Depressive Symptome nach 3 Wochen Rauchfrei

Verfasst am: 08.07.2024, 14:56
SirFranzisDrake03
SirFranzisDrake03
Themenersteller/in
Dabei seit: 08. 07. 2024
Rauchfrei seit: 48 Tagen
Beiträge: 3 Beiträge

Hallo zusammen,
ich bin jetzt seit 40 Tagen rauchfrei mit der AllenCarr Methode. Ich hatte seit Tag 1 keine Probleme mit meiner Sucht. Ich wollte keine rauchen und musste das auch in Gesellschaft von rauchenden nicht. Ich bin so stolz auf mich, auch darauf, dass ich trotz Rauchstopp nicht zugenommen sondern nach meinem Plan weiter abgenommen habe

Seit 2 Wochen habe ich allerdings depressive Symptome. Diese kamen zuerst nur bei der Arbeit, für eine oder zwei Stunden. Gedrückte Stimmung, Gedankenkreisen, .... Seit letzter Woche Donnerstag hatte ich diese Gefühle dann durchgängig, jetzt nur noch morgens nach dem Aufstehen. Früher habe ich die Freizeit vor dem Arbeiten (ich arbeite von 13:30 bis 22:00 Uhr) sehr genossen, habe einfach Netflix geschaut oder YouTube, was andere halt ab 19:00 Uhr machen. Das hat mir auch nichts ausgemacht. Gerade jetzt empfinde ich aber diesen Druck und gleichzeitig die Leere in meiner Brust, ich bin traurig und könnte heulen. Zum arbeiten fahr ich dann meist bedrückt, lese mir hier Threads durch und dabei bin ich dann so vertieft, dass ich die Gefühle kurz ausblenden kann, das hilft mir sehr. Deshalb verfasse ich mal selber ein Thema und hoffe auf viele Antworten und unterstützung.

Zu meinem Hintergrund: Ich bin 20 Jahre alt, rauchte seit 4 Jahren und hatte vor 6 Jahren eine diagnostizierte Mittelgradige Depressive Episode. Jetzt bin ich seit 40 Tagen rauchfrei und die Symptome von Damals scheinen mich einzuholen. Ich habe einfach Angst. Es gibt keinen Grund für mich, depressive Symptome zu haben, denn HEY!! Ich bin seit 40 Tagen rauchfrei, mir geht es eigentlich gut im Leben, ich habe Hobbys, Freunde und Familie, die mich unterstützt. Und trotzdem habe ich diese negativen Gefühle und habe Angst vor meinem wohlverdienten 2-wöchigen Urlaub mir einer Freundin. Angst, dass das so läuft wie jetzt gerade. Ich wache jeden morgen schon mit dem Gefühl der Leere und Trauer auf, und weiß gar nicht warum.

Ich hoffe, dass es einige gibt, die mir vielleicht Tipps geben können und mich aufmuntern, die vielleicht ähnliches erlebt haben und mir sagen können, wann das endlich aufhört...

Verfasst am: 08.07.2024, 15:12
Frank_K
Frank_K
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Rauchfrei seit: 345 Tagen
Beiträge: 385 Beiträge

Servus,

erst einmal Glückwunsch zu 40 geschafften Rauchfrei-Tagen.

Das Deine Psyche im Moment Achterbahn fährt, ist ein Stück weit normal. (Such mal nach "Suchtkurve Nikotin"). Der ganze Dopamin-Haushalt im Körper muss sich auf die neue nikotinfreie Lebensweise einstellen. Auch ich fühlte mich in dieser Zeit wie in ein Loch gefallen. Da wieder rauszukommen, braucht eine gewisse Zeit und Du kannst Diene Mitmenschen da nur um Verständnis bitten.

Das Gute - auch diese Phase geht vorüber, so nach acht bis zwölf Wochen. Sollten sich die depressiven Symptome deutlich verschlimmern, scheue Dich nicht, auch einen Arzt aufzusuchen. Eine wirkliche medizinische Beratung kann und darf dieses Forum einfach nicht leisten.

Ciao, Frank

Verfasst am: 08.07.2024, 15:56
rauchfrei-lotsin-sarah
rauchfrei-lotsin-sarah
Dabei seit: 02. 10. 2023
Rauchfrei seit: 293 Tagen
Beiträge: 717 Beiträge

Hallo liebe/r SirFranzisDrake03,

Herzlich Willkommen im Forum. Schön dass du uns gefunden hast und hier Unterstützung suchst.

Deine Beschreibung der Symptome ähnelt sehr der einiger Mitreisender. Ich bin natürlich kein Arzt und kann das nur aus meiner Erfahrung beurteilen.
Einige hatten innerhalb der ersten drei Monate mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen. Wir haben unserem Körper immerhin das Nikotin weg genommen. Dann ist erstmal einiges durcheinander und der Dopaminhaushalt spielt verrückt.

Bei vielen bessert sich das nach drei Monaten. Bei mir unter anderem auch. Ich bin die erste Zeit viel spazieren gegangen und habe mir kleine Freuden gemacht. Mal Blümchen, mal ein Buch. Irgendwas was dir gefällt. Es muss auch gar nicht teuer sein. Mir bewusst Zeit für mich nehmen und schöne Dinge tun. Das tat mir gut.

Solltest du große Bedenken oder Ängste wegen deiner Vorbefassung mit der depressiven Episode haben, scheu dich nicht, den Hausarzt deines Vertrauens einzuweihen. Eventuell hilft dir dann ein leichtes Antidepressivum.
Du könntest dich sonst auch in deiner Apotheke zu rezeptfreien Möglichkeiten beraten lassen.

Ich füge dir mal den link zum aktuellen Rauchfreizug ein.

https://rauchfrei-info.de/community/forum/Topic/show/DESC/T/julizug-2024-wir-starten-rauchfrei-in-den-sommer-11302/

Du kannst hier ganz viel Unterstützung und Verständnis durch deine Mitreisenden bekommen. Der Austausch hat mir auch unheimlich geholfen.

Ich drücke fest die Daumen für deinen Rauchstopp.

Liebe Grüße Sarah

Verfasst am: 09.07.2024, 09:23
SirFranzisDrake03
SirFranzisDrake03
Themenersteller/in
Dabei seit: 08. 07. 2024
Rauchfrei seit: 48 Tagen
Beiträge: 3 Beiträge

Guten Morgen,

gestern nach meinem Forumspost war alles super, der Abend verlief sehr gut ????????
Heute morgen geht es mir eigentlich gut und trotzdem ist da dieses Gefühl der Leere und irgendwie auch Trauer. In diesen Momenten habe ich Angst vor der Zukunft und fühle keinen Enthusiasmus… Wenn diese Phase aber rum ist, so wie gestern Abend zum Beispiel, bin ich richtig zuversichtlich und happy, freue mich, wie es ganz normal ist. Das verunsichert mich sehr…

Danke für eure Nachrichten, diese haben mir gestern sehr geholfen

Verfasst am: 09.07.2024, 09:48
rauchfrei-lotsin-sarah
rauchfrei-lotsin-sarah
Dabei seit: 02. 10. 2023
Rauchfrei seit: 293 Tagen
Beiträge: 717 Beiträge

Guten Morgen,

Das freut mich, wenn wir dich ein bisschen unterstützen können.

Heute sind es schon 41 Tage. Das ist eine großartige Leistung. Da kannst du total stolz auf dich sein.



Du hast schon knapp die Hälfte der bei mir mental anstrengenden Zeit geschafft. Das packst du

Ich habe mich zwischendurch auch mal wie Two-Face gefühlt und mich gefragt, was denn bitte mit mir nicht stimmt. Ich sollte doch stolz und begeistert sein. Das kommt wieder. Jetzt mit ein bisschen Abstand betrachtet, verblasst die Erinnerung daran, aber wenn man mittendrin ist, ist das lästig.

Dann hat es noch einen Moment gedauert. Bei mir war es zum Glück nicht ewig und dann wurde es jeden Tag besser.
Ich musste ein bisschen bei meinen typischen Rauchersituationen üben und mich umgewöhnen.

Wie klappt das denn bei dir in deinen früheren Raucherpausen und Situationen in denen du geraucht hast?

Schau ruhig mal im Netz nach der Suchtkurve Nikotin, wie Frank geschrieben hatte. Da kann man das ganz gut nachvollziehen mit der Stimmung und dem Entzug. Fand ich spannend und hilfreich zum verstehen, was da grad mit einem vorgeht.

Wenn es dir zu schlimm vorkommt, kann es hilfreich sein deinen Arzt oder deine Apothekerin ins Boot zu holen.

Wann geht es denn in den Urlaub? Raucht deine Freundin?

Ich wünsche dir einen schönen Tag.

Liebe Grüße Sarah

Verfasst am: 09.07.2024, 09:50
Franzi2245
Franzi2245
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Beiträge: 1 Beiträge

Hallo,

ich habe absolut gar keine Probleme mit dem Nichtrauchen. Ich denke gar nicht mehr daran.
In den Urlaub geht’s am 03.08. , die Freundin raucht nicht…

Danke für die schnelle Antwort, das hilft mir immer sehr????

Verfasst am: 09.07.2024, 10:15
Frank_K
Frank_K
Dabei seit: 12. 06. 2023
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Beiträge: 385 Beiträge

Servus, zusammen,

ich fand es ganz gut, zu wissen, was uf mich zukommt und wie lange die einzelnen Phasen andauern. Daher habe ich auch gerade in den ersten Wochen viel Zeit im Netz verbracht. Wenn man irgendwie versteht, was im Körper gerade vorgeht, ist das Ertragen der schwierigen Momente doch etwas leichter.

Ciao, Frank

Verfasst am: 09.07.2024, 16:31
rauchfrei-team
rauchfrei-team
Dabei seit: 07. 07. 2011
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Beiträge: 1425 Beiträge

Hallo SirFranzisDrake03,

es ist sehr schön dass du in das rauchfrei-Forum gefunden hast und hier in deinen Vor-Arbeitsstunden Unterstützung findest!

Hast du bereits unseren rauchfrei-Kiosk entdeckt? Dort findest du auch das Thema "Rauchen und Depression". Du bist nicht alleine! In dem Thread findest du viele Beiträge von anderen Usern und Userinnen die ähnliche Symptome wie du beschreiben und einen Umgang damit suchen oder gefunden haben. Lass dich auch dort gerne inspirieren oder teile deine Erfahrungen mit der Community! Sie sind sehr wertvoll!

Hier ist der Link direkt zum Thread: https://rauchfrei-info.de/community/forum/Topic/show/ASC/T/rauchen-und-depression-10886/

Für verbale Unterstützung kannst du dich auch direkt bei unserem BZgA-Beratungselefon zur Rauchentwöhnung melden. Tel. 0800 8 31 31 31 * (Montags bis Donnerstags von 10 bis 22 Uhr, Freitags bis Sonntags von 10 bis 18 Uhr).

Herzliche Grüße,
Lisa vom rauchfrei-Team

Verfasst am: 09.07.2024, 21:25
BlueCat
BlueCat
Dabei seit: 05. 05. 2024
Rauchfrei seit: 73 Tagen
Beiträge: 73 Beiträge

Hallo Franzi,
oder SirFranzisDrake?

Mich haben die Depressionen auch eiskalt erwischt. Vor allem haben sie sich anders und viel heftiger angefühlt, als ich das von früheren Phasen kenne. Früher war das eher eine dumpfe, lähmende Leere, wenig Gefühl.
Jetzt war es ähnlich wie bei dir, mir war ständig nach Weinen, manchmal Schreien, Schluchzen, tiefste Verzweiflung. Und insgesamt habe ich mich so nackig, ängstlich, weinerlich und verletzlich gefühlt.
Da half auch nix, kein Ablenken, kein mir-was-Gutes-tun, kein Sport, kein Schlafen, nur manchmal Tanzen …

Seit 3 Tagen geht es mir deutlich besser, fühle mich fast wieder normal.
Vor einer Woche habe ich angefangen, ein pflanzliches Präparat aus Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume einzunehmen, das mir früher schon in geringer Dosierung geholfen hat. Jetzt musste es die volle Dosis sein
Dazu noch einen hochdosierten, schweineteuren Multivitaminsaft. Ob das geholfen hat oder ob es jetzt nach knapp 9 Wochen von allein besser geworden wäre, weiß ich nicht.

Wünsch dir alles Gute!
BlueCat

Verfasst am: 10.07.2024, 08:55
SirFranzisDrake03
SirFranzisDrake03
Themenersteller/in
Dabei seit: 08. 07. 2024
Rauchfrei seit: 48 Tagen
Beiträge: 3 Beiträge

Hallo ihr alle,

Danke für eure Antworten, sie haben mir alle sehr geholfen. Das Gefühl heute Morgen ist fast nicht mehr da, ich fühle mich lediglich ein wenig unwohl…

Lg Franzi