbst "einfach" Zeit....
Sagt/schreibt sich leichter, als es ist - weiß ich - aber anders geht's nicht.

Übrigens ist es wichtig, in der Anfangsphase täglich mindestens 3 Liter Wasser, Tees, dünne Schorlen (also nicht das gekaufte Zeugs, sondern 1/4 guten Saft und 3/4 Wasser) zu trinken. Unwohlsein kommt oft von zu wenig Flüssigkeit und/oder Unterzuckerung (deshalb die Schorlen).
Die Entgiftung ist Schwerstarbeit für Deinen Körper - mit viel trinken kannst Du ihn dabei sehr gut unterstützen.

Es wird - ganz bestimmt. Keine/r kann sagen, wann oder wie - aber DAß es wird, kann Dir jeder, dessen Rauchfreiuhr deutlich mehr Tage ausweist, bestätigen

Jetzt durchzuhalten, legt den Grundstein für eine ganz neue Freiheit - gönn' sie Dir - Du kannst es schaffen!

Es grüßt
de Nomade

P.S. Falls Du Fragen hast oder mir antworten möchtest, freue ich mich über einen Besuch in meinem aktuellen Wohnzimmer "Ich denk' nicht dran, zu rauchen!", das Du findest, wenn Du unter dieser Nachricht auf das kleine blaue "Profil" klickst bei "Die letzten Themen".

Verfasst am: 13.01.2021, 07:32
Bolando
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Hallo Anne,
meinen Glückwunsch zu 3 rauchfreien Tagen. Die ersten Tage sind die heftigsten. Einen Rat will ich schnell loswerden. Gehe, wenn es irgend möglich ist, für mindestens eine halbe Stunde bei Tageslicht raus. Das macht auch die Gedanken "etwas heller". Ich wünsche dir einen guten 4. Tag. Auch heute rauchen wir nicht.
Viele Grüße

Verfasst am: 13.01.2021, 10:39
Anne&Momo
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Hallo ihr Lieben,

heute ist Tag 4

Ich konnte gestern nicht zur Arbeit, weil wir eingeschneit waren. Das hat all meine Pläne verworfen und der Tag zuhause war recht hart. Ich konnte mich zu nichts wirklich aufraffen, mein Hirn fühlt sich an als steckt es in Watte und das macht logisches Denken irgendwie schwierig. Ich lag also echt den ganzen Tag auf dem Sofa und hab TV geschaut (bis auf 2 Hunderunden). Mehr hab ich irgendwie nicht fertig gebracht, aber immerhin hab ich nicht geraucht, auch wenn ich es gestern wirklich schwer fand. Irgendwie vermisse ich den Mist schon sehr. Ich will aber auch nicht ewig einer Selbstzerstörung hinterher trauern. Wie bekommt man da einen wirklichen Perspektivwechsel hin, so dass man die Kippen nicht mehr vermisst und sie sieht als das was sie sind?

@Bolando: Danke sehr für deine Glückwünsche. Ich hab zum Glück einen Hund und bin es prinzipiell gewohnt, dass ich täglich 1-2 Stunden draußen unterwegs bin. Du hast Recht, das hilft grad sehr beim Durchhalten.

@ Nomade: Dir auch vielen lieben Dank. Du schreibst immer so ausführlich und triffst mit vielen Dingen den Nagel auf den Kopf. Das tut sehr gut und ich bin wirklich froh, dass sich hier immer jemand Zeit nimmt und antwortet. Das mit dem Trinken ist ein guter Rat, ich werde mich heute beim Einkaufen mal eindecken mit Säften und auch mehr Obst/Gemüse. Mir ist mein Gewicht grad relativ egal (ist eh zu viel ), deshalb gönne ich mir abends auch mal was zu Naschen usw. Rauchfrei werden ist grad erste Priorität, der Rest ist Nebensache. Und auch beim Geduldsthema hast du Recht, das ist schon immer meine Baustelle gewesen...wie wird man geduldiger mit sich selbst?

Allen, die meinen Thread lesen selbst gutes Gelingen und Durchhalten.

Verfasst am: 14.01.2021, 09:03
Anne&Momo
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Liebe Foris,

heute ist der 5. Tag nach dem Rauchstopp.

Ich glaube das Schwerste war wirklich die Entscheidung zu treffen es jetzt ernsthaft durchzuziehen und nicht wieder aufzuschieben. Gestern war wirklich mal ein ganz guter Tag. Ich hab einige schwierige Situationen gut umschifft und sogar mit rauchenden Klienten vor der Tür gestanden und geredet. Es ist mir gar nicht so schwer gefallen.
Heute dafür nagt schon seit dem Aufstehen der Zweifel an mir. Böses Nikotinmonster, dass versucht mir einzureden, dass diese Traurigkeit und das Vermissen nicht vergehen werden und das ich mein Leben nie wieder vollends genießen kann. Es ist schwer diese säuselnde Stimme in meinem Kopf zu ignorieren, aber heute rauche ich nicht.

Euch allen einen erfolgreichen Tag und viel Freude bei allem was ihr tut.

Verfasst am: 14.01.2021, 10:43
Anne&Momo
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Hallo Quitte,

schön, dass du mir antwortest. Heute ist wirklich einer von den fiesen Tagen und ich brauche all meine Selbstbeherrschung, um rauchfrei da durch zu kommen. Hast du einen Tipp für solche Tage? Ich hab immer Angst vor Kurzschlusshandlungen und laufe rum wie auf Eierschalen.
Verbesserungen merke ich schon ein bisschen was den Husten und die Luft angeht. Noch nicht so auffällig, aber ganz kleine Änderungen. Ich hab momentan enorm mit dem Rücken und den Füßen zutun, so dass ich mich über mehr Fitness nicht wirklich freuen kann, weil jeder Schritt schmerzhaft ist. Aber das wird auch wieder besser. Ich versuche nur an Heute zu denken.
Wie geht es dir nach 125 Tagen? Hast du noch oft Verlangen?
Mir fällt es auch schwer die zusätzliche Zeit sinnvoll zu verbringen. Durch Corona kann man ja grad nicht wirklich viel machen und Langeweile ist wirklich das Letzte was grad gut tut.

Liebe Grüße
Anne